Außenminister Maas spricht in Imshausen zum 75. Jahrestag des Hitler-Attentates

Außenminister Heiko Maas sprach bei der Gedenkfeier für den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz in Imshausen.
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Außenminister Heiko Maas sprach bei der Gedenkfeier für den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz in Imshausen.
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Außenminister Heiko Maas sprach bei der Gedenkfeier für den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz in Imshausen.

Bei der Gedenkfeier für den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz, ruft Außenminister Heiko Maas zur Verteidigung der Demokratie auf.

Imshausen Vor mehreren hundert Menschen würdigt Außenminister Heiko Maas bei der Gedenkfeier für Adam von Trott zu Solz den Mut und den Einsatz des Widerständlers. Der Diplomat sei ein Beispiel dafür, dass Heimatliebe und Weltoffenheit zwei Seiten einer Medaille seien. Er habe als Mitglied des Kreisauer Kreises Ideen entwickelt, die wegweisend für Europa geworden seien.

Den Begriff Heimat nicht den Rechten überlassen

 „Wir dürfen den Begriff Heimat nicht denjenigen überlassen, die ihn umdeuten wollen“, sagt Maas. Nationalisten und Populisten manipulierten bewusst mit Sprache und strebten damit Grenzverschiebungen an. Extremismusforscher warnten derzeit vor einer Verrohung der Sprache“ berichtet er. Maas warnte vor den Hasstiraden aus dem Internet und davor, dass „irgendwann ein Wütender die Computertastatur gegen die Waffe tauscht.“

Am Kreuz, das zu Ehren von Adam von Trott zu Solz von seinen Brüdern errichtet wurde, rief er dazu auf, die Demokratie gegen die Angriffe zu verteidigen. „Heute ist es leichter, Zivilcourage zu zeigen, denn die Demokraten sind in der Mehrheit“, formulierte der Außenminister. Wenn man bedenke, welchen Preis Adam von Trott zu Solz und seine Mitstreiter bereit waren zu zahlen, könne man dies bewundern. Die radikalisierten Rechten seien zwar laut, aber sie seien nur eine Minderheit, dessen müsse man sich bewusst sein.

Gedenken an Dr. Walter Lübke

Maas gedenkt in seiner Rede auch dem mutmaßlich von einem rechtsextremen Täter erschossenen Regierungspräsidenten von Kassel, Dr. Walter Lübke. „Der Tod von Walter Lübke hat tiefe Trauer und Entsetzen ausgelöst. Er ist für uns alle eine Zäsur. Er hat die Demokratie mitten ins Herz getroffen“, sagt Maas. Die Tat mache deutlich, dass es in Deutschland ein Problem mit rechtem Terror gibt. Er warnt davor, sich Angst einjagen zu lassen von dieser Tat, denn Angst sei ein schlechter Ratgeber.

Widerstandskämpfer lange nicht gewürdigt

„Hier hilft die Erinnerung an die Männer und Frauen des Widerstands, die wussten, dass sie sich und ihre Familien in Gefahr brachten. Sie stellten sich mutig in den Weg.“ Nach dem Krieg seien die Widerstandkämpfer des 20. Juli lange Zeit als Verräter angesehen worden, daran hätten auch ihre Nachkommen lange zu leiden gehabt. Auch seine eigene Behörde, das Auswärtige Amt, sei da lange keine Ausnahme gewesen.

Zu der Rolle der Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz sagt Maas: „Sein Verrat war in Wirklichkeit kein Verrat, es war in Wahrheit ein Sieg der Menschlichkeit.“ Die Widerstandskämpfer des 20. Juli stehen nach seiner Ansicht für den Mut zum Handeln und der sei heute genauso notwendig wie vor 75 Jahren.

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