Neu Eichenberg: Fische im Vorgartenteich von Fischzucht getötet

Dichter Schaum und trübes Wasser: So fand man die beiden Teiche der Zierfischzucht vor, die vor dem Unternehmen in Neu-Eichenberg angelegt wurden.
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Dichter Schaum und trübes Wasser: So fand man die beiden Teiche der Zierfischzucht vor, die vor dem Unternehmen in Neu-Eichenberg angelegt wurden.

In Neu Eichenberg wurden zwei Vorführteiche mit Zierfischen bewusst verunreinigt, was die Tiere Tötete

Neu-Eichenberg. Am vergangenen Montagmorgen erreichte Michael Rost eine schlechte Nachricht – und das in seinem Urlaub. Zuhause, im beschaulichen Hebenshausen, hatte ein Nachbar in seiner Abwesenheit eine grausame Entdeckung gemacht. Die beiden kleinen Teiche vor Rosts Zierfischzucht waren offensichtlich verunreinigt worden. Zentimeter hohe Schaumberge zeugten davon, dass hier etwas ins Teichwasser getan wurde, was da nicht hingehört.

Der aufmerksame Nachbar sendete Bilder der verschmutzten Anlage an den 48-Jährigen. Das Ausmaß wurde schnell deutlich: 50 Regenbogenelritzen verendeten qualvoll in der trüben Brühe.

Michael Rost von der gleichnamigen Zierfischzucht in Neu-Eichenberg.

Rost habe die Teiche nach eigener Aussage ursprünglich als Musterteiche für Süßwasserfische angelegt. Hier seien Tiere und Technik auch zu Werbezwecken genutzt worden: „Ich probiere das Zubehör selbst aus, um es anschließend guten Gewissens weiter empfehlen und meine Erfahrungen weitergeben zu können. Mit so etwas habe ich natürlich nicht gerechnet“, berichtet er.

Die Zierfischzucht führe er nebenberuflich. Die Zucht gebe es bereits seit 2001 gewerblich, später sei auch der Verkauf von Aquarium- und Teichzubehör dazu gekommen.

Schaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt

Den Schaden durch die Verunreinigung schätzt der 48-Jährige auf rund 5.000 Euro: „Zwischen 300 und 500 Euro waren die Fische wert, aber noch viel teurer wird die Erneuerung der Teiche: „Pumpen und Kieselsteine müssen rückstandslos gereinigt werden. Ich weiß immer noch nicht genau, mit welchem Fremdstoff das Wasser verschmutzt wurde. Dem Geruch nach zu urteilen muss es Spülmittel gewesen sein. Ob ich Teile der Anlage wiederverwenden kann, werden genauere Untersuchungen zeigen.“

Rätselraten um das Tatmotiv

An einen Racheakt glaube Rost nicht, Feinde habe er keine: „Wir führen zwar über 200 verschiedene Fisch- und Garnelenarten, doch züchten vergleichsweise wenig, beziehen die Tiere überwiegend von Großhändlern und legen großen Wert auf schonenden Umgang mit den Tieren. Da kann man mir auch nichts vorwerfen, ich bin mit Leib und Seele Aquarianer Und es ist doch so: Erst wenn sie sich richtig wohl fühlen, entfalten sie ihre volle Schönheit und dann lassen sich die Tiere auch besser verkaufen. “

Ein Dummejungenstreich könnte es da schon eher gewesen sein. Der, so Rost, sei allerdings weit über das Ziel hinausgeschossen. Akribisch geplant gewesen sei die Tat in seinen Auge nicht: „Es ließ sich rekonstruieren, dass sich die Tat am Montagmorgen gegen 8 und 9 Uhr ereignet haben muss. Momentan haben wir durch eine Umleitung ein sehr hohes Verkehrsaufkommen im Ort. Die Chance dabei von jemanden erwischt zu werden ist also relativ hoch“, so Rost, weshalb er auf Facebook und auch jetzt noch nach Zeugen sucht. Die werden gebeten, sich an die Polizei in Witzenhausen zu wenden.

Hier hat Rost mittlerweile Anzeige gegen Unbekannt erstattet. In den sozialen Netzwerken schlug der Beitrag ein wie eine Bombe. Tausende teilten ihn, kommentierten und verurteilten die verabscheuungswürdige Tierquälerei. Was auch immer bei den polizeilichen Ermittlingen herauskommt: Dem Fischfreund bleibt nichts anderes übrig, als die Anlage neu aufzubauen.

Da er nicht wisse, mit was man das Teichwasser verschmutzt habe, würde er es über den Abwasseranschluss seines Hauses entsorgen müssen. Eine Probe werde er aber vorher nehmen, um die Flüssigkeit zu analysieren. Rost denkt nun darüber nach die beiden betroffenen Teiche vor dem Gebäude per Kamera zu überwachen: „Bislang hielt ich das nicht für nötig, weil ich dachte, dass wir hier eigentlich recht friedlich leben.“

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