Ernte 2015: Bauern klagen über Hitze, Schädlinge und Preisverfall

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Die Trockenheit, Mäuseplagen und Viren haben den Landwirten im Werra-Meißner-Kreis die Ernte 2015 verhagelt. Zudem sind die Erzeugerpreise im Keller.

Werra-Meißner. 10 bis 40 Prozent weniger Ertrag auf dem Ackerland sowie Einbußen von 50 Prozent und mehr bei den Futtermitteln – das ist die Bilanz des Erntejahres 2015 im Werra-Meißner-Kreis, die der Hessische Bauernverband und der Kreisbauernverband am Mittwoch auf der Domäne Lautenbach vorgestellt haben.

Für die mehr als 1.000 Landwirte im Landkreis sei es keine einfache Ernte gewesen, sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Torsten Möller. Dazu habe vor allem die andauernde Trockenheit beigetragen. "Und was die Hitze nicht erledigt hat, haben die Mäuse zunichte gemacht." Zudem habe der Gelbverzwergungsvirus für erhebliche Ernteverluste beim Wintergetreide gesorgt. Möllers Fazit: "Wir können um jeden Halm froh sein, den wir reinbekommen haben."

Neben Mäuseplage und Virusbefall bereiten den Landwirten vor allem die Preise Kopfzerbrechen. "Gegenüber dem Vorjahr sind die Milchpreise um etwa 30 Prozent und die Schweinepreise um gut 20 Prozent gefallen", berichtete Karsten Schmal. Dafür machte der  Vizepräsident des Hessischen Bauernverbands vor allem die Niedrigpreisstrategie des Einzelhandels und das Russland-Embargo der EU verantwortlich.

"Ein Landwirt ernährt 184 Personen, aber ist derzeit kaum in der Lage, seine eigene Familie zu versorgen", umriss Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, die Lage. Um diese Situation abzufedern, hat der Hessische Bauernverband Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gebeten, ein Soforthilfeprogramm zur Existenzsicherung landwirtschaftlicher Betriebe auf den Weg zu bringen.

Zudem hat der Verband aufgrund der schlechten Futtermittelernte eine Grundfutterbörse eingerichtet. "Viele Rinderhalter wissen nicht, wie sie ihr Vieh im kommenden Winter versorgen sollen", machte Schmal deutlich, und Roth ergänzte: "Die niedrigen Preise und das geringe Angebot an Futtermitteln bedrohen einige Betriebe in ihrer Existenz."

Des weiteren zeigten sich die gut 25 Teilnehmer des Erntegesprächs unzufrieden mit der Politik. Insbesondere die Verbote insektizider Beizmittel und des Herbizids Glyphosat stießen auf Unverständnis. Zudem komme aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium insgesamt zu wenig Unterstützung, monierte Schmal.

Er kritisierte darüber hinaus  die Darstellung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit als "katastrophal". "Wir produzieren Lebensmittel in bester Qualität zu geringen Preisen", sagte Schmal, "es wird Zeit, dass das gebührend honoriert wird."

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