Dohrenbach erneut für zehn Jahre als Luftkurort zertifiziert

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Dohrenbach darf sich weiterhin mit dem Prädikat "Luftkurort" schmücken. Gegenüber der vergangenen Messung hat sich die Luftqualität sogar verbessert.

Dohrenbach. Dohrenbach darf sich auch die kommenden zehn Jahre mit dem Prädikat "Luftkurort" schmücken. Das Zertifikat überreichte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke am Dienstagvormittag in dem Witzenhäuser Stadtteil an Bürgermeisterin Angela Fischer und Ortsvorsteher Peter Schill. Damit ist Dohrenbach seit 1978 ununterbrochen als Luftkurort anerkannt - eine Auszeichnung, die im Werra-Meißner-Kreis Seltenheit besitzt. Lediglich Bad Sooden-Allendorf und Germerode verfügen ebenfalls über das begehrte Prädikat.

"Für Witzenhausen ist das eine wunderbare Werbung", sagte Diana Brehm. Die Geschäftsführerin der Tourismusgesellschaft Pro Witzenhausen betonte, dass das Prädikat auch der Kernstadt und den anderen Stadtteilen zugute komme. "Wir vermarkten Witzenhausen schließlich als Ganzes", sagte Brehm - eingebettet in die Erlebnisregion Werratal. Damit traf sie exakt den Nerv des Regierungspräsidenten, der leidenschaftlich für eine Vernetzung der nordhessischen Kommunen, Gastronomen und Touristiker warb. "Zusammenarbeit und ein einheitliches Auftreten sind extrem wichtig, um wahrgenommen zu werden", sagte Lübcke, der in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Dachmarke GrimmHeimat Nordhessen hervor hob. Zudem sprach er dem Heimat- und Verkehrsverein ein großes Lob für dessen unermüdlichen Einsatz für den Ort aus.

Zurzeit verzeichnet Dohrenbach rund 7.000 Übernachtungen jährlich - zum Vergleich: Mitte der 1990er Jahre waren es noch etwa 35.000. "Damals haben uns die organisierten Seniorenfahrten aus Berlin und Hamburg aber auch zahlreiche Gäste in den Ort gespült", erinnert sich Peter Schill. Mittlerweile muss der kleine Ort um jeden Besucher kämpfen. Zielgruppe sind vor allem die über 50-Jährigen, verriet Brehm - "finanziell stark und körperlich aktiv". Dafür stehen in Dohrenbach gut 80 Betten in zwei Hotels und zahlreiche zertifizierte Ferienwohnungen zur Verfügung.

Wie groß die Bedeutung des Tourismus für Witzenhausen ist, machte Bürgermeisterin Fischer deutlich: "Das ist ein wichtiger Wirtschaftszweig", sagte sie mit Blick auf die rund 100.000 Übernachtungen jährlich. Da seien die 13.500 Euro für das Luftkurort-Gutachten gut angelegtes Geld. "Im Stadtrat herrscht eine breite interfraktionelle Einigkeit darüber, dass wir die Stadt und ihre Ortsteile nicht kaputt sparen dürfen", betonte Fischer.

Insgesamt 54 Wochen von August 2012 bis August 2013 haben zwei Stationen an der Hauptstraße und am Hochbehälter die Luftqualität nach den Richtlinien des Deutschen Heilbäderverbands gemessen. Das Ergebnis: Die Anteile an Grob- und Feinstaub sowie Stickstoffdioxid liegen weit unter den Richtwerten. Zudem hat die Stickstoffdioxid-Konzentration sowohl im Verkehr- als auch im Kurbereich deutlich abgenommen. Die Grobstaubbelastung ist im Kubereich ebenfalls deutlich zurückgegangen und im Verkehrsbereich nahezu gleich geblieben. " Diese Verbesserung der Luftqualität gegenüber der vergangenen Messung in den Jahren 1998/99 hoben Fischer und Schill vor allem mit Blick auf das vielkritisierte Müllheizkraftwerk hervor.

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