Dorfzentrum Germerode e.V. baute Lehrerhaus um: Zwei von vier Wohnungen sind bereits vermietet

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Bürgermeister Friedhelm Junghans (links), Landrat Stefan Reuß (2.v.re.) und Matthias Schulze (rechts) mit einigen der Helfern des Dorfzentrum Germerode e.V. vor dem neu sanierten Haus, das ehemalige Lehrerhaus in Germerode.

Der Verein Dorfzentrum Germerode e.V. hat den Umbau des alten Lehrerwohnhauses fast abgeschlossen - zwei Wohnungen sind bereits vermietet. Eine erste Führung gab es nun auch, und der Dank an die Sponsoren, wie das Projekt „Region schafft Zukunft", das 30.000 Euro für Material finanzierte.

Germerode - Was sich  in den vergangenen 20 Monaten im Neuen Weg 2 in Germerode getan hat,  ist kaum zu übersehen. Vom alten Gebäude sind nur die Außenwände geblieben. „Nun hat die Gemeinde ein schickes neues Gebäude, vorher stand hier nur ein schäbiges Lehrerhaus“, sagt Matthias Schulze vom Verein Dorfzentrum Germerode e.V. Denn der barrierearme Umbau und die Sanierung des Hauses war nur durch das ehrenamtliche Engagement des Vereins möglich.

Insgesamt wird das Projekt etwa 720.000 Euro kosten, 380.000 Euro Fördermittel, unter anderem durch LEADER, Stadtumbau Hessen und EU-Mittel werden fließen. Die Gemeinde Meißner als Bauherr hat einen Kredit in Höhe von 240.000 Euro aufgenommen. Den will der Verein nun durch die Mieteinnahmen der vier Wohnungen abzahlen. Vom Werra-Meißner-Kreis erhielt der Verein aus den Mitteln „Region schafft Zukunft“ 30.000 Euro für Material. „Das hat uns vieles einfacher gemacht, da wir sehr viele Arbeiten selber ausführen konnten, was uns am Ende wieder Geld gespart hat“, bedankt sich Schulze beim Landrat Stefan Reuß.

 „Das ist der Wahnsinn, was hier dahinter steht. Der Verein hatte ein klares Projekt mit Ziel vor Augen. Ein Projekt, dass beispielgebend für andere Orte sein kann“, sagte Reuß bei der Besichtigung der bereits fertig gestellten Räume. Denn, so der Landrat, es müsse dafür gesorgt werden, dass mehr barrierefreie oder -arme Wohnungen geschaffen werden, damit die Menschen im Kreis auch im älteren Lebensabschnitt im Kreis bleiben können. Der Bedarf danach sei groß. Das hat der Verein Dorfzentrum Germerode e.V. bereits vor Jahren erkannt und seine Chance ergriffen.

Vier Wohnungen und ein Treppenhaus mit Fahrstuhl

Das Wohnhaus verfügt nun über vier Wohnungen auf insgesamt 270 Quadratmetern. Dazu gibt es ein neues Treppenhausgebäude mit Fahrstuhl für weitere mögliche Bauabschnitte. „Zwei der vier Wohnungen sind bereits vermietet“, teilt Schulze mit. Bezugsfertig sind sie ab dem 1. April. Die Außenanlagen des Hauses sollen bis Mai oder Juni fertig gestellt werden. Pluspunkt für die Bewohner: Der Dorfladen, der auch sonntags frische Brötchen anbieten kann, ist direkt nebenan, die Bushaltestelle gegenüber. „Bis jetzt haben wir etwa 3.400 Stunden in Eigenleistung erbracht“, so Schulze. In Handwerkerleistungen umgerechnet wären das etwa 53.000 Euro. Geld, das der Verein dadurch gespart hat und an anderen Ecken einsetzen konnte.

Die Verantwortlichen danken daher auch allen Firmen, die mit Material, Werkzeug und auch Stunden unterstützend dabei waren. „Vor allem an Martin Stange von der Bäckerei Stange, der das Team immer mit Frühstück versorgt hat.“ Insgesamt 21 Helfer aus dem Verein waren am Projekt beteiligt, im Stamm waren immer 12 bis 14 Ehrenamtliche im Einsatz. Klar ist, sie haben dem Haus neues Leben eingehaucht und sind ihrem Ziel, das Dorfzentrum Germerode zu beleben, näher gekommen. „Ohne den Verein hätte es den ganzen Umbau nicht gegeben“, ist sich auch Bürgermeister Friedhelm Junghans sicher.

EXTRA INFO: Arbeiten am Haus

Im Juni 2018 begannen die Bauarbeiten am Haus im Neuen Weg in Germerode. Der Verein konnte während der Baumaßnahmen einige Firmen davon überzeugen, bestimmte Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen, um so das Geld zu sparen. Dazu gehörten unter anderem der Abbruch des Treppenhauses, der Innenwände und des Fußbodens, Maurerarbeiten innen und Hilfsleistungen beim Rohbau, Abbruch des Dachstuhls, Verlegen der Drainage, Herstellen der Abwasserführung im Kellerboden, Herstellung der Fernwärmeleitung vom Dorfgemeinschaftshaus, Fenster einbauen, Dachgeschoss dämmen, montieren und spachteln, Fußbodenheizung im Dachgeschoss verlegen sowie allgemeine Maler- und Putzeraufgaben. 90 Tonnen Schutt wurden entsorgt.

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