Sondergebiet Logistik bietet Chance auf 4.000 neue Arbeitsplätze

Ein neues Sondergebiet für Logistik könnte bei neu Eichenberg bis zu 4.000 neue Arbeitsplätze im Kreis schaffen

Hebenshausen.  Seit 2002 beschäftigt sich die Gemeinde Neu-Eichenberg mit einer Ansiedlung eines Sondergebietes Logistik. Ein interkomunales Projekt zwischen Niedersachsen und Hessen sollte auf der knapp 80 Hektar großen Fläche der Domäne Hebenshausen entstehen.

Schon vor 16 Jahren hat der Hessische Landtag, dem das Land gehört, beschlossen es zu verkaufen. 2006 wurde in einem Bürgerentscheid mit einer Zweidrittelmehrheit für eine Gebietsentwicklung gestimmt.

Bereits eine Million Euro investiert

Drei Jahre später wurde der Bebauungsplan rechtskräftig. Knapp eine Millionen Euro sind seitdem bereits für die Planungskosten für die Gemeinde entstanden. Für die 1.830 Einwohner-Gemeinde mit einem kleinen Bäcker und einem Metzgerlädchen sei das Sondergebiet Logistik eine Hoffnung auf eine infrastrukturelle Entwicklung für den gesamten Werra-Meißner-Kreis, erklärt Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth.

„Ein XXL-Logistikzentrum würde rund 4.000 Arbeitsplätze schaffen. Wenn man bedenkt, dass 9.000 Menschen täglich aus dem Werra-Meißner-Kreis Kreis bis zu 50 Kilometer zur Arbeit pendeln, könnte das einen enormen Mehrwert für diese Leute haben“, erwähnt Dr. Lars Kleeberg von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

„Aktuell befinden wir uns in konkreten Verhandlungen mit Projektentwicklern, die von den großen Firmen beauftragt werden. Deshalb wissen wir oft auch gar nicht, welche Firmen hinter den Projektentwicklern stecken“, berichten die Bürgermeisterin und der Wirtschaftsförderer.

Fläche kann komplett oder teilweise verkauft werden

Die Fläche sei nicht nur gesamtheitlich erwerbbar, sondern auch in Teilabschnitten. In dem Bebauungsplan (siehe Bild) ist außerdem auf der Gesamtfläche eine 1,8 Hektar große Gewerbefläche (grau) vorgesehen. „Für die Gemeinde sind lediglich die Planungskosten ein Risiko“, berichtet Ilona Rohde-Erfurth. „Wir sind im schlechtesten Fall mit 50 Prozent am Überschuss beteiligt, damit wäre die Gemeinde mit einem Schlag alle Schulden los“, fährt sie fort.

Das Projekt bietet auch Gegnern und Zweiflern seit Jahren Diskussionsgrund. Erst kürzlich versammelten sich mutmaßliche Bürger der Gemeinde, um andere Nutzungsmöglichkeiten des Areals zu finden. Zum Beispiel mit der Uni Kassel zusammen, dort ökologische Start-Ups anzusiedeln. Auch ein Zukunftsforscher soll gefunden werden, der mögliche Auswirkungen des geplanten Logistikgebietes analysieren soll. „Von den knapp 60 Leuten bei der Versammlung im Martin-Luther-Haus waren nur maximal 18 Eichenberger dabei“, berichtet Rohde-Erfurth.

Die Wortführer dieser Bewegung seien Studenten aus Witzenhausen und Göttingen gewesen, deren Befindlichkeiten nicht mehr berücksichtigt werden könnten, so die Bürgermeisterin. „Wir führen hier nur aus, was in Wiesbaden längst beschlossen wurde“, so Rohde-Erfurth weiter. Die Verhandlungen mit den Interessenten seien bereits in der finalen Phase und unaufhaltsam.

Rubriklistenbild: © Horn

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