Aktueller Fall von überfülltem Glascontainer sorgt für Unmut in Wanfried

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Wilhelm Gebhard ist verärgert über den Zustand der Altglascontainer. „Sie wirken schäbig und verschandeln an vielen Stellen das Bild in unseren Städten und Dörfern“, so der Bürgermeister von Wanfried.

Der Altglascontainer in der Ringstraße in Wanfried ist voll. So voll, dass sich mittlerweile die Gläser und Flaschen darauf und daneben stapeln. Ein Bild, das den Bürgern und dem Bürgermeister ein Dorn im Auge ist.

Wanfried - Die Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis erhalten seit geraumer Zeit zahlreiche Beschwerden von Bürgern, die sich über überfüllte Altglascontainer beklagen. Ein aktueller Fall aus Wanfried macht das Dilemma deutlich. Bürgermeister Wilhelm Gebhard ist über die aktuelle Situation an den Altglascontainern in der Ringstraße verärgert und hat dazu alle Bürgermeister im Werra-Meißner-Kreis befragt, ob ähnliche Zustände auch in anderen Kommunen herrschen. „Die Kollegen berichten mir von ähnlich katastrophalen Zuständen, was mich hinsichtlich der Zuverlässigkeit des beauftragten Entsorgungsunternehmens sehr nachdenklich stimmt“, so Gebhard.

Entsorgung erfolgt privatrechtlich

Weder die Städte und Gemeinden, noch der Zweckverband Abfallwirtschaft oder gar der Werra-Meißner-Kreis sind für die ordnungsgemäße Entsorgung des Altglases zuständig. Die Sammlung und Verwertung/Entsorgung von Altglas erfolgt ausschließlich privatrechtlich im Rahmen des Dualen Systems. „Dies bedeutet, dass weder der Zweckverband Abfallwirtschaft Werra-Meißner-Kreis noch der Werra-Meißner-Kreis oder eine der nicht dem ZVA angehörenden Städte (Sontra, Witzenhausen und Eschwege) einen Auftrag erteilt haben oder in sonstiger Weise organisatorisch oder finanziell in die Altglassammlung eingebunden sind“, so der Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Matthias Wenderoth.

Es gibt lediglich eine sogenannte Abstimmungsvereinbarung, die der Werra-Meißner-Kreis bereits Anfang der 1990er Jahre mit dem Dualen System Deutschland DSD abgeschlossen hat. Eine Aktualisierung wird gerade verhandelt, ist aber noch nicht abgeschlossen. In der Abstimmungsvereinbarung ist unter anderem das Sammelsystem festgelegt (Bringsystem über Container) und es ist geregelt, dass die Kommunen die Plätze für die Container zur Verfügung stellen und unterhalten und dafür ein Entgelt erhalten. Die finanzielle Abwicklung erfolgt über den Kreis.

Neben dem scheinbar nicht regelmäßigen Entsorgungsrhythmus ist für Gebhard auch der Zustand des Altglascontainer nicht hinnehmbar. „Sie wirken schäbig und verschandeln an vielen Stellen das Bild in unseren Städten und Dörfern“, so der Wanfrieder Bürgermeister.

Aktueller Auftragnehmer der Dualen Systeme für die Glasentsorgung (Zeitraum 2019 bis 2021) ist die Umweltservice Wartburgregion GmbH (USW). Der Auftrag wurde 2018 nach Ausschreibung an die USW vergeben. Die aktuelle Beschwerdesituation - insbesondere das Problem in Wanfried, Ringstraße - wurde heute  telefonisch und per Mail an die Geschäftsführung der USW weitergegeben. Von dort wurde unverzügliche Erledigung zugesichert. Gebhard hofft, dass die Leerung der Altglascontainer zukünftig regelmäßig und ohne Verzögerungen erfolgt, um Bilder wie aktuell nicht erneut erleben zu müssen. Zudem hofft er darauf, dass die Altglascontainer Zug um Zug ausgetauscht oder neu lackiert und mit gut lesbaren Informationen für die Bürger ausgestattet werden.

Umweltservice Wartburgregion GmbH reagiert sofort

Holger Kachel, Geschäftsführer der USW, bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion, dass es das Problem gegeben hat, betont aber auch, dass der Eindruck eines flächendeckendes und dauerhaftes Problems, der dadurch entstanden sei, falsch sei. „Auf Grund von Urlaubsvertretungen und unvorhersehbaren Krankheitsfällen beim Stammpersonal, ist es vorgekommen, dass einzelne Standplätze versehentlich ausgelassen worden sind", so Kachel. Bei Bekanntwerden von überfüllten Standplätzen werde sofort reagiert. Die Containerstandplätze werden bedarfsgerecht entsprechend eines Tourenplanes angefahren. Die USW leere die Container so, wie der Nutzungsgrad es erfordert.

Die USW hat mittlerweile den Standplatz geräumt.

„Dabei haben sich Standplätze mit einer hohen Frequenz abgezeichnet, die durchaus wöchentlich angefahren werden müssen. Andere Standplätze sind deutlich weniger frequentiert. Hier reicht es aus, alle zwei bis drei Wochen zu leeren. Diese Zyklen beruhen auf Erfahrungswerten, die an Hand von Aufzeichnungen der Füllstände bei den Leerungen, erarbeitet werden. Immer wieder erleben wir, dass aus unerklärlichen Gründen, plötzlich erhebliche Schwankungen bei der Nutzung einzelner Standplätze auftreten", so Kachel weiter. Im Prinzip der sinnvollen Nutzung von Ressourcen sollen jedoch Leerfahrten vermieden werden.

Außerdem sollten Bürger bei Antreffen eines vollen Glascontainers, die leeren Flaschen nicht einfach neben den Container abstellen. „Der Fahrer unseres Sammelfahrzeuges muss die neben dem Container abgestellten Flaschen mühevoll von Hand auflesen. Das kostet Zeit, die er für die Leerung anderer Container natürlich besser nutzen könnte."  Die USW hat mittlerweile den Standplatz geräumt.

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