,Leider nur Filetstücke’

Werra-Meißner. "Antibiotika sind die Ausnahme und nicht die Regel in den Mastbetrieben des Werra-Meißner-Kreises", sagen Uwe Roth und Hors

Werra-Meißner. "Antibiotika sind die Ausnahme und nicht die Regel in den Mastbetrieben des Werra-Meißner-Kreises", sagen Uwe Roth und Horst Kupski vom Kreisbauernverband sowie Dr. Karl Heinz Stange, Tierarzt für Nutztiere, im Gespräch mit dem MARKTSPIEGEL.

Und weiter: "Nur gesunde Tiere, die keine Medikamente benötigen werfen am Ende Gewinn ab, denn Medikamente kosten auch Geld. Zudem sieht das Gesetz vor, dass zwischen dem Abschluss der Behandlung eines Tieres mit Antibiotika und dem Verkauf an einen Schlachtbetrieb mindestens acht Tage verstrichen sein müssen."

Sauberkeit im Stall ist das oberste Gebot

"Damit die Tiere gesund bleiben ist Sauberkeit und Hygiene im Stall das oberste Gebot sowie gesundes Futter", erklärte Jürgen Herold, Inhaber des Mastbetriebes bei Oberhone.

"Schwarze Schafe unter den Betrieben kann man zwar nicht ausschließen, doch es wird bei solchen Fällen zu schnell verallgemeinert", so Roth und Stange.

Auch das Regierungspräsidium Kassel bestätigt diese Aussagen: "Unsere Veterinäre haben bei der Anwendung von Antibiotika in der Region keine Beanstandungen gehabt", so Michael Konrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Und weiter: "Die Gesetzesgrundlage für die Anwendung von Antibiotika wird im Augenblick wegen der steigenden Zahl der großen Mastbetriebe geändert."

"Im Allgemeinen ist die Qualität des Fleisches gut und man muss sich auch nicht vor den Produkten aus den größeren Mastbetrieben fürchten, denn auch für diese gelten die gleichen Regeln", erklärt Tierarzt Stange.

Viele Antibiotikastämme, die man in der Humanmedizin verwende, dürfen bei Tieren laut Stange überhaupt nicht angewendet werden. Daher sei für diese Stämme eine Resistenz, die sich vom Tier auf den Menschen übertragen könne, ausgeschlossen.

"Auch bei der Erzeugung von Bio-Fleisch dürfen Antibiotika verabreicht werden, allerdings gelten hier strengere Regeln. So darf ein Tier etwa nur einmal wegen einer Krankheit behandelt werden. Zwischen Behandlung und Verkauf muss zudem doppelt so lang gewartet werden", sagt Tierarzt Stange.

Problem Kaufverhalten

Zudem gebe es immer mehr größere Betriebe, weil sich die Kleinen einfach nicht mehr rentieren und die großen Schlachtbetriebe nur größere Mengen an Tieren abnehmen. Ein weiteres Problem ist zudem das Kaufverhalten der Kunden: "Die essen inzwischen sprichwörtlich nur noch die Filetstücke von den Tieren", so Uwe Roth.

Inzwischen können von einem Schwein in Deutschland nur noch rund 50 von 120 Kilo verkauft werden. Der Rest sei in Deutschland meist nur noch Abfall. Teile wie Zunge oder Innereien könne man fast nur noch nach Asien verkaufen. Dort verwerte man alles Essbare vom Tier.

Der Appell des Kreisbauernverbandes ist daher der, dass sich die Kunden weniger Sorgen um die Qualität des Fleisches machen sollten, sondern ihren Fleischkonsum ändern müssten. Denn wenn man andere Teile von den Tieren verzehren würde, müsste man weniger Tiere züchten.

"Anders als viele Menschen denken. liegt uns sehr viel am Wohl der Tiere. Ändern die Konsumenten ihre Essgewohnheiten wäre dies ein Plus für den Tierschutz", so Herold. Würde man vom Schwein etwa all das mitessen, was man in Schlachtbetrieben inzwischen wegwerfen muss, würde sich die Zahl der geschlachteten Tiere um rund ein Drittel bis die Hälfte verringern.

Lesen Sie auch den Leserbrief "Verantwortungslose Übereile".

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