YouTube-Star aus Witzenhausen geht Kooperation mit Disney ein

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Liz Ehrenberg hat es durch YouTube geschafft, ihrem Traum von Amerika und Disney ein Stück näher zu kommen.

Liz Ehrenberg ist gebürtige Witzenhäuserin und hat bereits knapp 30.000 Abonnenten auf ihrem Channel

Witzenhausen. Die gebürtige Witzenhäuserin, Liz Ehrenberg, ist bereits ein kleiner Star auf YouTube. Mit rund 30.000 Abonnenten macht sich sie sich einen echten Namen im Netz. Der MARKTSPIEGEL fragte nach ihrem Leben als „YouTuberin“ und sprach mit Liz über ihre Pläne, Wünsche und Träume.

Marktspiegel (MS): Liz, du bist geborene Witzenhäuserin und lebst nun in München. Was hat dich aus dem beschaulichen Werra-Meißner-Kreis in die weite Welt (USA) und zuletzt nach München verschlagen?

Liz: Schon bevor ich 2011 mein Abitur machte, stand für mich schon fest, dass ich nach meinem Abi nicht direkt anfangen möchte zu studieren. Ich finde, dass Auslandserfahrungen und andere Umgebungen sowie Kulturen wichtig sind, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Nach meinem Auslandsjahr in New York City/New Jersey bin ich für kurze Zeit zurück nach Witzenhausen gekommen und dann im März 2013 nach München gezogen. Ich wollte nie in der Heimat studieren.

MS: Was bedeutet für dich Heimat?

Liz: Das ist eine gute Frage. Ich denke, Heimat ist dort, wo meine Familie ist. Ich weiß, dass dort immer ein Platz für mich sein wird. Sei es in Witzenhausen bei meinen Eltern und Großeltern, oder auch in Hamburg, bei meinen Geschwistern und anderen Großeltern. Witzenhausen wird immer die Stadt sein, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Aber meine Familie ist definitiv meine Heimat.

MS: Du bist seit drei Jahren auf YouTube unterwegs und hast mittlerweile rund 30.000 Abonnenten generieren können. Begonnen hast du mit Cover-Songs, weiter gings mit dem typischen You-Tube-Content von Beauty und 10-Arten über Q&A's. Mittlerweile beschäftigst du dich viel mit Disney-Serien. Wie kam es zu dieser Kooperation?

Liz: Seit drei Jahren mach ich nun aktiv YouTube. Wenn ich ein Jahr nennen müsste, welches meinen Kanal auf ein komplett anderes Level gebracht hat, wäre das 2017. Mein Freund ist Synchronsprecher und hat schon viel für Disney gesprochen. Unter anderem Nemo, als er sieben Jahre alt war. Ende 2015 fing seine Mutter bei der damals neuen Disney Channel-Serie Soy Luna an, Regie zu führen. Als die Serie dann anlief, habe ich sie natürlich auch geschaut – ich bin irgendwie nicht mehr davon losgekommen. Ich bin sowieso ein absolutes Disney-Girl. Man ist schließlich nie zu alt für Disney. Im Dezember 2016 dann habe ich Disney kontaktiert, da ich im Synchronstudio filmen wollte, um meinen Zuschauern einen besseren Einblick in das Ganze zu geben. Es folgten Events, wie die Disney Store-Eröffnung in München und die exklusive Einladung zum Disney-Influencer-Programm. Disney ist bisher meine einzige große permanente Kooperation. Damit bin ich aber auch schon mehr als gut beschäftigt.

MS: YouTube ist nicht dein Hauptberuf. Du studierst „Media Design“. Haben die Anfänge von YouTube die Wahl deines Studienganges beeinflusst oder eher andersrum?

Liz: Als ich 2013 nach München gezogen bin, habe ich International Business studiert. Aus Langweile habe ich 2014 neben dem Studium dann mit YouTube so richtig angefangen. Doch bevor das alles überhaupt passiert ist, habe ich in Witzenhausen, zu meiner Schulzeit, immer gern fotografiert. Ich habe sogar ein paar Fotoshootings gemacht und das mit Liebe und Leidenschaft. Ich hatte 2013 auch ein Studienplatz in Hamburg für ein Design Studium. Allerdings wollte ich auf Nummer sicher gehen und was „Vernünftiges“ studieren. Durchgehalten habe ich es bis Ende meines Praxissemesters. Da ist mir klargeworden, dass ich in diesem Bereich unbedingt arbeiten möchte und deshalb habe ich dann direkt im Oktober 2015 angefangen Media Design zu studieren. Von Grafik bis zum Film deckt dieses Studium alles. Durch YouTube habe ich mich immer mehr in Richtung Video bewegt und möchte nun auch im Bereich Motion Design arbeiten. Nun, lange Rede kurzer Sinn: YouTube hat mich zwar schon mehr oder weniger beeinflusst, doch war das kreative Interesse schon vorab da. YouTube ist für mich einfach die passende Plattform, um mich in meiner Freizeit kreativ auszuleben und das in einem Themengebiet, worin ich komplett aufblühe.

MS: Dieses öffentliche Leben und das Leben als „YouTuber“ bringt Fans, Veranstaltungen und Events mit sich. Wie fühlt es sich an dort mitspielen zu können? Auf bundesweiten Beauty-Conventions zu sein und Kooperationen mit Labels, Marken oder Firmen einzugehen? Fühlst du dich manchmal wie eine wandelnde, lebendige Werbung und unter Druck oder hält sich das bei dir noch in Grenzen?

Liz: Wie eine lebedinge Werbung fühle ich mich nicht. Hierzu möchte ich nie „mutieren“. Ich unterstütze und promote das, was ich liebe oder selbst in meiner Freizeit benutze – momentan vor allem Disney.

MS: Was war deine aufregendste Begegnung in deiner YouTube-Laufbahn?

Liz: Super cool war es im Juli 2017, die zwei Hauptdarsteller aus der Serie Soy Luna, Karol Sevilla und Ruggero Pasquarelli, zu interviewen. Die beiden waren aus Argentinien in München und haben Interviews im Bayrischen Hof gegeben. Dank des Disney Channels durfte ich die zwei dann interviewen. Auch die zwei Drehs von Soy Luna und der Auftritt in Köln mit Model Betty Taube-Günter waren total cool. Die Glowcon in Düsseldorf und Berlin waren unglaublich toll letztes Jahr. Da durfte ich so viele meiner Zuschauer treffen, was für mich total surreal war, dass mich Leute erkennen und Fotos mit mir machen wollen. Surreal, aber unglaublich toll, denn ich habe eine wirklich tolle Community. So toll und stark, dass ich im November meine eigene App launchen durfte, in Zusammenarbeit mit CrowdTV.

MS: Du bist gerade mitten im Studium einer Branche, die im ländlichen Raum nur dünn angesiedelt ist. Bedeutet das zugleich, dass Witzenhausen keine Option mehr für dich ist?

Liz: Witzenhausen ist und bleibt der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin. Ich bin sehr dankbar dafür und möchte es ganz sicher nicht missen. Ich komme auch immer wieder gern zurück. Nach meinem Abschluss 2019 steht aber erstmal Kanada auf meinem Plan.

Ich würde sagen, dass nicht nur Witzenhausen, sondern generell Deutschland momentan für mich keine Option ist. Seitdem ich länger in Amerika gelebt habe, vermisse ich es immer mehr.

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