Annemarie Rheinländer machte Arbeiter und Jugendliche glücklich

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Annemarie Rheinländer versorgte die Arbeiter am Bebenroth-Tunnel. Aus ihren Geschichten entstand ein Buch, dessen Erlös sie dem Burgenhof spendete.

Werleshausen. 26 Monate lang wurde der alte Bebenroth-Tunnel bei Neuseesen saniert und ausgebaut. 26 Monate, die Annemarie Rheinländer hautnah miterlebte. Denn die Tunnel-Arbeiter wurden quasi zu ihren Jungs. Immer wieder backte sie Kuchen für die Arbeiter der Deutschen Bahn. "Es sollte erst nur einer werden, aber am Ende waren es ganz viele Kuchen", so Annemarie Rheinländer.

Doch nicht nur mit Selbstgebackenem versüßte die Neuseesenerin den Männern an der Bahnstrecke Göttingen-Bebra die Zeit. "Zu jedem Kuchen habe ich auch ein Gedicht oder eine Geschichte geschrieben. Zu allem, was mir gerade in den Sinn kam", erzählt sie.

Der Bauleiter hob jede Zeile auf

Was Annemarie Rheinländer nicht wusste: Bauleiter Martin Fischer hob jede geschriebene Zeile auf, pinnte sie am Wohncontainer an die Wand. Die Idee zu einem kleinen Tunnelbüchlein war geboren. In dem sind Bilder und Verse festgehalten – eine schöne Erinnerung für die Bahnarbeiter an ihre Zeit in Neuseesen.

Dass Annemarie Rheinländer mit ihren guten Taten aber auch noch den Burgenhof Werleshausen der Werraland Werkstätten und die dort lebenden Jugendlichen unterstützen konnte, war für die Frau mit dem großen Herz das i-Tüpfelchen. "Die Arbeiter haben mit meinen Tunnelbüchlein eine amerikanische Versteigerung durchgeführt", berichtet die 77-Jährige. Dabei zahlt jeder, der ein Gebot abgibt, den Differenzbetrag zum vorherigen Gebot. 250 Euro waren am Ende im Pott.

"Im Kinderhaus leben tolle Jugendliche"

Wem sie das Geld spenden wollte, darüber brauchte sie  keine Sekunde nachzudenken. "Natürlich dem Kinderhaus in Werleshausen – dort leben tolle Jugendliche, die sich mit dem Geld etwas Schönes kaufen sollen", sagt sie.

Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Zuhause der insgesamt sieben Jugendlichen erzählte Annemarie Rheinländer nochmals ihre rührige Geschichte und übergab den Geldbetrag. "Wir würden gerne neue Gartenmöbel und einen Sitzsack anschaffen", sagt , die sich stellvertretend für alle Bewohner herzlichst bei Annemarie Rheinländer bedankte.

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