Bürgermeisterwahl in Witzenhausen: Die fünf Kandidaten

Am kommenden Sonntag stellen sich fünf Kandidaten zur Wahl: Angela Fischer, Markus Keil, Daniel Herz, Heidi Rettberg und Hans Spinn.

Witzenhausen. Am kommenden Sonntag ist in Witzenhausen Bürgermeisterwahl. In diesem Jahr stellen sich fünf Kandidaten zur Wahl: Angela Fischer, Markus Keil, Daniel Herz, Heidi Rettberg und Hans Spinn. Um Ihnen die Anliegen und Ziele der Kandidaten näher zu bringen, standen die Fünf dem Marktspiegel (MS) Rede und Antwort.

Angela Fischer (CDU)

Angela Fischer

MS: Warum kandidieren Sie als Bürgermeisterin?

Fischer: Bürgermeisterin ist eine Aufgabe mit breiten Herausforderungen und spannenden Begegnungen, wie ich es mir gewünscht habe. Kein Tag ist wie der andere. Viele Projekte haben wir aufgenommen und umgesetzt, weitere möchte ich gerne mit gestalten und abschließen. Mir wurde in den letzten 12 Jahren sehr viel Respekt, Vertrauen und Anerkennung entgegengebracht, darauf möchte ich aufbauen.

MS: Welches politische Thema hat für Sie in Witzenhausen aktuell die höchste Priorität?

Fischer: Nach wie vor die Schaffung der soliden finanziellen Grundlage für die nächsten Jahre. Durch den Schutzschirm und die zu erwartende Hessenkasse (Vorschlag des Landes zur Ablösung der Kassenkredite) haben wir die große Chance, nach Jahrzehnten zunehmende Verschuldung wieder Entscheidungsfreiheit für die politisch Verantwortlichen zu schaffen, diese Chance müssen wir nutzen.

MS: Welche politischen Schwerpunkte haben Sie sich für die anstehende Amtszeit gesetzt?

Fischer: Durch das Dorfentwicklungsprogramm, das Förderprogramm Stadtumbau, das KIP (Kommunale Investitionsprogramm), die energetische Quartierssanierung sowie unser geplantes Radwegeprogramm und die anstehenden Straßenausbaumaßnahmen liegt viel Arbeit vor uns. Den Weg der Bürgerbeteiligung sowie konstruktiver Lösungsvorschläge bei Finanzierungsproblemen möchte ich gerne fortsetzen.

MS: Wo soll Witzenhausen in sechs Jahren stehen, wenn die Amtszeit vorbei ist?

Fischer: Witzenhausen wird attraktiver Wohnort und Studienort bleiben. Die Investitionen der Stadt und privater Investoren werden in den nächsten Jahren nochmal zunehmen und wir werden eine Lösung für die Marktplatzumgestaltung ebenso finden wie für einen Bürgersaal. Die Finanzlage der Stadt muss sich so verbessern, dass politische Entscheidungen und politischer Wettbewerb wieder möglich sind.

MS: Beschreiben Sie sich selbst mit drei Wörtern.

Fischer: Zielorientiert, hartnäckig und belastbar.

Markus Keil (SPD)

Markus Keil

MS: Warum kandidieren Sie als Bürgermeister?

Keil: Witzenhausen ist die Heimat und Lebensmittelpunkt meiner Familie. Dafür engagiere ich mich bereits in vielen Bereichen und dieses Engagement führte mich zu der Kandidatur auf das Amt des Bürgermeisters.

MS: Welches politische Thema hat für Sie in Witzenhausen aktuell die höchste Priorität?

Keil: Die nachhaltige Stadtentwicklung mit all ihren Aspekten wie zum Beispiel Lebensqualität, wirtschaftliche Situation verbessern und Erhalt der landschaftlichen Lage.

MS: Welche politischen Schwerpunkte haben Sie sich für die anstehende Amtszeit gesetzt?

Keil: Der erste Schwerpunkt wird die Verbesserung der Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Gewerbetreibenden. Daher auch mein Ziel für die ersten 100 Tage mit der Einrichtung einer Bürgersprechstunde.

MS: Wo soll Witzenhausen in sechs Jahren stehen, wenn die Amtszeit vorbei ist?

