Workshops für Kinder: Erzählkunst im Stil der Nomaden

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(v.li.) Ursula Baumgärtel-Blaschke (Vorsitzende Bürgerstiftug Werra-Meißner), Jochen Eiffert (VR Bank Werra-Meißner), Sylvia Weinert (Fachbereich Kultur Werra-Meißner) und die Organisatorin Dorothea Nennewitz.

Im September steht auf dem Bioland-Hof Werragut zwischen Aue und Niederdünzebach eine mongolische Jurte. In dieser bietet Erzählerin Dorothea Nennewitz spezielle Erzähl-Workshops für Kinder an.

Niederdünzebach. Der Bioland-Hof Werragut ist in der Region bekannt durch die Legehennenhaltung in Hühnermobilen und die Mutterkuhhaltung mit der vom Aussterben bedrohten Rasse Rotes Höhenvieh. Im September jedoch wird der Hof von Landwirtschaftsmeisterin Katharina Nennewitz zum Veranstaltungsort für ein Erzählkunst-Erlebnis der besonderen Art. Vom 19. bis 30 September steht dort eine mongolische Jurte, in der Erzählkunst-Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten werden. „Die Jurte ist seit Jahrhunderten eine Stätte, an der Märchen und Mythen erzählt werden. Hier können die Kinder die ungewöhnliche Architektur der mongolischen Jurte entdecken und das Leben von Nomaden kennen lernen”, so Dorothea Nennewitz vom Verein Erzählenswert e.V., die das Projekt gemeinsam mit der Erzählerin Kathleen Rappolt durchführt.

Geplant sind die Workshops jeweils vormittags und nachmittags an den Werktagen für Kinder- und Jugendgruppen jeden Alters. Die Workshops finden ab einer Teilnehmerzahl von mindestens zehn Kindern statt. „Kindergärten- oder Schulgruppen sind herzlich willkommen. Einzelne Anmeldungen werden dann zu bestehenden Workshops hinzugefügt”, erklärt die Erzählerin.

Der Ablauf

Das Programm dauert etwa eineinhalb bis drei Stunden und beginnt mit dem freien Erzählen von Märchen und Geschichten. Durch Gruppenspiele und pädagogische Anleitungen entwickeln die Kinder dann eigene Geschichten, die sie anschließend im einzigartigen Ambiente der Jurte präsentieren. „Es hat sich gezeigt, dass sich die Kinder beim Erzählen der Geschichten sehr wohl fühlen und Spaß haben. Allgemein ist in Studien bewiesen, dass Erzählkunst nicht nur das Sprachvermögen der Kinder, sondern auch den emotionalen, sozialen und kognitiven Bereich fördert”, so Dorothea Nennewitz. Das besondere Eingehen auf die Kinder als Zielgruppe ist auch den Förderern des Projektes wichtig. „Gerade im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung ist es besonders für die Kinder und Jugendlichen wichtig, sich zu entschleunigen und mehr miteinander zu reden”, so Jochen Eiffert von der Stiftung mit Herz für die Region der VR Bank Werra-Meißner. Auch die Bürgerstiftung Werra-Meißner, vertreten durch die Vorsitzende Ursula Baumgärtel-Blaschke, zögerte nicht lange, um das Projekt zu unterstützen. Weitere Förderer sind die Stadt Eschwege, der Werra-Meißner-Kreis und die Rechtsanwälte Henties und Kollegen.

Die Jurte

Die Jurte im noch nicht ganz aufgebauten Zustand.

Die Jurte, die im aufgebauten Zustand 5,80 Meter im Durchmesser misst, bietet Platz für 40 Personen. Die 80 Stangen, die die Scherengitter mit dem Dach der Jurte verbinden, werden nur gesteckt, Schrauben gibt es an dem Zelthaus nicht. Auch die Scherengitter werden nicht verschraubt, sondern mit Pferdehaarseilen verbunden. Für die Wärme und Verpflegung sorgt ein Ofen in der Mitte der Jurte. Die Kosten des Workshops betragen 4 Euro pro Kind (inklusive Tee und Fladenbrot), eine Anmeldung kann telefonisch unter Tel. 05352–907916 oder per Mail an d.nennewitz@t-online.de erfolgen.

Damit die Erwachsenen nicht zu kurz kommen, ist auch eine Erzählkunstveranstaltung für sie geplant. Diese findet am 23. September um 19 Uhr statt. Unter dem Titel „Fortuna schmunzelt, kichert, lacht” erzählen Dorothea Nennewitz und Kathleen Rappolt Geschichten vom Glück und der Suche danach. Hier kostet der Eintritt 10 Euro (ermäßigt 6 Euro). Da die Plätze in der Jurte begrenzt sind, ist eine Voranmeldung unbedingt empfohlen.

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