„Entenbrot ist Ententod": Schilder in Witzenhausen weisen auf die Gefahren hin

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Bürgermeister Daniel Herz und Mit-Initiatorin Sibylle Faust hoffen, dass die Schilder die Menschen für das Thema sensibilisieren.

Bitte nicht füttern: Dass für Enten und Schwäne Gefahr entsteht, wenn sie mit Brot gefüttert werden, ist Vielen nicht bewusst. Hinweisschilder in Witzenhausen sollen nun für das Thema sensibilisieren.

Witzenhausen. Es ist eine nicht endende Diskussion – und doch wissen nur wenige Menschen um die Gefahr für alle Lebewesen im Teich oder Fluss, wenn Enten und Schwäne mit Brot gefüttert werden. Denn nicht nur die Wasservögel können dadurch sterben.

Falsch verstandene Tierliebe

Manche Entenfreunde kommen fast jeden Tag an den Anleger an der Werra-Brücke, um die vielen Enten sowie das unter der Brücke brütende Schwanenpaar zu füttern, berichtet Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz. „Dafür kaufen sie sogar extra Brot“, so Herz, „und wissen nicht, was sie mit ihrer falsch verstandenen Tierliebe anrichten.“ Eine Folge, die im vergangenen Sommer besonders hervorgetreten sei: Durch die Futterreste seien zahlreiche Ratten an die Werraufer unterhalb der Brücke angelockt worden, erinnert sich Herz. Um über die Folgen der falsch verstandenen Tierliebe aufzuklären und für die damit verbundenen Gefahren nicht nur für die Wasservögel zu sensibilisieren wurden vergangene Woche rechts und links der Werra-Brücke Hinweisschilder angebracht. Unter dem Motto „Entenbrot ist Ententod“ sollen diese über die Auswirkung der Fütterung für die Tiere informieren.

Die Idee dazu kam von zwei Witzenhäuser Studentinnen, die sich ehrenamtlich beim Tierschutzverein Witzenhausen engagieren. Bianca Costa und Sibylle Faust haben sich von einer ähnlichen Aktion inspirieren lassen, die bereits vor Jahren im Ahnepark in Vellmar umgesetzt wurde. „Wir haben die Schilder im Ahnepark gesehen und uns entschlossen, es für Witzenhausen aufzugreifen“, berichtet Faust. Die beiden jungen Frauen hätten regelmäßig beobachtet, wie Enten an der Werra und im Stadtpark mit Brot und Brötchen gefüttert werden. Damit tun die Menschen den Tieren aber keinen Gefallen, sondern schaden ihnen mehr. Brot und andere verarbeitete Lebensmittel seien nämlich kein geeignetes Futter für die Wasservögel. „Enten und Schwäne suchen sich ihr Futter selbst und sind auf das Brot nicht angewiesen“, sagt Faust und verweist darauf, dass das Füttern dazu führe, dass die Tiere durch das Brot so übersättigt sind, dass sie nicht mehr auf ihr natürliches Futter, wie Schnecken, Insekten und Pflanzen zurückgreifen.

Erkrankungen bei den Tieren seien aber nur eine Folge des „Entenfütterns“. Die Brotreste am Ufer verschimmeln, locken Ratten an und sorgen für vermehrtes Algenwachstum, beschreibt die Mit-Initiatorin der Aktion die vielfältigen Gründe, vom Füttern der Tiere Abstand zu nehmen. „Man kann die Tiere auch ohne Futter beobachten und fotografieren.“

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