Amphibienwanderung hat begonnen: Ehrenamtliche Helfer waren bei Aue im Einsatz

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Mehr als 5000 Amphibien haben die freiwilligen Helferinnen und Helfer bei ihren nächtlichen Einsätzen zwischen Wanfried und Aue gerettet.

Die Helfer der Amphibienschutzinitiative und des BUND Werra-Meißner haben über 5.000 Amphibien eingesammelt. Besonders hohes Aufkommen war an der Landstraße zwischen Wanfried und Aue.

Wanfried/Aue - In der vergangenenen Woche, bei Temperaturen von etwa 12 Grad, hat die Amphibienwanderung an der L3244 zwischen Wanfried und Auerichtig begonnen. Die Helfer der Amphibienschutzinitiative und des BUND Werra-Meißner waren mit acht bis zehn Helfern vor Ort und haben innerhalb von 90 Minuten über 1.200 Erdkröten, viele Molche und einige Grasfrösche über die Straße getragen. Bis zum Anfang der Woche wurden 5.000 Amphibien eingesammelt.

„Viele Autofahrer fuhren recht vorsichtig, was wohl aber auch daran lag, dass wir selbst mit einigen Fahrzeugen unterwegs waren, um zu sammeln. Leider mussten wir uns aber auch wieder von einigen Autofahrern übel beschimpfen lassen und einige fuhren mit stark überhöhter Geschwindigkeit und auch ohne diese zu reduzieren, an uns vorbei. An das Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde hat sich meines Erachtens niemand gehalten“, berichtet Heike Matthies, von der Amphibienschutzinitiative und Mitglied im BUND Werra-Meißner.

Schutzanlagen ungeeignet

Die Schutzanlagen in diesem Bereich sind nicht ausreichend und falsch konstruiert. Als sie gebaut wurden, entsprachen sie dem damaligen Stand der Technik. Heute weiß man, dass die Kröten die kalten Tunnelröhren nicht benutzen. Moderne Anlagen werden heute anders konzipiert. Das Amphibienaufkommen, gerade an der sogenannten „Aueschen Kugel” sei so hoch, dass es zu einer erhöhten Rutschgefahr durch die toten Erdkröten, vor allem für Motorradfahrer, komme, berichten die engagierten Amphibienschützer.

Gefahr für Motorradfahrer

„Es waren einige Motorradfahrer unterwegs. Allerdings fuhr in diesen eineinhalb Stunden kein einziger Lastwagen an uns vorbei. Dabei ist dies ja ein Hauptargument gegen eine Sperrung der Straße. Wir sind sehr dankbar dafür, dass uns und den Amphibien mit einigen Hilfsmitteln, wie Pylonen, Blinklichtern und der Geschwindigkeitsbegrenzung geholfen wird.

Trotzdem halten wir eine Vollsperrung der L3244 in einigen Nächten der Hauptwanderzeit für unumgänglich und zur Zeit für die kostengünstigste und schnell umzusetzende Maßnahme. In Meinhard klappt das seit Jahren sehr gut“, sagt Heike Matthies. Besonders ärgerlich sei es, wenn, wie es in der letzten Woche an der K3 zwischen Meinhard Grebendorf und Jestädt passiert ist, die Sperrung über Nacht von Unbekannten weggeräumt wird. Es sind dort auch Schilder und Sperren gestohlen worden. „Im Moment ist Hochsaison der Amphibienwanderung! Wir können uns nicht die ganze Nacht an die Sperrung stellen und schauen, dass keiner sie wegräumt“, berichtet sie.

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