Braunes Gedankengut ist nicht tragbar!

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Ein Kommentar von Sonja Liese zum AfD-Politker Björn Höcke.

Thüringens AfD-Fraktionsvorsitzender Björn Höcke ist derzeit wohl einer der umstrittensten Politiker in Deutschland. Der Grund: Sein verstörendes rechtsradikales Auftreten auf einer Demonstration gegen die Asylpolitik. In diversen sozialen Netzwerken wurden bereits einschlägige Vergleiche mit Aktivisten der NS-Zeit gezogen. Höckes Rede sei ein Abklatsch vom Chefpropagandisten der Nazis, Joseph Goebbels, heißt es hier. Die AfD streitet vehement die Vorwürfe ab, dass Höcke ein Nazi sei – aber das sollte doch lieber jeder selbst beurteilen, welche Tendenzen Menschen haben, die derartige Reden schwingen, um Hetze gegen Ausländer zu betreiben. Zu behaupten, dass Syrer, Afghanen oder Senegalesen doch noch ihre Länder hätten, ist schon ziemlich armseelig, liegt doch in den zerbombten Ländern alles in Schutt und Asche. Von Heimat kann hier keine Rede mehr sein. Und dann im gleichen Atemzug zu sagen, dass wir keine Heimat mehr haben, wenn wir unser Deutschland verlieren, das grenzt schon an Dummheit. An wen wollen wir denn unser Land verlieren? An Menschen, die Zuflucht in unserer Heimat suchen? An Menschen, die ihre Familien retten oder vielleicht einfach nur ihren eigenen Arsch in Sicherheit bringen wollen?Dass so ein Typ Politiker geworden ist, das ist schon schlimm genug. Mit der AfD hat er ja den perfekten "Verein" gefunden. Aber dass der ehemalige Lehrer aus Bad Sooden-Allendorf auch noch Kinder und Jugendliche unterrichtet hat bzw. auch wieder unterrichten könnte, das löst einfach nur noch Kopfschütteln aus. Die Fächerkombination Sport und Geschichte ist dabei sehr geschickt gewählt, um eine Punktlandung mit dem braunen Gedankengut zu landen. Ehemalige Schüler Höckes, die die Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf besucht haben, beschreiben Höcke als sehr netten und aufgeschlossenen Lehrer, der auch mal zu Späßen aufgelegt war. Dennoch blitzten nach Aussagen der Schüler immer wieder einschlägige rechte Äußerungen durch, die unter die Gürtellinie gingen.Die Forderung von SPD-Politiker Günter Rudolph gegenüber Kultusminister Lorz ist daher mehr als berechtigt. Auf jeden Fall sollte spätestens bei einer möglichen Rückkehr Höckes als Lehrer überprüft werden, ob dieser hierfür überhaupt noch tragbar ist.

Ein erster Schritt, um den Politiker in die Schranken zu weisen, ist bereits getan. Als Reaktion auf den TV-Auftritt bei Günther Jauch liegt nun eine Anzeige gegen den Thüringer Landtagsabgeordneten wegen Volksverhetzung vor. Gut so!

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