Erfolgreich gegen Fliegenplage gekämpft

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Im Witzenhäuser Ortsteil Ermschwerd gibt es keine Fliegenplage mehr - Bemühungen hatten Erfolg

Witzenhausen-Ermschwerd. "Wie haben wir das ,fliegenfreie’ Jahr 2015 erlebt?" Diese Frage stellten sich kürzlich alle Ermschwerder Bürger, die in den vergangenen Jahren fast verzweifelt wären. Sie konnten nicht draußen sitzen, mussten ihre Fenster verschlossen halten und auf sommerfesten wurden die Essenstände im wahrsten Sinne des Wortes ,umschwärmt’...

,Endlich wieder Lebensqualität’

"Der Sommer ist gegangen und auch das letzte Quartal dieses Jahres neigt sichdem Ende zu – Zeit, einen Rückblick zu starten und große Freude sowie Glücksgefühle zum Ausdruck zu bringen, dass die diesjährige warme Jahreszeit ohne die uns seit 2008/2009 begleitenden Plagegeister verlebt werden konnte", gibt Ortsvorsteher Viktor Lapuchin seiner Freude Ausdruck.Er spreche im Namen aller Ermschwerder, betont er.Es seien Rückmeldungen – gefragt und ungefragt – von den seinerzeit betroffenen Anwohnern gekommen, mit dem Tenor: "Herrlich", "Spitze!", "endlich wieder Lebensqualität, wir können ungestört draußen sitzen und grillen!", ergänzt Rüdiger Diehl von der Ermschwerder Bürgerinitiative, die bis ,zur letzten Fliege’ gekämpft hat. "Dieser Zustand ist jedoch nicht von alleine eingetreten", erklärt er. "Beherzte Bürgerinnen und Bürger hatten die Initiative ergriffen und – unterstützt durch Presse, Rundfunk sowie Informationskampagnen – auf dieses Übel hingewiesen und nach Abhilfe verlangt."

Obwohl die Hauptquelle für die enorm hohe Fliegenbelas­tung – nämlich die Kompos­tierungsanlage auf dem Burgberg – bekannt war, so Diehl weiter, hätten Behörden- und Volksvertreter dies zunächst in Zweifel gezogen. Daher habe sich eine erfolgreiche Hilfe von Jahr zu Jahr verschleppt. Durch juristischen Beistand, den die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner privat auf eigene Kosten engagierten, sei endlich Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Die Vertreter des Regierungspräsidiums seien endlich tätig gworden.

Werra-Meißner-Kreis wurde tätig

"Der 1. Kreisbeigeordnete des Werra-Meißner-Kreises, Herr Dr. Wallmann, erkannte die Situation", so Diehl. In Abstimmung mit dem Abfallzweckverband und der Stadt Witzenhausen wurde in den Sommermonaten der letzten Jahre die Bioabfallanlieferung und -behandlung auf der Kompostanlage ausgesetzt.

"Und siehe da – nach wenigen Wochen kehrte zur Freude aller Geplagten die Lebensqualität zurück, Fliegen waren danach nicht mehr das Hauptthema", erläutert Diehl. "Den Verantwortlichen, die in den Sommern 2013 und 2014 die Aussetzung der Bioabfallanlieferung auf der Kompostierungsanlage realisieren halfen, sei an dieser Stelle gedankt." Und weiter: "Heute wird der Abfall aus der ,Grünen Tonne’ in Lohfelden in einer Vergärungsanlage behandelt und auf der Witzenhäuser Kompostanlage – dem Eigentümer und Betreiber sei gedankt – nur Grünschnitt verwertet. Schön, dass beispielsweise die holzige Biomasse, die im Rahmen von Pflegemaßnahmen umfassend anfällt, zum Teil als Brennstoff genutzt werden kann, wie auf dem Klimaschutzforum des Landkreises kürzlich zu hören war."

Lapuchin und Diehl danken all den Personen, die die Initiative ergriffen hatten und sich durch ihren persönlichen Einsatz um den erfolgreichen Fortgang der Sache kümmerten. "Eine Gruppe von Menschen, sowohl Vertreter der Bürgerinitiative als auch fachlich versierte Mitbürger, arbeiteten intensiv zusammen, verfolgten unbeirrt ihr Anliegen und erreichten somit das gesteckte Ziel – mit Unterstützung weiterer Ermschwerder Bürger", sagt Diehl. "Wie man sieht, lohnt es sich, für eine berechtigte Sache einzutreten, auch wenn verantwortliche Behördenvertreter zunächst wegschauen und erst nach juristischer Aufforderung reagieren."

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