Gericht spricht Landwirte nach Zug-Unfall mit Rindern frei

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Justizia

Freispruch für die Halter der Rinder, die Anfang vergangenen Jahres bei Oberrieden von einer Lok erfasst wurden.

Eschwege. Der tödlich endende Zusammenstoß zweier Jungrinder mit einer Güterlok auf der Strecke zwischen Bebra und Neu- Eichenberg am 2. Januar des vergangenen Jahres war in der letzten Woche Gegenstand einer Verhandlung vor dem Eschweger Amtsgericht. Die Hauptverhandlung gegen die Eigentümer der Rinder, einem Landwirtehepaar aus dem Grenzgebiet zwischen Thüringen und dem Werra-Meißner-Kreis, endete mit einem Freispruch.

Einzäunung war sachgemäß

Angeklagt wurden die Beiden wegen des Verdachts des fahrlässigen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr. Ihnen war zur Last gelegt worden, dass sie durch unsorgfältiges Verhalten den Ausbruch von vier ihrer Jungrinder verursacht hätten. Die Staatsanwältin und die Richterin sahen es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass die Einzäunung der Weide sachgemäß erfolgte.

In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, dass die Weide mit einem Elektrozaun, der mit zwei und in einigen Bereichen mit drei stromführenden Litzen ausgestattet war, umzäumt worden war. Das entspricht den vom Bundesministerium für Landwirtschaft herausgegebenen Richtlinien. Dies bestätigte auch der als Zeuge geladene Amtstierarzt des Werra-Meißner-Kreises, Dr. Eckhard Schinkel.

Dass es im Jahr 2017 mindestens fünf mal zu Ausbrüchen von Pferden oder Rindern des Betriebes gekommen ist, wurde zwar in der Beweisaufnahme thematisiert, für die Urteilsfindung war es nicht von Belang, da dem Ehepaar im konkreten Fall keine Sorgfaltspflichtverletzung nachgewiesen werden konnte.

Ursache für Ausbruch blieb im Dunkeln

Die Jungrinder haben aus ungeklärter Ursache vor dem Unfall den Zaun zum Teil durchbrochen, Wasser und Futter waren in ausreichender Menge vorhanden. Zwei Tiere sind zu einer nahegelegenen Weide mit anderen Rindern gelaufen, die beiden anderen haben sich weiter von Hof entfernt und wurden rund 900 Meter Luftlinie von der Weide entfernt von der Lok erfasst und getötet.

Warum die Rinder auf die Gleise gelaufen sind und stehen blieben, konnte nicht geklärt werden. Die Landwirte äußerten den Verdacht, dass in der Nacht auf der Bahnbrücke von Jugendlichen gezündetes Silvesterfeuerwerk die Tiere in Panik versetzt haben könnten und sie deshalb weggelaufen seien.

Schaden von über 5000 Euro entstanden

Insgesamt ist an der Lok und Einrichtungen der Bahn ein Schaden in Höhe von 3300 Euro entstanden, der von der Versicherung der Landwirte reguliert werden wird. Der Schaden in Höhe von etwa 2000 Euro, der durch den Tod der beiden Jungrinder entstanden ist, muss von den Landwirten selber getragen werden.

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