Ehrenamtliche betreuen Flüchtlingsfrauen auf dem Weg zur Geburt

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In Witzenhausen betreuen ehrenamtlihe Helfer Flüchtlingsfrauen auf dem Weg zur Geburt.

Witzenhausen. "Was einen wirklich aufheitert, ist die Dankbarkeit, die uns von den Frauen und ihren Männern für unsere Hilfe entgegen gebracht wird", sagt Lisa Jung zu ihrem ehrenamtlichen Engagement in der Schwangerenbetreuung für Flüchtlingsfrauen in den Gemeinschaftsunterkünften der AWO in Witzenhausen.Die Hilfe, die Jung mit ihrer Kollegin Sarah Metcha den geflüchteten Frauen anbietet, äußert sich vielfältig: Die Beantwortung allgemeiner Fragen schwangerer Frauen, die Kontaktherstellung zu Ärzten und Hebammen und Hilfe bei Behördengängen sowie dem Ausfüllen von Formularen sind nur einige Angebote."Besonders dankbar sind wir für Spenden aus der Bevölkerung – da sind Sachen dabei, die wir sonst so nicht bereitstellen könnten", hebt Jung, die selber Mutter von drei Kindern ist, hervor. Denn durch die große Spendenbereitschaft kamen unter anderem Babyflaschen, Kleidung und Kinderwägen für die werdenden oder jungen Mütter zusammen. Diese sind dankbar für die große Unterstützung durch Ehrenamtliche und Bevölkerung, aber auch dafür, dass ihnen Asyl in Deutschland gewährt wird, nachdem sie in ihren Heimatländern teils Schreckliches miterleben mussten.Das Ehepaar Ali Rashad Rada und Sheeia Al Kadany aus dem irakischen Provinz Dyala berichtet von schlimmen Zuständen. "Drei meiner Brüder wurden getötet – und auch ich bekam Morddrohungen, weil ich als Kameramann für die irakischen Fernsehsender Sagros und KurdistanTV unter anderem auch mit Amerikanern zusammen gearbeitet habe. Ich wurde aufgefordert innerhalb   von neun Tagen das Land zu verlassen, anderenfalls würde man sich um mich und meine Familie kümmern", erzählt Ali Rashad Rada.Doch Ali und Sheeias Erlebnisse sind kein Einzelfall. Das weiß auch Jung, die durch das Miterleben solcher Schicksale das Verständnis für Hetzer ganz und gar verloren hat. "Man kann nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm scheren. Das sind keine Wirtschaftsflüchtlinge, sondern Menschen, die vor ihrem sicheren Tod geflohen sind und in Deutschland eine Chance für ein sicheres Leben sehen", stellt die 36-Jährige klar.

Schwangerenbetreuung seit einem  Jahr

Dafür, dass die Frauen eine sichere Schwangerschaft erleben, setzt sich die AWO Werra- Meißner mit der Schwangerenbetreuung ein. Gegründet wurde die Schwangerenbetreuung in Witzenhausen vor einem Jahr und seitdem haben Frauen die Möglichkeit, sich Beistand in ihrer Schwangerschaft zu holen. Aber auch die Männer der Frauen werden in Witzenhausen in den Prozess der Schwangerschaft mit eingebunden. So besuchen sie zusammen mit ihren Frauen Kurse über Kindererziehung- und verpflegung und begleiten diese auch in den Kreissaal. Das seien ganz neue Erfahrungen für die Männer, die das so aus ihren Kulturen gar nicht kennen, bemerkt Jung.

Spenden für Neugeborene gesucht

Zurzeit betreuen Jung und Metcha elf Frauen, die entweder schwanger oder junge Mütter sind. Eine von ihnen hat vergangene Woche ihr Kind zur Welt gebracht und fünf warten noch auf ihr Kind. Für diese Frauen werden jetzt dringend Kinderwagen sowie Auto-Kindersitze benötigt. Deswegen hoffen die beiden Frauen auf die bereits gezeigte Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung. Aber auch andere Spenden für die Babys seien willkommen.

Kontakt zu Lisa Jung kann unter 01758751896 hergestellt werden.

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