Burg Ludwigstein feiert 600-jähriges Jubiläum

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Am Sonntag lädt Burg Ludwigstein anlässlich des 600-jährigen Bestehens zum großen Handwerkermarkt ein

Witzenhausen. Viel zu sehen, zu hören, zu probieren und natürlich auch zu erwerben gibt es am kommenden Sonntag, 20. September während des großen Handwerkermarktes auf der Jugendburg Ludwigstein.

"Nachdem 2014 die Premiere des Marktes mit rund 1500 Besuchern unsere Vorstellung deutlich übertroffen hat, legen wir im Jahr des 600-jährigen Jubiläums der Jugendburg Ludwigstein noch ein Schippe drauf", betont Burgbetriebsleiter Selmar Sechtling angesichts des bunten Programms, das das Team von 10 bis 18 Uhr für die Besucher bereit hält.

Volles Programm – bunter Kinder-Flohmarkt

Funkenflug und Sägespäne erwarten die Gäste rund um den Enno-Narten-Bau. Hier gibt es neben einem Schmied und Buchbinder auch einen Motorsägen-Künstler und einen Drechsler zu sehen. Freunde des filigraneren Handwerks können sich zeigen lassen, wie geklöppelt wird und wie Flöten aus Holz entstehen. Zudem warten Stoffarbeiten – sei es aus Seide oder Up-Cycling alter Kleidung –, Goldschmiede und Messerarbeiten auf die Besucher. Für die Kinder werden Schminken sowie Glitzer-Tattoos angeboten und am Stand der Jugendbildungsstätte können sie sich an mittelalterlichem Handwerk versuchen.

Zudem gibt es für die jungen Besucher einen großen Koffer-Flohmarkt. Sie dürfen alles, was in einen Koffer passt, mitbringen und während des Marktes tauschen oder verkaufen. Bei schönem Wetter findet der Flohmarkt von 10 bis 18 Uhr vor dem Hanstein-Flügel statt, bei schlechtem Wetter ab 13.30 Uhr im Meißnersaal. Die Teilnahme ist ebenso wie der Eintritt zum Markt kostenlos.

Traditionelles Handwerk und viel Musik

Im Außenbereich, im Rittersaal und auf der Werra-Bühne erwarten die Gäste unter anderem feine Töpfer-Arbeiten, Patchwork, Kunst-Handwerk und selbst Gestricktes, Karten, Kleidung und Näh-Arbeiten, Dekoratives für den Herbst sowie leckere selbst gemachte Liköre, Schnäpse und Säfte. Verpflegt werden die Besucher in bewährt guter Manier vom Team der Hauswirtschaft. Rund um die Burg gibt es an diversen Ständen Eis, kalte und warme Getränke, Kuchen sowie Herzhaftes wie Flammkuchen, Gulasch mit Nudeln und Suppe. Für die musikalische Umrahmung sorgen "Viaveritsa" mit GypsyJazz und BalkanBlues sowie "Oleg & the Popovs" mit fetziger Straßenmusik von Folk, Polka, Pop bis hin zum Walzer...

Während der Öffnungszeiten finden ab 12 Uhr laufend kostenlose Burgführungen statt. Zudem öffnet das Archiv der deutschen Jugendbewegung um 14 Uhr seine Türen. Besucher können die spannende Sonderausstellung (siehe Extra Info) zur wechselvollen Geschichte der Jugendburg Ludwigstein besichtigen und an Archivführungen teilnehmen.

Besucher werden gebeten, auf dem Parkplatz an der B27 zu parken. Ein kostenloser Bus-Shuttle fährt während der gesamten Öffnungszeit zur Burg und wieder zurück.

Extra-Info: Drei Sonderausstellungen

Kostbare Archivalien über die Geschichte der Burg Ludwigstein sind erstmals in einer von drei Sonderausstellungen im Archiv der deutschen Jugendbewegung zu sehen.Erzählt wird mit Dokumenten, Fotografien und Objekten, wer über die Jahrhunderte die Bewohner der Burg waren, wie dort gewirtschaftet wurde und wie die Jugendbewegung sie schließlich zu einem Symbolort machte.Eine weitere Ausstellung zeigt eine Fotoserie des Berliner Fotografen Julius Groß, entstanden während einer Faltbootfahrt im Sommer 1930. Die Aufnahmen dokumentieren die TeilnehmerInnen – Mitglieder eines gewerkschaftlichen Jugendbundes – beim Einbooten und auf dem Wasser, aber auch die Nachtlager und Landausflüge. Schwerpunkt bilden Fotografien der Landschaft entlang von Werra und Weser mit der Burg Ludwigstein als zentralem Orientierungspunkt.Ein dritter Akzent wird mit Gemälden des berühmten Zweiburgblicks auf Hanstein und Ludwigstein gesetzt. Seit 1800 wird dieser Anblick in immer neuen künstlerischen Perspektiven festgehalten.

Extra-Info: Von Wandervögeln gerettet

Nicht etwa eine herrschaftliche Urkunde, sondern eine Bierrechnung von 1415 nennt erstmals den Namen ,ludewygesteyn’: Das Rechnungsbuch des Homberger Schultheißen, in dem er die Kosten für ein Fuder Bier für die Handwerkertruppe aufführt, ist ein Beleg für den Bau der Burg, der1415 als Grenzfeste zum kurmainzischen Eichsfeld durch den jungen Landgrafen Ludwig I. in Auftrag gegeben wurde. Bereits ein Jahr später zog mit Hans von Dörnberg der erste Amtmann ein. 1664 zog das Amt nach Witzenhausen und die Burg wurde fortan als Domänenverwaltung genutzt. Da die Feste von Anfang an über keine natürlichen Wasser-Ressourcen verfügte und sich deswegen die Versorgung von Mensch und Tier schwierig gestaltete, wurde die Burg ab 1870 dem Verfall überlassen.Um 1900 entdeckten Wandervögel die Burgruine als Ziel für ihre Fahrten, 1922 kaufte ein neu gegründeter, bündischer Verein das Gebäude und baute sie zu dem aus, was sie heute noch ist: Eine Herberge, ein Begegnungsort, Sitz der mehrfach ausgezeichneten Jugendbildungsstätte und des Archivs der deutschen Jugendbewegung und internationaler Treffpunkt für Wandervögel und Pfadfinder.

Aktuelle Infos:www.burgludwigstein.deTel. 05542-501710.

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