Neues Erzähl-Projekt: Märchen werden im Seniorenheim lebendig

Marita Pecher ist in die Rolle der Märchenerzählerin geschlüpft. Mit dem mobilen Schloss und den Requisiten stellt sie Märchen für die Bewohner des Altenheims am Brückentor bildhaft dar und hat damit großen Erfolg bei den Seniorinnen und Senioren.
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Marita Pecher ist in die Rolle der Märchenerzählerin geschlüpft. Mit dem mobilen Schloss und den Requisiten stellt sie Märchen für die Bewohner des Altenheims am Brückentor bildhaft dar und hat damit großen Erfolg bei den Seniorinnen und Senioren.

Diacom Altenhilfe und BKK starten Märchenprojekt in Altenheimen.

Eschwege. „Rapunzel, lass dein Haar herunter! Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß, oder wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ Selbst wenn man schon lange dem Kindesalter entwachsen ist, diese Sätze kennt Jeder und an diese Tatsache knüpft das neue Projekt für Senioren an.

Projekt von Diacom Altenhilfe und BKK

Fünf Mitarbeiterinnen der Diacom Altenhilfe in Eschwege haben im letzten Jahr eine Fortbildung „Unvergessen-Aktivierung durch Märchen“ der BKK Werra-Meißner durchlaufen. In der letzten Woche wurde das Zertifikat von Harald Clement, dem stellvertretenden Vorstand der BKK Werra-Meißner an Torsten Rost, dem Leiter des Seniorenheims am Brückentor und Geschäftsführer der Diacom Altenhilfe überreicht.

„Wir als Krankenkasse sind stark an Präventionsarbeit interessiert, dabei denkt man aber in erster Linie an jüngere Menschen. In diesem Pilotprojekt geht es darum, ältere Menschen in Alten- und Pflegeheimen durch Märchen anzusprechen und ihnen Anregung, Spiel und Spaß zu bringen“, erläutert Harald Klement. Fünf Mitarbeiter der Diacom Altenpflege in Eschwege und Bad Sooden-Allendorf haben die Qualifizierung mitgemacht. „Die Mitarbeiterinnen haben sich viel einfallen lassen, Requisiten zusammen gesucht und damit einen Märchenkreis bestückt, damit die Senioren und Seniorinnen auch etwas zum Anfassen haben“, berichtet die Einrichtungsleiterin Heike Lenz.

Bewohner einbezogen im Projekt

Während der Schulung kamen die Mitarbeiterinnen auch auf die Idee, die Heimbewohner in die Entwicklung des Projektes einzubeziehen. Günther Naujok, ein Mieter des Betreuten Wohnens, war von dem Projekt so angetan, dass er anbot, ein Märchenschloss zu bauen. Davon wie schön und praktisch die sehr mobile Immobilie, die auf einem Servierwagen aufgebaut wurde, geworden ist, konnten sich die Gäste der Zertifikatsübergabe überzeugen. 

„Wir erreichen mit den Reimen in den Märchen auch Menschen, die sonst nicht mehr sprechen“, berichtet Marita Pecher von ihren Erfahrungen als Märchenerzählerin. Rollengerecht verkleidet und mit Requisiten komme sie und ihre Kolleginnen zu den Senioren in den Demenzabteilungen. Zunächst waren alle Beteiligten skeptisch, aber inzwischen sind sie von den Erfolgen, die sie erleben, begeistert.

Positive Resonanz auch bei  Hochbetagten

Etwa 80 Bewohner haben schon zugehört und dabei konnten die Erzählerinnen feststellen, dass selbst hochbetagte und schwer demente Zuhörer ruhiger wurden und die Märchenstunde genossen.

Nach den ersten Erfolgen wurde ein Märchennachmittag für alle Bewohner angeboten, der auch gut angenommen wurde, berichtet Märchenerzählerin Petra Poppe. Es ist geplant, Märchenstunden monatlich für die Senioren anzubieten und sie damit fest in den Alltag des Heimes zu integrieren.

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