18 Amerikanerinnen erlernen alte Stickkunst

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18 Amerikanerinnen kamen nach Eschwege, um von Luzine Happel das alte Schwälmer Handwerk zu erlernen.

Eschwege. Die Eschwegerin Luzine Happel hat eine ganz besondere Gabe. Sie beherrscht die traditionelle Schwälmer Weißstickerei. "Das ist meine Leidenschaft – und das seit nunmehr 35 Jahren", betont die Künstlerin, die mit einer kleinen Nadel und mit feinstem Stickgarn bereits wahre Kunstwerke hat entstehen lassen. Diese kann man nicht nur in ihrer exklusiven Ausstellung in der Boyneburger Straße 3 in Eschwege bewundern.

Auch im Internet ist Luzine Happel vertreten. Das blieb auch den beiden Amerikanerinnen Susan Greening Davis und Sally Criswell nicht verborgen. Als Eventmanagerin hat Susan ein Auge für das Besondere – Sally hat einen traditionsreichen Nadelladen in Trenton in den USA und eine hohe Affinität für schöne Dinge. "Wir sind auf diese schöne Homepage gestoßen und wollten diese hohe Kunst des Stickens erlernen", erzählt Susan, die sich sobald mit ihrer Kollegin auf den Weg nach Eschwege machte, um von der Künstlerin aus der Kreisstadt das alte Handwerk zu erlernen. "Wir bringen unsere Gruppe in alle möglichen Ländern dieser Erde – haben bereits Italien, Irland, England oder Dänemark bereist. Jetzt sollte es Deutschland sein, weil wir so begeistert von Luzine Happels Arbeit waren, sodass wir es schlichtweg als Event anboten, um den Gruppen die traditionelle Schwälmer Weißstickerei näherzubringen", sagt Sally.Gesagt, getan. Denn am Sonntag reisten insgesamt 18 Amerikanerinnen an – zwei Frauen nahmen sogar den Weg von den Bahamas in die Kreisstadt auf sich.

Das freute nicht nur Bürgermeister Alexander Heppe, der den Damen in der "Villa Ponte Wisera" in der Brückenstraße einen kleinen Besuch abstattete und ihnen bei der Entstehung ihrer Werke über die Schulter schaute. Große Freude zeigte sich auch bei Michaela Frings, die die Gäste aus der Ferne gerne in ihrem Hotel in der Fachwerkaltstadt Eschweges willkommen hieß.

Mehr Informationen gibt es unter www.luzine-happel.de.

Schwälmer Weißstickerei

Die "Schwälmer Weiß­stic­kerei" verdankt ihren Namen der in Mittel­hessen gelegenen Landschaft "Schwalm”. Hier entwic­kelte sich diese spezielle Variante der Weiß­stic­kerei. Später wurde sie auch "Hessen­stic­kerei" genannt.Die Schwälmer Weiß­stic­kerei wird auf dicht gewebtem Leinen gear­beitet, ist in den Motivf­lächen fadenge­bunden, ansonsten frei. Sie setzt sich zusammen aus einer Kombination verschiedener Techniken: Viele unter­schied­liche, große Motive einfacher Formen wie Herz, Tulpe, Körbchen, "Sonne” und Vogel werden immer mit Knötchen- und Ketten­stichen – manchmal auch zusätzlich noch mit Zierstichen – umgeben. Die innen liegenden Flächen werden mit Durch­bruch­mustern verziert.Räume zwischen den großen Motiven werden dicht gefüllt mit Ranken im Knöt­chen­stich und kleinen Blättern – manchmal auch Blüten – im Platt­stich oder im Schling­stich.Randabsch­lüsse werden mit verschiedenen Hohlsäumen verziert. Kästchen-, Erbsloch- und Stopfhohl­säume spielen hier eine große Rolle.Nadel­spitze findet man sowohl zum Flächen­füllen der "Sonnen" als auch zur Randver­zierung.

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