Bekenntnisse zur Integration

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Politiker, Flüchtlinge und Helfer tauschten sich beim gemeinsamen Mittagessen in den Räumen der Werkstatt für junge Menschen e.V. aus.

Eschwege. Bei einem gemeinsamen Essen informierten sich der Bundestagsabgeordnete und Staatsminister für Europa, Michael Roth (SPD), und Landrat Stefan Reuß (SPD) am Montag über die Situation von Flüchtlingen und die Arbeit der Werkstatt für junge Menschen e.V..

"Wenn wir Menschen zusammenbringen, wird deutlich, wie viele Gemeinsamkeiten sie haben", sagte Werkstatt-Vorstand Bernd Hirschfelder. Gemeinsame Mahlzeiten eigneten sich dafür am besten – aller Sprachbarrieren zum Trotz. "Wenn man sich verstehen will, versteht man sich auch", sagte Hirschfelder.

Dass dies am Montag ohne Zuhilfenahme von Händen und Füßen gelang, dafür sorgten Hend Claus und Martha Atamssa, die für die arabische, tigrinische und amharische Übersetzung sorgten. So hatten die Asylbewerber, die unter anderem aus Eritrea, Äthiopien, Syrien, dem Iran und Somalia stammten, die Gelegenheit, Roth ihre Sorgen und Nöte vorzutragen.

"Sie gehören zu unserer Gesellschaft dazu"

Der gab ein klares Bekenntnis zur Aufnahme von Flüchtlingen ab: "Sie sind keine Last, sondern Sie gehören zu unserer Gesellschaft dazu." Roth betonte jedoch auch, dass Integration keine Einbahnstraße sei. Als wichtigen Schritt zur besseren Integration bezeichnete er die Gesetzesänderung, die es Asylbewerbern nach drei Monaten erlaubt, eine Arbeit aufzunehmen.

Bei der Werstatt für junge Menschen steht die Aktivierung der Asylbewerber seit langem hoch im Kurs. Beispielhaft dafür steht das Programm "Refuge", das es Flüchtlingen ermöglicht, gemeinnützige Arbeit zu leisten. Sie werden für 20 Stunden pro Woche im Zweckbetrieb Naturschutz und Landschaftspflege der Werkstatt eingesetzt und erhalten zusätzlichen Sprachunterricht.

Isolation durch gemeinnützige Arbeit durchbrechen

Neben der Werkstatt tragen das Diakonische Werk Eschwege-Witzenhausen, die Arbeiterwohlfahrt und der Werra-Meißner-Kreis das Projekt. Dessen Prämisse: Konflikten und Krankheiten durch sinngebende Arbeit vorbeugen und dabei helfen, aktiv mit Menschen in Kontakt zu kommen.

So soll "Refuge" nach dem Willen der Initiatoren der Anstoß zu weiteren Projekten dieser Art sein.  In diesem Zusammenhang betonte Landrat Reuß nocheinmal, dass die Politik auf die Hilfe von Institutionen und Privatpersonen angewiesen sei. "Der Landkreis kann lediglich die Basisversorgung bieten", sagte er.  Und selbst diese Leistungen würden finanziell nur zu rund 60 Prozent vom Land gedeckt.

Ebenso wie sein Parteifreund Roth macht Reuß in Eschwege und Umgebung allerdings eine ausgeprägte Willkommenskultur aus – und wenn diese Bestand habe, könne vieles gelingen.Im Anschluss an die Diskussion zogen sich Hirschfelder sowie Verwaltungsratsvorstand Ralph Beyer und Verwaltungsratsmitglied Hans Giller mit Roth und Reuß zurück, um den Politikern ihren Wunschzettel zu überreichen – passend zur Jahreszeit.

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