Badewarnung für den Werratalsee zwischen Eschwege und Meinhard

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Sommer, Sonne, Sonnenschein und ein See direkt vor der Haustür, es könnte so schön sein. Aber jetzt musste für das Ostufer eine Badewarnung ausgesprochen werden.

Wieder einmal Badewarnung für den Werratalsee zwischen Eschwege und Meinhard. Blaualgen haben den See massenhaft bevölkert und stellen eine Gesundheitsgefahr dar.

Eschwege. Seit Anfang der vergangenen Woche gilt für das Ostufer des Werratalsees eine Badewarnung wegen einer zu hohen Konzentration an Cyano-Bakterien, auch Blaualgen genannt. Hohe Wassertemperaturen begünstigen das Wachstum dieser Bakterienart, die in jedem Gewässer vorkommen und die bei normaler Konzentration vollkommen ungefährlich sind. Bei einer massenhaften Vermehrung verschlechtert sich die Wasserqualität erheblich. Zur Zeit stinkt es am See beißend und die Farbe des Wassers wirkt auch sehr unnatürlich. Am Seeufer haben sich schillernd blaue Ablagerungen gebildet und im See treiben Schlieren und Teppiche der Cyano-Bakterien.

Blaualgen gefährden Fischbestand

Durch die massenhafte Vermehrung der Blaualge gelangt zu wenig Licht auf den Grund des Sees und zu den tiefer wachsenden Wasserpflanzen. Dadurch kann es zu Sauerstoffschwankungen im Wasser kommen, die sogar zu einem Fischsterben führen können.

Die giftigen Ausscheidungen der Bakterien gefährden Fische und Zooplankton und können auch für Badende gesundheitsschädlich sein. Eine Gefahr besteht vor allem, wenn man versehentlich Wasser schluckt. Auch für Hunde ist der Kontakt mit dem belastetem Wasser gefährlich. Beim Menschen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemnot kommen.

Viele Seen bundesweit haben derzeit Probleme mit Blaualgen

Derzeit kommt es, wegen des anhaltenden Sommerwetters in vielen flachen Seen bundesweit und an Nord- und Ostsee zu explosionsartiger Vermehrung der Blaualgen und damit zu Badewarnungen und zu Badeverboten. „Wenn es um die Belastung durch den Kot von Enten und Gänsen geht, da haben wir in den letzten Monaten keine Probleme gehabt. Wir haben auch schon für 2019 die Zusage, dass es kein Badeverbot geben wird“, berichtet der Meinharder Bürgermeister Gerhold Brill. Die Belastung mit Cyano-Bakterien, die durch einen zu hohen Nährstoffeintrag in Gewässer begünstig wird, kann mit einfachen Mitteln nicht bekämpft werden.

Uneinigkeit über die richtige Methode zur Seerettung

Mit welcher Methode hier vorzugehen ist, ist unter den verschiedenen Gutachtern und in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung umstritten. Auch zwischen den Gemeinden Eschwege und Meinhard besteht Uneinigkeit, wie man vorgehen sollte. Den Cyano-Bakterien kann das nur recht sein, sie vermehren sich nach Bakterienart exponential weiter.

Hier finden Sie den dazugehörigen Zwischenruf der Redakteurin.

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