Keil: Witzenhausen soll in 6 Jahren eine noch Lebens- und Liebenswertere Stadt sein, die ihr großes Potential noch besser nutzt und durch eine nachhaltige Politik bereit ist für die Zukunft.

MS: Beschreiben Sie sich selbst mit drei Wörtern.

Keil: Familiär, heimatverbunden, engagiert.

Daniel Herz (Überparteilich)

Daniel Herz

MS: Warum kandidieren Sie als Bürgermeister?

Herz: Ich sah, wie Witzenhausen immer mehr Infrastruktur genommen und kaputt gespart wurde. Es fehlt an Ideen, Mut und einer Vision. Ich habe eine Vision von Witzenhausen und werde mittel- und langfristige Pläne erarbeiten, die Witzenhausen wieder nach vorne bringen. Ich werde den Stillstand und das kaputt sparen der Infrastrukturen beenden. In enger Zusammenarbeit mit Parteien, Bürgern und Institutionen werde ich Maßnahmen erarbeiten und gezielte Investitionen tätigen, diese Ziele zu erreichen.

MS: Welches politische Thema hat für Sie in Witzenhausen aktuell die höchste Priorität?

Herz: Höchste Priorität hat im Moment ganz klar das Thema Brücke/Umgehung. Das bestimmt die Zukunft der Stadt massiv. Ich werde für eine Umgehung argumentieren und kämpfen. Der Schwerlastverkehr darf nicht durch die Innenstadt. Es ist gefährlich und macht Witzenhausen und die Dörfer als Wohnort noch unattraktiver. Dafür werde ich bei Hessenmobil und dem Bund kämpfen, denn wenn jetzt keiner für die Bürger und für unseren Standort kämpft, dann verbauen wir uns die Zukunft.

MS: Welche politischen Schwerpunkte haben Sie sich für die anstehende Amtszeit gesetzt?

Herz: Ich werde die bestehende Wohn- und Lebensqualität von Witzenhausen und der Dörfer gezielt vermarkten und ausbauen. Auch werde ich Maßnahmen initiieren, um den Tourismus zu fördern und die Erscheinung der Stadt und der Dörfer attraktiver zu gestalten. Vorrangig werde ich eine offene Kommunikation einführen und pflegen. Interkommunale Zusammenarbeit werde ich in geeigneten Bereichen fördern. Zudem werde ich mich für zukunftsorientierte Verkehrs- und Stadtplanungen einsetzen.

MS: Wo soll Witzenhausen in sechs Jahren stehen, wenn die Amtszeit vorbei ist?

Herz: Die Dörfer sollen an die Stadt mit Radwegen angeschlossen sein und mit Mobilitätskonzepten stärker mit der Kernstadt verbunden sein. Ein touristisches Rahmenkonzept soll umgesetzt sein, welches auf Rad- und Wandertourismus ausgerichtet ist. Attraktive Gestaltungen der Kernstadt und der Dörfer, sowie die Standortvorteile in Bezug Wohn- und Lebensqualität sollen Witzenhausen zu einer aufstrebenden Universitätsstadt mit einem starken Wir-Gefühl machen, mit internationalem Charakter machen.

MS: Beschreiben Sie sich selbst mit drei Wörtern.

Herz: Engagiert, bürgernah, zukunftsorientiert.

Heidi Rettberg (Linke)

Heidi Rettberg

MS: Warum kandidieren Sie als Bürgermeisterin?

Rettberg: Ich möchte für Witzenhausen andere Perspektiven schaffen, es fehlt derzeit an Konzepten zur breiten Bürgerbeteiligung. Witzenhausen soll lebendiger und kreativer werden, die Bürger sollen ihre Ideen und Sorgen einbringen dürfen.

MS: Welches politische Thema hat für Sie in Witzenhausen aktuell die höchste Priorität?

Rettberg: Eigentlich viele, besonders belastend empfinde ich den geplanten Bau von 4-5 Windrädern in Ziegenhagen, einer Investition der Stadtwerke Witzenhausen durch Kredite mit fragwürdigen Erlösen.

MS: Welche politischen Schwerpunkte haben Sie sich für die anstehende Amtszeit gesetzt?

