Bürgerdialog liefert Ansätze für Erhalt von alter Bausubstanz

Bürgerdialog in Eschwege: Dominik Reimann von der KEEA pinnt Bürgerideen an die Pinnwand
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Bürgerdialog in Eschwege: Dominik Reimann von der KEEA pinnt Bürgerideen an die Pinnwand

Bürgerdialog lieferte erste Projektansätze für den Erhalt der historischen Bausubstanz in der Eschweger Altstadt.

Eschwege. Wie können wir unsere historische Bausubstanz für die kommenden Generationen erhalten? Diese Frage stellte Bürgermeister Alexander Heppe zu Beginn des Bürgerdialoges zum Modellprojekt "Integrierte energetische Quartierssanierung" im Eschweger Rathaussaal.Die Zahl von 30 Teilnehmern zeigte das Interesse der Bürger an einer intensiveren Zusammenarbeit mit der Stadt. Moderatorin Karolin Stirn, Projektleiterin Stadtentwicklung Nord der NH-ProjektStadt aus Kassel, sagte: "Mehrfach wurde der Wunsch nach einem Kümmerer geäußert, der unkompliziert weiterhilft."

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Die gibt es andernorts bereits, wie Fachwerk-Journalistin Diana Wetzestein aus Wanfried ausführte: Während in Hann. Münden Denkmalaktivist Bernd Demandt als ehrenamtlicher Ansprechpartner für die Bürger da sei, übernehme das in Wanfried die Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser, und in Witzenhausen bietet der Bürgerverein Bau- und Wohnkultur eine monatliche Fachwerksprechstunde an. "Hier investieren Bürger ihre Freizeit in die Stadtentwicklung", erklärte Wetzestein. Anhand verschiedener  Beispiele erläuterte sie zudem, wie groß das Interesse an alter Bausubstanz ist.

"Kommunen mit Bürgerengagement und Netzwerken meistern den demografischen Wandel besser", betonte Dr. Uwe Ferber, Projektgruppe Stadt + Entwicklung aus Leipzig. Er referierte über gelungene Praxisbeispiele anderer Fachwerkstädte – etwa die Belebung der Innenstadt in Wernigerode durch einen Wettbewerb zur privaten Hofgestaltung.Eschwege hat mit der Broschüre "Eschwege den Hof machen" im vergangenen Jahr ähnliche Anregungen  gegeben. "Eschwege ist immer aktiv dabei, wenn es um die Entwicklung der Altstadt geht", sagte Dr. Ferber. Das große Potenzial könne aber nur gemeinsam mit den Bürgern ausgeschöpft werden.

Anträge stellen

Tatsächlich könnten vor allem durch die energetische Sanierung und den Austausch oder die Modernisierung der Heiztechnik die CO2-Emmissionen um fast 50 Prozent reduziert werden.Neben der Klima- und Energieeffizienz-Agentur (KEEA) begleiten Mitarbeiter der NH-ProjektStadt und von Seeger Engineering aus Hessisch Lichtenau die Bürger der Altstadt dabei, Projektideen zu sammeln und weiterzuentwickeln. Verschiedene Förderprogramme stehen dafür bereit. Infos sind unter www.mittlereswerratal.de erhältlich.

Gute Erfahrungen gemacht

Herta Darimond, Fachwerk- Gästeführerin und Eigentümerin der denkmalgeschützten Fachwerkimmobilie "Bügeleisenhaus", hat gerade eine Komplettsanierung abgeschlossen und dafür Fördergelder in Anspruch genommen. "Stadt und BIG-Städtebau haben mich gut beraten und begleitet", sagte sie.Martin Ruppert von der BIG-Städtebau ermunterte die Bürger, die Förderquote von 20 Prozent für Sanierungsmaßnahmen innerhalb des Stadtumbaugebietes Eschwege in Anspruch zu nehmen. Förderanträge sind noch bis 2020 möglich.     (dwe)

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