Als Ausgleichsmaßnahme gepflanzt: Die Geschichte der zehn Bäume von Rommerode

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Die zehn Bäume am Sportplatz in Rommerode haben ihren Standort einer Schutzhütte zu verdanken.

Da die Schutzhütte bei Rommerode in einem Fauna-Flora-Habitat errichtet wurde, mussten Ausgleichsmaßnahmen her. So fanden zehn Bäume ihren Platz am Sportplatz.

Rommerode. Eine Schutzhütte am Wanderweg ist für die Meisten bloß ein Objekt, dass kaum Beachtung findet, außer man kommt gerade bei einem Regenschauer an der Hütte vorbei. Dann genießt der Unterschlupf die volle Beachtung der Wanderer und die Erbauer den Dank der Schutzsuchenden. Doch hinter solch einer Hütte, wie sie auch die Jagdgenossen von Rommerode zwischen ihrem Heimatdorf und Friedrichsbrück errichtet haben, stecken auch andere Geschichten. Geschichten, die Nerven gekostet und viel Zeit in Anspruch genommen haben. Besagte Hütte wurde nämlich in einem Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) errichtet, einem besonderen Naturschutzgebiet. Wenige Quadratmeter umfasst die offene Hütte, die zwar mehr Charme als ein Haltestellenhäuschen besitzt, aber nicht größer ist. Insgesamt eine Hainbuchenhecke und vier Ebereschen galt es als Ausgleichsmaßnahme zu pflanzen, aus denen im Laufe des Prozesses zehn Obstbäume wurden.

Zum Vergleich: Der Ausbau der naheliegenden Landesstraße zwischen den beiden Ortsteilen zog dreißig Obstbäume als Ausgleich nach sich. Allerdings war dies auch kein FFH-Gebiet, dass durch die Straße bebaut wurde. Die Jagdgenossen wollten also ihrer Pflicht nachkommen und zunächst die gewünschte Hainbuchenhecke und vier Ebereschen pflanzen. Doch leider entpuppte sich der vorgegebene Standort der Unteren Naturschutzbehörde als problematisch.

Erster vorgeschlagener Standort war ungeeignet

„Es wäre nicht sehr klug gewesen, mit Schaufeln und Spitzhacken Löcher an einer 20 KV Leitung zu graben, um dort Bäume zu pflanzen“, so Künzel. In der Erde verbarg sich ein Stromkabel, das dort niemand auf dem Schirm hatte. Also sollten die Jagdgenossen neue Ausgleichsgebiete vorschlagen. Aus deren Sicht kein leichtes Unterfangen, kannten sie sich doch nicht mit den Regeln aus, die es zu beachten galt. „Mehrere Alternativvorschläge mussten, weil fachlich ungeeignet, abgelehnt werden. Beispielsweise Anpflanzungen in Naturschutz- bzw. FFH-Gebieten, für die eine Offenhaltung vorgesehen sind“, erklärte Jörg Klinge zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Kreis. Auch den Vorschlag, Obstbäume auf Privatgrundstücken der Jagdgenossen zu pflanzen wurde abgelehnt.

„Auf Anpflanzungen, die in Privatgärten im Innenbereich erfolgen, besteht behördlicherseits in Zukunft rechtlich keinerlei Zugriffsmöglichkeit. Derartige rechtlich nicht gesicherten Ausgleichsmaßnahmen stehen nicht im Einklang mit den naturschutzrechtlichen Bestimmungen“, so Klinge. Da der Jagdgenossenschaft die Ideen ausgegangen sind, bat man die Stadt Großalmerode um Hilfe.

Eine geeignete Fläche fand man dann auch, Ortsrandlage neben dem Sportplatz. Für die Jagdgenossen nicht ganz nachvollziehbar, mussten die Löcher für die Bäume schließlich in den Boden gebohrt werden, da dieser recht steinig ist. Doch für die Bäume sei dies laut Behörde kein Problem und die Pflanzen entsprechend geeignet. Die Jagdgenossen nahmen es hin, sie wollten es endlich abschließen. Doch eins stößt ihnen noch immer auf. Die Pflege und der Erhalt der Bäume. Natürlich wollen die Jagdgenossen, dass die Bäume nachhaltig gepflegt werden. „Dass Ausgleichsmaßnahmen gepflegt werden müssen (...) liegt in der Natur der Sache“, so Klinge. Die Ausgleichsmaßnahem von der Verbreiterung der Landesstraße stößt den Jagdgenossen daher auf. „Von den 30 Bäumen stehen nur noch zwei, der Rest ist eingegangen“, erklärt Jagdvorsteher Helmut Künzel.

Wer also demnächst an solch einer Schutzhütte am Wegesrand vorbeikommt, sieht eine solche Ansammlung von Brettern, Holz und Dachabdeckung vielleicht mit anderen Augen.

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