Glyphosat-Ausstieg jetzt: Bürger demonstrieren in Eschwege

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Gemeinsam mit dem BUND forderten Eschweger Bürger den Ausstieg bei der Verwendung des umstrittenen Pflanzengifts.

Eschwege - Verkleidet als Monsanto-Mitarbeiter – mit Schutzanzug und Atemmaske zogen gestern Nachmittag zahlreiche Bürger gemeinsam mit dem BUND Werra-Meißner durch die Eschweger Innenstadt, um gegen das Pflanzengift Glyphosat zu demonstrieren. Auf den mitgeführten Schildern machten sich Schriftzüge wie „Ackergifte verbieten“, „Insektensterben stoppen“ oder die Forderung nach den sofortigen Glyphosat-Ausstieg breit. „Glyphosat wird weltweit eingesetzt, um unerwünschte Pflanzen abzutöten. Es steht im Verdacht, Krebs auszulösen und durch die Vernichtung vieler Pflanzenarten zum Artensterben beizutragen“, erklärte eine der Demonstrantinnen, Heike Matthies.

CDU-Geschäftsstelle blieb leer

Das anvisierte Ziel, das CDU-Kreistagsbüro, zeigte sich jedoch als Flopp. „Wir haben niemanden im Büro angetroffen. Kein Mitarbeiter war vor Ort, damit wir gemeinsam mit den Verantwortlichen diskutieren konnten und unsere Forderungen überreichen konnten“, so Matthies weiter. Auf offenen Ohren stieß man hingegen im Rathaus. Bürgermeister Alexander Heppe begab sich zu den Demonstranten, die ihm anhand von Sprühflaschen und Schildern mit Schmetterling, Biene und Vogel zeigten, was das Pflanzengift Glyphosat mit den Tieren macht. „Tot“ fielen sie vor Heppes Füße.

Kein Glyphosat auf stadt- und kreiseigenen Flächen

Dieser versicherte jedoch, dass man auf städtischen Flächen längst auf das Pestizid verzichte. Man hatte sich politisch bereits vor längerer Zeit gegen die Verwendung von Glyphosat ausgesprochen. Das Anliegen der Bürger nehme er trotzdem ernst. „Ich werde ihre Forderungen selbstverständlich weiterleiten“, so Heppe. Und auch auf Kreisebene hatte man sich längst gegen Das Pflanzengift ausgesprochen. „Auf den Grundstücken der 38 Schulen und 6 Verwaltungsgebäude des Werra-Meißner-Kreises werden keine chemischen Pflanzenschutzmittel und insbesondere kein Glyphosat eingesetzt“, berichtete der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann im September vergangenen Jahres auf Nachfrage der Partei die LINKE, die damals einen Antrag zum Verzicht auf Glyphosat auf kreiseigenen Flächen im Kreistag stellte.

Pestizid muss auf Bundesebene verboten werden

„Aber selbst wenn Städte und Kreise auf das Pestizid verzichten, den Landwirten kann man die Verwendung nicht untersagen. Da brauch es ein Verbot von ganz oben“, weiß Heike Matthies. Die EU-Zulassung für Glyphosat läuft zwar Mitte Dezember aus (s. Extra Info), „doch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) befürworten den weiteren Einsatz“, so die Aktivisten abschließend.

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