Lieber an Spielplätzen oder am Johannisfest?

Stellten heute den Fragebogen vor: (v.li.) Dr. Bernd Reef und Dr. Manuela Poetschke von der Uni Kassel sowie Stadtkaemmerer Reiner Brill. Foto: Winter
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Stellten heute den Fragebogen vor: (v.li.) Dr. Bernd Reef und Dr. Manuela Poetschke von der Uni Kassel sowie Stadtkaemmerer Reiner Brill. Foto: Winter

Wo soll die Stadt sparen, wo soll sie Einnahmen erhöhen? 3.000 Eschweger können anonym ihre Meinung sagenEschwege. Soll am Stadtbus, der Straßenbel

Wo soll die Stadt sparen, wo soll sie Einnahmen erhöhen? 3.000 Eschweger können anonym ihre Meinung sagen

Eschwege. Soll am Stadtbus, der Straßenbeleuchtung oder bei den Städtepartnerschaften gespart werden? Soll die Stadt Mittel streichen fürs Johannisfest oder das Open Flair? Soll lieber an den Spielplätzen oder dem Geburtstagsstrauß für ältere Eschweger Bürger gespart werden? Weniger Geld für Tourismus oder Stadtmarketing?

Oder wo können die Einnahmen der Stadt erhöht werden? Grundsteuern, Gewerbesteuer oder Parkgebühren hoch oder vielleicht die Beiträge für die Kinderbetreuung nach oben schrauben?

Mit diesen Fragen dürfen sich ab kommender 3.000 mittels einer Zufallsstichprobe ausgewählte Eschweger ab 16 Jahren beschäftigen. Denn die erhalten einen fünfseitigen Fragebogen der Verwaltung, der in Kooperation mit der Uni Kassel die Bürger zu den Finanzen ihrer Heimatstadt befragt. Und den stellten heute die beiden Wissenschaftler Dr. Manuela Poetschke und Dr. Bernd Reef aus Kassel gemeinsam mit Stadtkämmerer Reiner Brill vor.

"Die zentrale Frage lautet: Wie will der Bürger sparen? Mit einer deutlichen Erhöhung der Einnahmen und dafür nur einer geringen Reduzierung der Ausgaben. Oder die Ausgaben stark reduzieren und dafür die Einnahmen nur gering erhöhen", so Poetschke und Reef, die den Fragebogen entwickelten und auch auswerten werden.

Denn die zurückgeschickten Fragebogen gehen direkt an die Uni und erst danach erfährt die Verwaltung und Ende Oktober die Öffentlichkeit von den Ergebnissen.

"Sehr wichtig war uns, dass die befragten Bürger bei allen Themenkomplexen die Möglichkeit haben, eigene Vorschläge einbringen zu können – und das völlig anonym", sagt Poetschke.

Niemand müsse Sorge habe, die Fragen nicht beantworten zu können, die in der Mehrzahl zum Ankreuzen sind. "Der Fragebogen ist einfach – schwer ist nur die Thematik, denn mit dem Haushalt einer Stadt beschäftigt sich der Bürger im allgemeinen recht wenig", so Reef. Und sollte eine oder mehrere Fragen nicht beanwortet werden, bitten die Wissenschaftler darum, den Fragebogen trotzdem an sie zu schicken.

"Wir wollen die Einstellungen und Wünsche der Bürger kennenzulernen. Letztendlich entscheiden weiterhin die Stadtverordneten, aber die Bürger können dank des Fragebogens ein Stück weit ihren Einfluss geltend machen", so Brill.

Ab Montag werden die 3.000 Fragebogen verschickt. Die Kosten der Befragung, die es laut den beiden Kasseler Wissenschaftlern in dieser Form deutschlandweit noch nicht gab, beschränken sich für die Stadt auf Porto und Versand.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema: "Keine Gewaltakte beim Sparen und Erhöhen!"

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