Achtung: Trickbetrüger treiben wieder ihr Unwesen im Werra-Meißner-Kreis

In den vergangenen zwei Wochen kam es im Werra-Meißner-Kreis erneut zu Anrufen durch Betrüger, die Geld von Senioren forderten. In Bad Sooden-Allendorf wurden zwei Senioren Opfer eines "falschen Gewinnversprechens". In Herleshausen hatten die Betrüger weniger Glück. Ihr "Enkeltrick" ging nicht auf.

Bad Sooden-Allendorf / Herleshausen. Nach Polizeiinformationen erhielt am vergangenen Montag ein 88-Jähriger aus Bad Sooden-Allendorf einen Anruf einer unbekannten Person, die angab, dass er bei einem Gewinnspiel 144.000 Euro gewonnen habe. Um den Betrag als Barscheck zu erhalten, müsse er zuvor "Amazon-Geschenkarten" im Wert von 200 EUR kaufen und die darauf aufgeführten Codes telefonisch übermitteln. Diesem kam der Geschädigte auch nach; bemerkte dann aber später den Betrug und zeigte diesen an.

Ein anderer Vorfall ereignete sich laut Polizei bereits am 11. Dezember und wurde beim Polizeiposten in Bad Sooden-Allendorf angezeigt. Bei diesem Anruf stellte man einer 57-jährigen telefonisch einen fünfstelligen Gewinnbetrag in Aussicht, der aufgrund von Verwaltungs- und Bearbeitungsgebühren einen Vorabbetrag von 1000 Euro erfordere. Dieser solle in Steam-Karten/ iTunes übermittelt werden. Dem kam die Geschädigte nach und übermittelte die Codes.

Natürlich kam es in keinem der Fälle zu einer Gewinnauszahlung.

Die Polizei gibt folgende Tipps zum Thema "falsche Gewinnversprechen":

- Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben

- Geben Sie niemals Geld aus, um einen - vermeintlichen Gewinn einzufordern, zahlen Sie keine Gebühren oder wählen gebührenpflichtige Sondernummern (gebührenpflichtige Sondernummern beginnen z.B. mit der Vorwahl: 0900..., 0180..., 0137...).

- Geben Sie nie Karten-Codes an Dritte weiter. Mit der Bekanntgabe der Codes ist Ihr Geld in den Händen von Fremden (Betrügern).

- Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.

- Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren sie sich die Antworten.

- Weisen Sie unberechtigte Geldforderungen zurück.

Gestern Nachmittag kam es in Herleshausen zu zwei Anrufen im Zusammenhang mit der Enkeltrickmasche.

In einem Fall wurde, um 16.18 Uhr, eine 76-Jährige angerufen und nachdem die Anruferin sich zunächst als Nichte ausgab, gab sie an, die 76-Jährige besuchen zu wollen. Dabei erwähnte sie dann den Kauf einer Wohnung in Kassel, wofür sie bis Donnerstag Geld benötige. Dieses wurde von der 76-jährigen abgelehnt, worauf das Gespräch - ohne Nennung einer Summe - beendet wurde.

Ein weiterer Anruf erfolgte, um 16.24 Uhr, bei einer 72-Jährigen. Dort stellte sich die Anruferin als Enkelin vor. Auch hier wurde vom Kauf einer Wohnung in Kassel erzählt und dass man sich zurzeit bei einem Anwalt befinde. Kurzfristig würde ein Betrag von 4000 EUR benötigt. Die 72-Jährige erklärte darüber nochmal nachdenken zu müssen. Ein weiterer telefonischer Kontakt fand dann nicht mehr statt.

Präventionstipps:

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

 - Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

- Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

- Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörige oder anderen Ihnen nahestehende Personen.

- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

- Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.

- Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

- Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen

- Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

Rubriklistenbild: © dpa

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