Jens Wilhelm berichtet über die ersten 100 Tage als Bürgermeister in Neu-Eichenberg

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Jens Wilhelm

Neu-Eichenbergs Bürgermeister Jens Wilhelm spricht im Interview über seine ersten 100 Tage im Amt.

Neu-Eichenberg. Jens Wilhelm wurde Ende Januar mit klarer Mehrheit von knapp 61 Prozent zum neuen Bürgermeister von Neu-Eichenberg gewählt. Seit dem 1. Juli lenkt der 48-Jährige als Verwaltungschef die Geschicke der Gemeinde. Nun ließ er im Interview mit dem MARKTSPIEGEL (MS) die ersten 100 Tage als Bürgermeister Revue passieren.

MS: Sie haben am 1. Juli den Bürgermeisterposten von Neu-Eichenberg übernommen. Welche Gefühle oder Gedanken gingen Ihnen durch den Kopf, als Sie erstmalig auf dem Bürgermeisterstuhl Platz nehmen durften?

Wilhelm: Ich war gespannt auf die Aufgabe, die vor mir liegt, auf all die Aufgabenbereiche, die mich erwarten. Wie klappt es mit den Mitarbeitern? Kann ich alle Angelegenheiten, die mich erwarten, gut regeln? Ist es viel Neues? Kann ich mich schnell einarbeiten? Das waren so die Fragen und Hauptgedanken, die mich beschäftigt haben.

MS:  Gut drei Monate Amtszeit liegen jetzt hinter Ihnen. Wie sieht ihre Bilanz der ersten 100 Tage aus?

Wilhelm: Ich habe schon viel gelernt, viel in Erfahrung gebracht und mich auch mit vielen Sachen beschäftigt. Natürlich auch mit dem derzeitigen Thema Nummer eins in Neu-Eichenberg: Dem Sondergebiet Logistik. Es gibt natürlich aber auch die laufenden Angelegenheiten, mit denen ich mich als Bürgermeister weiter befassen muss. Die Gemeinde muss weiter funktionieren. Ein Thema, dass schon länger ansteht, ist die Erweiterung unseres Kindergartens. Es ein wichtiges Thema, das weiter vorangetrieben werden muss. Und auch der Ablauf in der allgemeinen Verwaltung, die täglichen Aufgaben, die man bewältigen muss und diverser Schriftverkehr, spielen in die Arbeit mit rein. Das sind Erfahrungen, die ich bislang mitgenommen habe und wo ich schon viel gelernt habe, aber auch noch viel lernen werde.

MS: Wie gefällt Ihnen Ihre neue Aufgabe als Bürgermeister von Neu-Eichenberg? Wilhelm: Sehr gut. Es macht sehr viel Spaß, sehr viel Freude. Und ganz so viele Unterschiede zu meiner vorherigen Tätigkeit als Polizeibeamter bringt der Aufgabenbereich doch nicht. Denn auch hier habe ich sehr viel mit Menschen zu tun: Man redet mit sehr vielen Leuten, man setzt sich mit ihnen auseinander, man ist genau wie bei der Polizei ein Ansprechpartner, wenn die Leute Probleme haben. Sie kommen auch mit ihren Anliegen zu mir. Und das ähnelt sich schon ein wenig mit dem Polizeiberuf.

MS: Was war in den gut 100 Tagen Amtszeit die bisher größte Herausforderung für Sie?

Wilhelm: Die größte Herausforderung war die Bürgerversammlung zum Sondergebiet Logistik. Sie war sehr emotional. Es waren sehr viele Leute anwesend, die viele Erwartungen und Fragen hatten. Ein riesiges Thema mit unheimlich viel Hintergrund, den man sich erst aneignen muss. Über die Jahre ist es ein sehr umfängliches Thema geworden. Und dann war da ja auch noch die Situation aus der Bürgerversammlung heraus, die herausfordernd und anstrengend war. Das war schon eine nicht alltägliche Situation, die ich da erlebt habe.

MS: Und was sehen Sie als Ihre größte Herausforderung für die nächsten Jahre?

Wilhelm:  Die größte Herausforderung wird das Ergebnis der abschließenden Gemeindevertretersitzung bezüglich des Sondergebiets Logistik sein: Ob es kommt und entsteht, oder nicht. Und je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, wird es meine Aufgabe sein, mich damit auseinanderzusetzen. Das ist mit Sicherheit die größte Herausforderung.

Aber auch die anderen laufenden Themen werden Herausforderungen darstellen. Unser Kindergarten müsste erweitert werden, da suchen wir eine Lösung, damit es voranschreitet. Wir versuchen auch andere Investitionen für die Zukunft umzusetzen. Aber das sind Sachen, die wir jetzt erst einmal in der Gemeindevertretung besprechen werden, auch im Hinblick auf das Investitionsprogramm der Hessenkasse. Anschließend werden wir uns mit den dort getroffenen Entscheidungen auseinandersetzen und diese umsetzen.

MS:  Lässt Ihnen die Arbeit als Bürgermeister trotzdem noch etwas Zeit für Ihre Familie und Freizeit?

Wilhelm: Mir ist aufgefallen, dass ich tagsüber wesentlich mehr Zeit hier im Bürgermeisterbüro verbringe als früher bei der Polizei. Dafür habe ich jetzt als Bürgermeister keine Nacht- und Schichtdienste mehr. Mein Sohn ist mittlerweile 14 Jahre alt. Das funktioniert alles gut. Die Zeit mit der Familie ist aber schon eingeschränkter als früher. Im Moment fällt die Freizeit schon geringer aus. Am Wochenende nehme ich mir aber Zeit für die Familie und auch für die Sachen, die mir sehr am Herzen liegen. Auch wenn die Zeit, wie gesagt, weniger geworden ist.

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