Bauern im Werra-Meißner-Kreis protestierten gegen neue Gesetze

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Beteiligte Landwirte am Protest: (v.li.) Gertenbach Philip Faust, Freudenthal Tobias Stanzel, Ziegenhagen Ralf Ehrenberg, Unterrieden Wolfgang Funke, Hebenshausen Lukas Wentrot, Neuseesen Stefan Wetekam.

Die Bauern im Kreis haben genug vom Stellen Protest. Jetzt protestierten Sie mit Ihren Traktoren auf der Straße

Werra-Meißner. „Die Rahmenbedingungen für uns sind dahin geändert wurden, dass es schwer wird, in Deutschland Landwirtschaft zu betreiben“, erklärte Philip Faust am Mittwochnachmittag auf dem Dorfplatz in Gertenbach.

Der Landwirt, der seinen Hof im Ort hat, hatte sich an diesem Nachmittag mit fünf anderen Bauern zusammengefunden, um gemeinsam mit ihren Traktoren ihren Unmut über das anstehende Agrarpaket Luft zu machen. Dafür waren Schlepperfahrten mit sechs Fahrzeugen zum Autobahnkreisel in Hedemünden, zum Stadtkreisel in Witzenhausen und eine Demonstrationsfahrt durch die Stadt geplant.

„Das geschieht auch in Solidarität mit den Landwirten in Holland“, sagte Faust vor der Kulisse von sechs Treckern in einsetzender Dämmerung. „Die trifft es genauso hart und zusätzlich haben sie von oben ein Demonstrationsverbot aufgebrummt bekommen, das haben wir in Deutschland zum Glück nicht.“

Landwirt Wetekam aus Neuseesen stimmte in die Erklärung ein: „Die grünen Kreuze, die im September von Landwirten aus ganz Deutschland aufgestellt wurden (der Marktspiegel berichtete), waren der stille Protest.“ Diese Art von Protest habe allerdings überhaupt nichts gebracht.

„Das ist jetzt die Weiterentwicklung“, sagte Wetekam. Während es bei der Aktion mit den grünen Kreuzen vor allem um das Glyphosatverbot ging, ging es am Mittwoch bei dem Protest im Landkreis um die Beschneidung der Düngemöglichkeiten der Bauern. Das neue Agrarpaket sehe vor, dass nur noch 80% des jetzigen Düngeeinsatzes gegeben sein darf.

„Qualitätsweizen ist dann für uns nicht mehr möglich“, sagte Landwirt Ralf Ehrenberg aus Ziegenhagen. Die Quantität, also der Ertrag sei dabei nicht das Problem, aber „die inneren Qualitäten, also der Eiweißanteil und die Backqualitäten des Getreides sind für uns Bauern dann nicht mehr zu erreichen.“

Er könne es auch nicht verstehen, sagte Ehrenberg, „dass das Agrarpaket keine Unterschiede für verschiedene Regionen macht“. So gäbe es „Rote Gebiete“ (Regionen mit viel Vielhaltung), wo eine erhöhte Nitratbelastung im Boden festgestellt werden würde. „Für den Kreis Witzenhausen trifft das aber nicht zu, wir sind keine rote Region.“

Für eine nicht erhöhte Nitratbelastung also die gleichen Auflagen zu machen, wie für die Gebiete, wo es wirklich sinnvoll ist, könne der Landwirt nicht nachvollziehen. Der Neuseesener Wetekam pflichtet bei: „Umweltministerin Schulze und die gesamte Politik schiebt uns den schwarzen Peter zu, wir als Landwirte hören immer nur, ihr seid schuld.“ „Dabei“, fügte der Landwirt an, „sind wir bereit, Umweltschutz zu machen. Aber unser Wunsch an die Politik ist, dass sie nicht gegen uns Umweltschutz machen, sondern mit uns zusammen.“

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