Rettberg: Leerstände in der Innenstadt mit Leben füllen, vernünftige Finanzpolitik ohne riskante Investitionen, Förderung des sozialen Wohnungsbaus mit bezahlbaren Mieten, Konzept für die neue Werrabrücke, Marktplatzgestaltung, Ausbau des Tourismuskonzeptes, Vermarktung regionaler Produkte, Förderung kleiner Handwerksbetriebe und Gebrauchtwarenmärkte, Flohmärkte.... Die Liste könnte man noch beliebig verlängern.

MS: Wo soll Witzenhausen in sechs Jahren stehen, wenn die Amtszeit vorbei ist?

Rettberg: Ein Stück weiter vorn mit heilen Straßen, einer Ortsumgehung (Thema Werrabrücke), barrierefreien Zugängen im öffentlichen Raum und in den Ortsteilen, Kinder –, Familien- und Seniorenfreundlich, mit einer besseren Verkehrsanbindung der Ortsteile. Auch ein Versammlungsort (wie ehemals das alte Bürgerhaus) wird dringend benötigt.

MS: Beschreiben Sie sich selbst mit drei Wörtern.

Rettberg: Energisch, zielstrebig, kompromißbereit.

Hans Spinn (AfW)

Hans Spinn

MS: Warum kandidieren Sie als Bürgermeister?

Spinn: Es geht bei dieser Wahl um mehr als um Witzenhausen. Es ist die letzte Chance für Witzenhausen, mich als Bürgermeister zu bekommen. Es ist eine Chance, wichtige Themen anzusprechen und Menschen zu erreichen.

MS: Welches politische Thema hat für Sie in Witzenhausen aktuell die höchste Priorität?

Spinn: Für mich sind folgende Themen wichtig: Daseinsvorsorge, Soiales Gefälle vermindern, klimaschonendes Agieren, Gemeinwohlökonomie voranbringen, Demografiewandel interkulturell abfedern, kommunale Ökoligenz fördern, Menschen unterschiedlicher Generationen und Kuluren zusammenbringen, Fair –Netzung und eine Modellkommune für ökosoziale Transformation.

MS: Welche politischen Schwerpunkte haben Sie sich für die anstehende Amtszeit gesetzt?

Spinn: Das „Wir–Gefühl” anstreben, Stärkung der Dörfer intern und im Gesamtzusammenhang mit Hilfe neuer Werkzeuge im Sinne von empathischer Kommunikation, Herzensbildung und Vorbereitung der jungen Generation auf die Herausforderungen durch Klimawandel, Digitalisierung und Folgen der Globalisierung. Ich mache mich stark für mehr Zugang und Motivation für Bildung und Handwerk. Außerdem strebe ich die Energiautarkie an sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen für die Produktion von sinnvollen Produkten unter der Prämisse Kreislauwirtschaft. Transparenz und Mitsprache sind mir sehr wichtig, um Gräben zwischen Menschen, die unserer Kommune leben, zu überwinden.

MS: Wo soll Witzenhausen in sechs Jahren stehen, wenn die Amtszeit vorbei ist?

Spinn: In sechs Jahren gibt es keine Armut mehr. Es sind ausreichend Traumatherapeutinnen und Ärztinnen vorhanden. Die Gemeinwohlökonomie ist so weit vorangeschritten, dass Besucher aus der ganzen Welt zu uns kommen, um Anregungen mit zunehmen. Wir haben wieder ein Hallenbad, sowie ein Freibad mit angepassten Preisen, Temperaturen und Öffnungszeiten. Es gibt Reparaturcafes, auch auf den Dörfern. Kommunale Elektrofahrzeuge stehen der Bevölkerung zur Verfügung. Es gibt so genannte Makerspaces, wo Menschen mit Hilfe von 3–D–Druckern Produkte designen und herstellen, die es so hier nicht gäbe. Wir haben einen neue Brücke und deutlich weniger Schwerlastverkehr. Die alte Brücke haben wir retten können, und wir können beruhigt auf die sich renaturierende Werra schauen.

MS: Beschreiben Sie sich selbst mit drei Wörtern.

Spinn: Intuition, Visionär, Impulsivselbstreflektiertüberkritischfleissiganpackend.

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