Einbrecher haben keine Ferien

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Jörg Künstler von der Polizeidirketion in Eschwege rät dazu, den Fokus vor allem auf die mechanischen Sicherungen bei Fenster und Türen zu setzen.

Gerade im Sommer geht es für viele ab ins Ausland, weit weg von der heimischen Wohnung und das herrliche Wetter genießen. Damit man bei der Rückkehr keine böse Überraschung erlebt, solle man einige Tipps beachten.

Werra-Meißner.  Mit den Ferien zieht es viele Hessen in die Ferne. Ob ein verlängertes Wochenende in einer der europäischen Metropolen, Familienurlaub am Meer oder eine mehrwöchige Fernreise. Es herrscht die große Urlaubszeit. Damit man nach der Rückkehr aus dem Urlaub keine böse Überraschung erlebt, sollte man vorsorgen. Bereits mit einigen einfachen Tricks kann man schon vermeiden, während des Urlaubs für die Einbrecher quasi das „Tag der offenen Tür“- Schild ins Fenster zu hängen.

Tipps für die Urlaubszeit

Kriminalhauptkommissar Jörg Künstler von der Polizeidirektion in Eschwege ist Ansprechpartner dafür, wie man Einbrüche am ehesten vermeidet. Im Gespräch mit dem MARKTSPIEGEL gibt er Tipps, wie man sein Haus am besten gegen Kriminelle schützen kann, während man selbst im Urlaub ausspannt. Bevor es in den Urlaub geht sollte man Nachbarn oder Freunde darum bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren und die Rollläden abends zu schließen. Zeitungen und Briefe, die den Briefkasten zum Überlaufen bringen signalisieren ebenso wie dauerhaft heruntergelassene Rollläden nämlich ganz klar: Hier ist niemand zu Hause. Es sollte immer der Eindruck vermittelt werden, dass jemand da ist und das Haus mit Leben gefüllt ist, rät Künstler.

Stillschweigen bewahren

Ein weitere Tipp, den der Kriminalhauptkommissar allen Urlaubsreisenden gibt, ist Stillschweigen über die vorübergehende Abwesenheit zu bewahren. Weder der Anrufbeantworter noch die eigenen Posts in den sozialen Medien sollten Auskunft darüber geben, dass man im Urlaub ist. Vorsicht ist auch bei der Beschriftung des Urlaubsgepäcks geboten. Ein Kofferanhänger mit der Heimadresse könne beispielsweise am Flughafen ungebetenen Gästen schnell verraten, wo in den nächsten Tagen Beute gemacht werden kann. Das Wichtigste sei es aber mit technischen Voraussetzungen Einbrechern die Arbeit zu erschweren und zwar nicht nur in der Ferienzeit, so Künstler. „Investitionen in entsprechende mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern kommen Hausbesitzern auch im Urlaub zugute“, weiß der Experte.

Sicherheit fürs ganze Jahr

Es gebe verschiedene Möglichkeiten, um die Einbruchsicherheit für die eigenen vier Wände zu erhöhen. Bei Neubau oder Renovierung des Eigenheims sollte man darauf achten, einbruchshemmende, zertifizierte Fenster und Türen einbauen, so die Empfehlung Künstlers für alle Haus- und Wohnungsbesitzer.

Aber auch ohne große Umbauarbeiten könne man etwas für die Sicherheit des eigenen Zuhauses tun. Für Türen bieten sich Kasten- oder Stangenschlösser sowie Querriegel an. Um alte Fenster zu sichern, sollten einbruchshemmende Sicherheitsbeschläge und abschließbare Fenstergriffe montiert werden. In Nebenräumen, wie beispielsweise Toilette oder Abstellräumen können auch Fenstergitter einen Beitrag zu mehr Einbruchsschutz leisten. Alle technischen Vorkehrungen bringen aber nur dann etwas, wenn sie auch immer genutzt werden, betont der Kriminalhauptkommissar. Auch bei kurzer Abwesenheit sei es wichtig, Türen und Fenster abzuschließen, um ungebetenen Gästen fern zu halten. Ein gekipptes Fenster ist eine Einladung für Einbrecher, so Künstler abschließend.

Extra-Info: Beratung und Förderung vom Staat

Werra-Meißner. Im Rahmen der Sommerkampagne 2018 „Sicheres Hessen - Einbrechern einen Riegel vorschieben“ ist derzeit ein Infomobil des Polizeipräsidiums Nordhessen unterwegs. Geschulte Polizeibeamte geben dabei wertvolle Tipps speziell um das Thema „Wie schütze ich mich vor einem Wohnungseinbruch?“. Am Dienstag, 31.Juli, macht das Infomobil auch im Werra-Meißner-Kreis Halt. Zwischen 10.30 und 13.30 Uhr beantworten die Polizeibeamten auf dem Edeka-Parkplatz in Meinhard-Grebendorf interessierten Bürgern ihre Fragen. Darüber hinaus bieten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen des Polizeipräsidiums Nordhessen kostenlos individuelle Beratung rund um das Thema „Einbruchschutz“ an. Interessierte Hausbesitzer können sich an die Polizeidirektion Werra-Meißner S 05651 – 925-121 oder 925-0 wenden. Im Rahmen der Beratung zeigen Experte die Schwachstellen des Hauses oder der Wohnung auf und geben Empfehlungen, wie diese behoben werden können. Für den Einbau von einbruchshemmenden Türen und Fenstern sowie Nachrüstung von Einbruchsicherungen rund um Haus und Wohnung bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanzielle Förderung in Form von Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten.

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