Baden im Meinhardsee ist nicht mehr möglich

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Christoph Bergner hat die Konsequenzen gezogen und schweren Herzens den Badebetrieb im Meinhardsee abgemeldet. An den Algenresten auf der Rutsche kann man deutlich erkennen, wie stark der Wasserstand im Meinhardsee gefallen ist.

Christoph Bergner, Betreiber des Camping Parks am Meinhardsee, hat den dortigen Badebetrieb abgemeldet. Gründe sind unter anderem rückläufige Besucherzahlen und der sinkende Wasserstand.

Meinhard - Jahrzehntelang war der Meinhardsee im Sommer eine der Bademöglichkeiten im Werratal. Tausende von kleinen und großen Badegästen erfreuten sich an den großzügigen Liegeflächen, hatten Spaß auf der langen Rutsche oder stürzten sich verwegen vom Eisberg ins kühlende Nass. Auf den Spielplätzen tummelten sich die Kinder und gerade wenn im Werratalsee wieder einmal Algenalarm war, konnte man im Meinhardsee meist immer noch Badespaß genießen. Das ist jetzt Vergangenheit, denn im nächsten Sommer wird kein Badebetrieb mehr stattfinden. Der Eigentümer des Sees und Betreiber des Camping Parks, Christoph Bergner, hat den See als Badegewässer abgemeldet.

Badebetrieb war ein Zuschussgeschäft

„Es tut mir wirklich sehr leid, aber der Badebetrieb war schon seit sechs oder sieben Jahren ein Zuschussgeschäft, das mich jedes Jahr 10.000 bis 20.000 Euro kostete“, berichtet Bergner. Er hat das Gelände 2008 gekauft und betreibt seitdem auch den Campingplatz dort. Insgesamt rückläufige Besucherzahlen sind der eine Faktor, für Bergner sind aber ganz besonders die hohen gesetzlichen Anforderungen für den Betrieb einer Badestelle ein Problem.

Bis zum letzten Jahr war das Ende der Rutsche noch unterhalb der Wasseroberfläche des Meinhardsees. Im Sommer ging der Wasserspiegel soweit zurück, dass ihr Betrieb unmöglich wurde und das Seebad um eine Attraktion ärmer war.

Er muss als Privatperson, sobald das Seebad geöffnet hat, dafür sorgen, dass ein Schwimmmeister und eine weitere Person, die einen Rettungsschwimmerschein hat, anwesend ist. Früher sei dies durch ehrenamtliche Mitarbeiter abgedeckt worden, das sei aber heute nicht mehr möglich und so entstehen hohe Personalkosten. Im vergangenen Sommer sei es dann auch vorgekommen, dass der angestellte Schwimmmeister über Wochen krankheitsbedingt ausgefallen ist. Eine Vertretung sei nicht zu finden gewesen, so dass bei schönstem Sommerwetter der Badebetrieb nicht angeboten werden konnte. Da habe er sich von Badewilligen Einiges anhören müssen, berichtet er.

Sinkender Wasserstand

Eine weitere Schwierigkeit sei der sinkende Wasserstand im See. Er wird gespeist von dem Überlauf des benachbarten Bootssees. Die letzten beiden, trockenen Sommer haben aber dazu geführt, dass der See nicht befüllt wurde. Aus diesem Grund musste der schwimmende Eisberg, eine Attraktion gerade für ältere Kinder und Jugendliche, abgebaut werden, weil die Verletzungsgefahr zu hoch war.

Genauso erging es auch der Rutsche, sie kann nicht benutzt werden, weil die Ansaugvorrichtung für die Wasserspülung der Rutsche inzwischen auf dem Trockenen liegt und die Wassertiefe an ihrem Fuß nicht mehr ausreicht, die Verletzungsgefahr ist zu groß. „Ich habe mit der Gemeinde Gespräche geführt, aber die steht unter dem Schutzschirm und da kam keine Unterstützung“, berichtet er. Man merkt ihm an, dass ihm der Entschluss zur Aufgabe des Badebetriebs nicht leicht gefallen ist.

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