Pro & Contra zur geplanten Verfüllung der Sandgrube Braunrod

Die geplante Verfüllung der Sandgrube Braunrod erhitzt die Gemüter. Ein Pro&Contra von Sonja Liese und Florian Renneberg.
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Die geplante Verfüllung der Sandgrube Braunrod erhitzt die Gemüter. Ein Pro&Contra von Sonja Liese und Florian Renneberg.

Die Verfüllung der Sandgrube Braunrod erhitzt die Gemüter. Ein Pro&Contra von Marktspiegel-Redaktionsleiterin Sonja Liese und Redakteur Florian Renneberg.

Meinhard.  Die geplante Verfüllungder Sandgrube Braunrod erhitzt die Gemüter. Während Naturschützer um den dort entstandenen Lebensraum fürchten und Anwohner Sorge um den Zustand der Straßen und die Verkehrssicherheit haben, pocht die Firma August Oppermann auf das Bergrecht. Das sieht unter anderem die Sicherung der Steilhänge auf dem ehemaligen Sandabbaugebiet vor.   

Pro von Florian Renneberg

Ein bisschen habe ich mich auf der Info-Veranstaltung am Dienstag an das Wort des Jahres 2016 erinnert gefühlt: postfaktisch.

Wäre es schöner, wenn der Lebensraum in Braunrod unangetastet bliebe? Ja! Wäre es den Grebendorfern zu wünschen, dass keine 1.400 Lkw binnen sechs Wochen über ihre Straßen rattern? Absolut! Aber es geht in diesem Fall nicht darum, was wir uns wünschen, sondern darum, was erforderlich ist, um die Sicherheit auf dem ehemaligen Sandabbau-Gelände dauerhaft zu gewährleisten.

Und glaubt man den Fachleuten, führt kein bekannter Weg an der Verfüllung der Grube vorbei – im übrigen inklusive anschließender Renaturierung. Hier geht es nicht um Willkür, sondern um hohe Güter: nämlich Recht und Sicherheit. Die können wir nicht nur fordern, wenn es uns passt – wir müssen sie auch akzeptieren, wenn es schwerfällt.

Auch die Straßen sind laut Fachleuten nicht in Gefahr. O-Ton: „Sie sind für diesen Verkehr ausgelegt.“

Wir täten gut daran, Menschen, die sich intensiv mit einer Materie beschäftigen, wieder mehr Glauben zu schenken anstatt auf unser Bauchgefühl zu hören und den Teufel an die Wand zu malen.

Contra von Sonja Liese

Bergrecht hin – Bergrecht her. Irgendwie kann ich den Unmut der Meinharder Bürger schon verstehen. Auf der einen Seite liegt dieses Loch seit zig Jahren brach, wobei es keine Sau interessiert hat, ob sich hier jemand das Genick bricht oder nicht. Ob die vielleicht vorkommenden Kammmolche mit Müll beschmissen oder von Quads überfahren werden, war auch nicht relevant. Niemanden hat diese Grube gestört – ganz im Gegenteil. Sie hat sich als wunderbares Domizil für Mensch und Natur entpuppt. Niemand wurde verletzt und keiner ist gestorben. Und jetzt soll diesem natürlich entstandenen Biotop einfach der Gar ausgemacht werden – den darin lebenden Tieren gleich mit.

Die Frage stellt sich: Warum gerade jetzt? Ist woanders kein Platz mehr, um die überschüssige Erde der A44 unterzubringen. Ist es nicht einfach eine schnelle Entsorgung auf Kosten der Natur?

Stellt sich noch die Frage nach der Sicherheit. Für die könnte problemlos mit Absperrzäunen und Warnschildern gesorgt werden. Aber nach Alternativen wird hier nicht wirklich gefragt.

Hier geht es letztendlich um das Bergrecht, oder soll ich lieber sagen ums Prinzip?

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