Arbeitslosigkeit im Werra-Meißner-Kreis steigt - Kurzarbeit wird von vielen Firmen genutzt

Der Corona-Virus wirkt sich stark auf die Arbeitslosenzahlen und freien Stellen aus

Werra-Meißner. Die Corona-Krise trifft auch den heimischen Arbeitsmarkt mit voller Wucht. Die Arbeitslosenzahlen schnellen in die Höhe, die Stellenofferten sinken dramatisch ab. Kaum sechs Wochen nach Beginn der Epidemie spiegelt die Aprilstatistik für den Agenturbezirk Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner- Kreis) die Corona-Lage der heimischen Wirtschaft wider.

So sind aktuell 17.551 Jobsuchende bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 13,5 Prozent mehr als im März und 19 Prozent mehr als im April 2019. Die Arbeitslosenquote meldet sich mit 6,1 Prozent und liegt damit 0,7 Punkte über dem Vormonat und 0,9 Punkte über dem Vorjahresmonat. „Die schlechten Aprilzahlen sind erst die Vorboten eines Wirtschaftstiefs, das uns die nächsten Monate begleiten und enorm herausfordern wird“, ist sich Agenturchef Detlef Hesse sicher.

 „Gleichzeitig ist auch der Bestand an offenen Stellen um mehr als ein Drittel drastisch zurückgegangen, weil freie Jobs erst gar nicht gemeldet oder storniert wurden“, erläutert Detlef Hesse die schwierige Lage weiter. 5012 geprüfte Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für 70.244 Beschäftigte im Agenturbezirk Kassel im März und April Stattdessen nutzten regionale Betriebe in immens großer Anzahl das Instrument der Kurzarbeit, um in der Krise ihre Belegschaft zu halten.

„Wir registrierten im April 2491 geprüfte Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für 25.913 Beschäftigte, im März waren es bereits 2521 für 44.331 Mitarbeiter“, berichtet Detlef Hesse und betont: „Das ist eine KUG-Nachfrage bislang unbekannten Ausmaßes und zieht sich durch alle Branchen und Betriebsgrößen.“

„In Kurzarbeit zu gehen statt Stellen abzubauen, ist aktuell ganz offensichtlich für viele Arbeitgeber das Mittel der Wahl und absolut begrüßenswert“, unter- streicht der Agenturchef. „Allerdings müssen wir dennoch mit einem sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit und auch einer Vielzahl an Insolvenzen in den nächsten Monaten in der Region rechnen.“  

Insgesamt 2889 Menschen sind im Werra-Meißner-Kreis arbeitslos gemeldet. Das sind 494 Personen mehr als im März (+ 20,6 Prozent) und 410 Jobsuchende mehr als im April 2019 (+ 16,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist 5,5 Prozent. Im Vormo- nat lag sie bei 4,6 und im Vorjahr bei 4,8 Prozent. Der Bestand offener Stellen ist mit 417 niedriger als im Vormonat (- 111 Stellen oder - 21 Prozent) und im Vorjahr (- 256 Stellen oder - 38 Prozent).

Rubriklistenbild: © Eva Sorembik

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