Ambulante Psychiatrische Pflege im Werra-Meißner-Kreis gestartet

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Die APP-Mitarbeiterinnen Claudia Hoberock (li.) und Gabi Grund mit (v.li.) Marco Althans und Harald Klement (BKK Werra-Meißner), Torsten Rost (DiaCom Altenhilfe) und Hartmut Kleiber (Aufwind). Foto: Renneberg

Die BKK Werra-Meißner, Aufwind und DiaCom haben die Ambulante Psychiatrische Pflege ins Leben gerufen. Sie soll Kranke in ihrem Alltag unterstützen.

Werra-Meißner. Wer im Werra-Meißner-Kreis psychiatrische Hilfe benötigt, dem bleibt oftmals nur der Weg in die Klinik. Doch wie geht es nach der stationären Behandlung weiter, wo finden akut und chronisch Erkrankte eine fachkundige Betreuung?

"Die Spanne von der Feststellung der Hilfsbedürftigkeit bis zur Hilfe ist viel zu lang", sagt BKK-Vorstand Marco Althans. Deshalb hat die Krankenkasse gemeinsam mit Aufwind – Verein für seelische Gesundheit und der DiaCom Altenhilfe die Ambulante Psychiatrische Pflege (APP) auf den Weg gebracht, die im November gestartet ist.

APP bietet Unterstützung in den eigenen vier Wänden

Das Konzept: Psychiatrisch Qualifizierte Pflegefachkräfte kümmern sich in deren häuslichen Umfeld um die Patienten. Vor- und Nachsorge stehen dabei gleichermaßen im Fokus: So begleitet das APP-Team Patienten nach dem Klinikaufenthalt zurück in den Alltag und versucht, weitere stationäre Behandlungen durch ein breites Spektrum an Hilfsangeboten  zu verkürzen oder gar zu vermeiden.

Sie unterstützen Patienten etwa darin, ihre Behandlungsziele zu erreichen, Krisen zu bewältigen und ein Hilfenetzwerk aufzubauen. Dabei steht das Team in ständigem Kontakt zu den behandelnden Haus- und Fachärzten.

Von letzteren gebe es im Werra-Meißner-Kreis zu wenige, sagt Harald Klement, stellvertretender Vorstand der BKK Werra-Meißner. Die Folge: Die Praxen sind überlastet, lange Wartezeiten gang und gäbe.

Da setzt die APP an. Sie richtet sich an alle volljährigen Personen im Werra-Meißner-Kreis, bei denen bestimmte verordnungsfähige Diagnosen gestellt wurden. Die reichen von Demenz über Angststörungen bis hin zu Schizophrenie.

Verordnet wird die APP durch einen Haus- oder Facharzt – für maximal vier Monate. Sie umfasst bis zu 14 Einheiten à 45 Minuten pro Woche. Patienten können auch selbst die Initiative zu einer Verordnung ergreifen – das APP-Team unterstützt sie dabei.

Angebot steht vorerst nur BKK-Versicherten offen

Zurzeit steht die Leistung allerdings ausschließlich Versicherten der BKK Werra-Meißner offen. "Unser Ziel ist es aber, dass die APP eine Regelleistung für Versicherte aller Krankenkassen wird", betonen Aufwind-Vorstand Hartmut Kleiber und DiaCom-Geschäftsführer Torsten Rost.

Sie sind ebenso wie Althans und Klement überzeugt, dass das Angebot eine Lücke schließt und auf große Nachfrage stößt. Der Projektzeitraum beträgt zunächst zwei Jahre, in einem Jahr ist die erste  Evaluation geplant.

Neu ist das Konzept nicht. In Niedersachsen gibt es bereits rund 40 derartige APP – in Hessen hingegen erst eine handvoll.

EXTRA-INFO: Kontakt

Die APP-Mitarbeiterinnen Gabi Grund und Claudia Hoberock sind rund um die Uhr unter Telefon 0151-18721500 oder per E-Mail an app@aufwind-wmk.de erreichbar.

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