Für drei Jahre in den Knast

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Betrug unter Bewährung: Reisebürobetreiber steckte sich 50.000 in die eigene Tasche.

Eschwege. Wegen Betruges in besonders schwerem Fall wurde ein 49-jähriger Eschweger am Dienstag vom Schöffengericht Eschwege zu drei Jahren Haft verurteilt.

Ein Ehepaar aus Eschwege hatte gegen den vormaligen Betreiber eines Reisebüros geklagt, weil er im März letzten Jahres den Reisepreis für eine Luxus-Weltreise in Höhe von 74.800 Euro nicht an den Reiseveranstalter weitergeleitet, sondern für eigene Zwecke einbehalten hatte.

Der Angeklagte legte im Vorfeld ein Geständnis ab. Er habe sich zu diesem Zeitpunkt in einer finanziellen Notlage befunden und sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Dabei nahm er den Teilbetrag von knapp 50.000 Euro, die ihm die Geschädigten in bar gezahlt hatten, um ausstehende Kosten zu begleichen. Unter anderem zahlte er 15.000 Euro für den Mietkauf eines Wohnhauses in Sontra an und beglich die ausstehenden Schulden bei Gläubigern.

Die Angabe, er habe seiner Familie nur ein Dach über dem Kopf bieten wollen, nachdem seine bisherige Wohnung gekündigt worden war, und habe aus einerKurzschlussreaktion heraus gehandelt, ließ das Gericht nicht gelten. Denn bereits in der Vergangenheit war der 49-Jährige wegen Betrugs- und Unterschlagungsdelikten insgesamt sieben Mal verurteilt worden. "Sie wussten, dass Sie zum Zeitpunkt der Tat unter Bewährungsauflagen standen und haben trotzdem erneut eine Straftat begangen”, begründete der Vorsitzende Richter Alexander Wachter sein Urteil.

Nach einer ultimativen Zahlungsrückforderung durch die Geschädigten, die kurz nach der Bareinzahlung den Restbetrag von knapp 24.000 Euro überwiesen hatten, zahlte der jetzt Verurteilte 26.000 Euro zurück.

Unklar blieb der Verbleib einer Summe von insgesamt 10.000 Euro, da diese weder in den Bankunterlagen noch in der Rückzahlung auftaucht.

Erschwerend für den Angeklagten kam die Tatsache hinzu, dass er im Vertrag mit dem Reiseveranstalter Hapag-Lloyd nicht dazu berechtigt war, den Reisebetrag von den Geschädigten anzunehmen, sondern dieser direkt an Hapag-Lloyd hätte überwiesen werden müssen. Trotzdem stellte er eine Rechnung für die gebuchte Urlaubsreise aus. Bei der Zahlung der 50.000 Euro durch den Geschädigten war der Verurteilte nicht selbst anwesend, sondern überließ dies einer Praktikantin, die an diesem Tag allein im Geschäft war.

Im Laufe der Ermittlungen wurde auch das Geschäftsmodell des Angeklagten beleuchtet. So war das Reisebüro kurz vor der Tat von einer GmbH in eine UG umgewandelt worden, einer Gesellschaft nach britischem Recht, die der Angeklagte auf den Namen seiner  Tochter, die noch die Schule besucht, angemeldet hatte.

Dies und die Liste an Vorstrafen, unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung, sorgten für erstaunte Blicke und Kopfschütteln im Publikum und schließlich auch zur Höhe des Strafmaßes, mit dem das Gericht nur drei Monate unter der Forderung der Staatsanwältin blieb.

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