Bürgerversammlung in Wanfried: "Trendwende im Haushalt geschafft"

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Wanfrieder informierten sich auf einer Bürgerversammlung über die Finanzsituation der Stadt. Die stellt 2016 erneut einen ausgeglichenen Haushalt auf.

Wanfried. Die Stadt Wanfried tilgt Schulden und stellt im zweiten Jahr in Folge einen soliden Haushalt auf, der nach 2015 auch im Jahr 2016 einen Überschuss ausweisen wird. Dieser wird im kommenden Jahr voraussichtlich 45.000 Euro betragen. Das ist das wesentliche Ergebnis aus den Ausführungen von Bürgermeister Wilhelm Gebhard im Rahmen der kürzlich stattgefundenen Bürgerversammlung, zu der Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Niklass auf Anregung der CDU-Fraktion kurzfristig eingeladen hatte. Zur Finanzsituation der Stadt Wanfried war dies bereits die zweite Bürgerversammlung in diesem Jahr.

Der Wanfrieder Verwaltungschef machte in seiner Präsentation deutlich, dass die positive Entwicklung der städtischen Finanzen den enormen Kraftanstrengungen der vergangenen drei Jahre geschuldet ist, in denen neben den ca. 80 Einsparmaßnahmen leider auch kräftig an der Steuerschraube gedreht werden musste, um die Auflagen und Bedingungen des hess. Schutzschirmgesetzes zu erfüllen. Darüber hinaus gab es auch mehr Zuweisungen vom Land Hessen, zuletzt durch die KFA-Reform, die ebenfalls sehr hilfreich waren.

Maßnahmen haben sich positiv auf Finanzen ausgewirkt

"Wir haben diese Trendwende gemeinsam geschafft", rief Gebhard den knapp 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu und bedankte sich für die Mitarbeit, die Unterstützung und für das entgegengebrachte Verständnis bei den teilweise unumgänglichen Entscheidungen. "Anders hätten wir ein jahresbezogenes Defizit von 1,2 Mio. Euro (im Jahr 2012) nicht innerhalb von drei Jahren auf eine schwarze Null gebracht", so Gebhard.

Zur Teilnahme am Schutzschirmprogramm des Landes hatte sich die Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2012 mit großer Mehrheit entschieden und damit die jetzt erkennbare Trendwende eingeläutet. Für die Teilnahme am Schutzschirmprogramm erhielt die Werrastadt eine einmalige Entschuldungshilfe in Höhe von 4,133 Mio. Euro. "Das Land hat die Entschuldungshilfe mit der Auflage gewährt, ab dem Jahr 2015 und dann zwei weitere Jahre eine schwarze Null zu schreiben," erläuterte Gebhard. "Die Rückzahlung der Entschuldungshilfe dürfen wir nicht riskieren", so Gebhard.

"Die Zeiten, in denen wir Jahr für Jahr mehr ausgeben, als einnehmen, gehören der Vergangenheit an", teilte Gebhard mit. Er veranschaulichte diese Aussage anhand einer Grafik und zeigte wie sich die jahresbezogenen Fehlbeträge der Jahre 2002 bis 2014 auf 10,3 Mio. Euro aufsummiert haben. Seit diesem Jahr ist das nicht mehr der Fall.

Schulden werden 2016 weiter getilgt

Die Gesamtverschuldung Wanfrieds sank seit dem Beschluss im Dezember 2012, am Schutzschirmvertrag teilzunehmen, von 23,5 Mio. Euro auf nunmehr 18,2 Mio. Euro und damit um ca. 5,3 Mio. Euro. So wurden auch dank der Entschuldungshilfe durch das Land Hessen die kurzfristigen Kassenkredite von 8,9 Mio. Euro auf 6,5 Mio. Euro abgesenkt und die langfristigen Darlehen reduzierten sich im gleichen Zeitraum von 14,7 Mio. Euro auf 11,75 Mio. Euro. "Letzterem steht auch ein entsprechendes städtisches Vermögen gegenüber, nicht aber den knapp 6,5 Mio. Euro Kassenkrediten", machte Gebhard deutlich.

"Im Jahr 2016 erwarten wir noch eine größere Zahlung aus Mitteln des Landesausgleichsstocks für die Jahresdefizite 2009 bis 2012, die ebenfalls zur Schuldentilgung eingesetzt wird. "Wir sind auf dem richtigen Weg und müssen weiter Kurs halten, um die Stadt Wanfried mittel- bis langfristig handlungsfähig zu halten", betont Gebhard abschließend und setzt dabei weiter auf eine enge und transparente Zusammenarbeit mit den Gremien der Stadt sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern.

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