Ein bekanntes Gesicht wieder im Amt: Steffen Rödel ist erneut Stadtbrandinspektor.

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Steffen Rödel ist wieder Stadtbrandinspektor von Hessisch Lichtenau.

Seit Kurzem ist das Amt des Stadtbrandinspektors von Hessisch Lichtenau wieder neu besetzt. Die Wahl fiel dabei auf Steffen Rödel, der aus diesem Grund sein Amt als Stadtverordneter niederlegte. Über die Hintergründe sprach er nun mit dem Marktspiegel.

Hessisch Lichtenau. Steffen Rödel ist seit Kurzem wieder Stadtbrandinspektor von Hessisch Lichtenau. Bis Oktober des vergangenen Jahres übte er das Amt schon einmal aus, legte es jedoch nieder. Ein Grund dafür sei damals neben beruflichen Ursachen auch der Führungsstil des Bürgermeisters gewesen. „Das ist inzwischen bereits allgemein bekannt“, erklärt Steffen Rödel. Damals wurde auch seitens des MARKTSPIEGELs die Frage aufgeworfen, ob hier Politik und Feuerwehr vermischt wurden, als Rödel das Amt niederlegte. Vor diesem Hintergrund trafen wir den neuen Stadtbrandinspektor von Hessisch Lichtenau.  

MARKTSPIEGEL (MS): Im vergangenem Jahr legten Sie das Amt als Stadtbrandinspektor aus beruflichen Gründen und wegen des Umgangs mit dem Bürgermeister bezüglich des Personals nieder, jetzt sind sie doch wieder Stadtbrandinspektor, was hat sich geändert?

Steffen Rödel: Nachdem sich gezeigt hat, dass mein Nachfolger Falk Klingbeil das Amt niederlegen wird, wollte ich die Feuerwehrkameraden und -kameradinnen nicht im Stich lassen. Wenn sich jemand ehrenamtlich engagiert, dann soll die Person dies auch mit Freude machen können. Die Führungskräfte der Feuerwehr und ich haben auch mit dem Magistrat gesprochen, um die Situation zu analysieren. Die Politik und der Magistrat stehen hinter der Feuerwehr.  

MS: Auch unsere Zeitung hatte die Frage aufgeworfen, ob bei der Entscheidung im vergangenem Jahr, das Amt nicht mehr auszuüben, politische Interessen eine Rolle gespielt haben, da Sie als Stadtverordneter für die SPD-Fraktion tätig waren, der Bürgermeister jedoch aus den Reihen der CDU gestellt wird?

Rödel: Meine Entscheidung war persönlicher Natur und hatte nichts mit der Politik zu tun. Mit meinem Rücktritt wollte ich die Mitglieder der Feuerwehr schützen, falls es an meiner Person gelegen hat, da es meiner Meinung nach Differenzen zwischen Feuerwehr und Bürgermeister gegeben hat. Zum 31. Juli lege ich mein Mandat als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung nieder. Dabei geht es mir nicht darum, dass man mir Konflikte zwischen meinem politischen Amt und meiner Tätigkeit als Stadtbrandinspektor nachsagen könne. Auch in der Vergangenheit gab es dabei keine Konflikte für mich. Mein Amt als Stadtverordneter lege ich nieder, damit ich mich voll und ganz auf die Feuerwehr und das Wohl der Mitglieder konzentrieren kann.  

MS: Was werden dabei ihre Aufgaben sein, in der jüngeren Vergangenheit wurde auch immer wieder die Position eines zweiten Stellvertreters genannt?

Rödel: Ja, das stimmt. Wir wollen die stetig wachsenden Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen, dazu müssen wir allerdings die Satzung ändern, damit wir einen zweiten stellvertretenden Stadtbrandinspektor wählen können. Man sollte generell mehr darauf achten, dass die Freiwillige Feuerwehr eben freiwillig ist und man den Menschen, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen, nicht zu viele zusätzliche Verwaltungsarbeiten auferlegt. Für die Position eines möglichen zweiten Stellvertreters gibt es bereits einen Interessenten. Generell müssen wir aber auch neue Möglichkeiten schaffen, dass die Einsatzabteilungen von den kleineren Wehren zusammengelegt werden können. Die Dörfer sind stark vom demografischen Wandel betroffen, dem muss sich auch die Feuerwehr anpassen. Mit der A44 haben wir eine weitere große Herausforderung.  

MS: Wie sieht es bei dem Material aus? 

Rödel: Natürlich müssen neue  Einsatzfahrzeuge beschafft werden. Bei den beiden letzten Ausschreibungen waren die Budgets zu niedrig angesetzt, dafür konnte jedoch niemand etwas, da die Preise gestiegen sind. Ein Fahrgestell kostete noch vor über einem Jahr rund 80.000 Euro, inzwischen liegen wir dafür bei 100.000 Euro, weil jetzt ein Fahrgestell mit Euro 6 statt Euro 5 Norm angeschafft werden muss.  

MS: Wie ist der Stand bei den Gerätehäusern, auch hier haben sich Vorschriften geändert.

Rödel: Ja, hier haben wir von Ort zu Ort unterschiedliche Situationen, in Quentel und Reichenbach haben wir eine sehr gute Ausstattung. Wickersrode hingegen erfordert dringend Handlungsbedarf, in Hollstein haben wir ein sehr gutes Provisorium, wo man die leerstehende Mietwohnung des Dorfgemeinschaftshauses für die Feuerwehr zur Verfügung gestellt hat und diese als Räumlichkeiten für die Einsatzkräfte nutzt. In Küchen müssen wir schauen, ob saniert oder neu gebaut wird. Baustellen gibt es also sehr viele.   

MS: Man hat vor allem in Überregionalen Medien immer wieder von steigender Respektlosigkeit gegenüber den Rettungskräften gelesen, können Sie dies für Hessisch Lichtenau bestätigen?

Rödel: Für unsere Region kann ich das nicht bestätigen, natürlich gibt es auch mal nicht ganz so nette Zeitgenossen, aber die Feuerwehrkameraden und -kameradinnen genießen den Respekt der Menschen. 

MS: Herr Rödel, wir danken für das Gespräch.

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