Erste Trauung im Wasserschloss Aue bei Wanfried

Ruth Köditz und Cornelia Geschwandtner (links) und Robert Köcher (rechts) vom Heimatverein sowie Bürgermeister Wilhelm Gebhard freuen sich mit dem Brautpaar Anja und Roland Mangold über die erste Eheschließung an der Wasserburg.
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Ruth Köditz und Cornelia Geschwandtner (links) und Robert Köcher (rechts) vom Heimatverein sowie Bürgermeister Wilhelm Gebhard freuen sich mit dem Brautpaar Anja und Roland Mangold über die erste Eheschließung an der Wasserburg.

Wanfried hat einen neuen Trauort! Romantik pur bieten die historischen Gemäuer des Wasserschlosses in Aue.

Wanfried/Aue. Vor einiger Zeit fand die erste Eheschließung in der Wasserburg in Aue statt. Roland und Anja Mangold, geb. Jakobi aus Frieda, waren die ersten Brautleute, die den neuen historischen Trauort in dem Wanfrieder Stadtteil ausgewählt haben und sich vor Bürgermeister Wilhelm Gebhard das Ja-Wort gaben. Und das ganz bewusst.

Beide sind Mitglied im Heimatverein Aue, der sich bereits seit über zwei Jahrzehnten sehr intensiv um die Burg kümmert. Im Jahr 1637 fiel die Burg einem Brand zum Opfer. Vermutet wird, dass kroatische Truppen im Zuge des 30-jährigen Krieges die Herberge niedergebrannt haben. Von dem ursprünglich dreigeschossigen Haus mit Dachstuhl, das dem Landgrafenschloss in Eschwege ähnlich gewesen sein soll, ist heute nur noch wenig übrig. Das Feuer hat am Ende alles unter sich begraben.

Viele interessante Fundstücke

Für die Verantwortlichen des Heimatvereins und für die Grabungsgruppe um Dr. Karl Kollmann war dieser Umstand in den vergangenen Jahren jedoch ein großes Glück. Vieles, was dem Brand im Jahr 1637 zum Opfer fiel, wurde unter dem Schutt begraben und konserviert. Zahlreiche interessante Fundstücke aus längst vergessenen Tagen wurden nach über 350 Jahren in mühevoller Kleinarbeit Stück für Stück freigelegt und schließlich ausgegraben.

Einige der Gegenstände sind in Deutschlands kleinstem Turmmuseum heute auf der Burg zu besichtigen. Zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt Wanfried hat der Heimatverein als Eigentümer der Burg in den vergangenen 20 Jahren viel erreicht. Die Reste der Burg wurden gesichert und zugänglich gemacht. Der Vorplatz wurde gerodet und gestaltet. Hierbei kamen auch zahlreiche Spenden zum Einsatz.

Viele ehrenamtliche Helfer bei der Sanierung

In den letzten Jahren haben sich viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an die aufwendige Sanierung der Gewölberäume gewagt. Der mittlere Teil ist mittlerweile abgeschlossen und wird bereits seit über einem Jahr für diverse Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.

Als folgerichtigen nächsten Schritt hat der Verein beschlossen, beim Magistrat der Stadt Wanfried einen Antrag zu stellen, die Burg als Trauort zu widmen. Hier stießen die Verantwortlichen auf offene Ohren bei Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Im Spätsommer fiel die positive Entscheidung.

Vier Trauorte in Wanfried

Die Stadt Wanfried hat damit mittlerweile vier Orte für Eheschließungen. „Allein durch den Wanfrieder Hafen hat sich die Anzahl an Eheschließungen von damals 15 bis 20 im Jahr auf mittlerweile über 30 gesteigert. Wir sind gespannt, wie sich die Anzahl mit den beiden neuen Orten weiterentwickelt“, so Gebhard.

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