Eschwege ernannte Herbert Fritsche zum Ehrenbürger

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Herbert Fritsche ist der 16. Ehrenbürger Eschweges. Der Pädagoge, Historiker und vielfache Vereinsvorsitzende wurde heute im Rathaussaal geehrt.

Eschwege. Herbert Fritsche staunte nicht schlecht, als er auf Bitten von Bürgermeister Alexander Heppe einen Blick auf die Liste der Ehrenbürger der Stadt Eschwege in dem von ihm selbst verfassten Eschwege-Lexikon warf, das heute Vormittag offiziell im Rathaussaal vorgestellt wurde. Dort ist der 81-Jährige selbst als 16. Ehrenbürger aufgeführt.

"Du siehst: Wir haben das Lexikon nicht ganz so veröffentlicht, wie Du es freigegeben hast", sagte Heppe. Denn der Geehrte selbst wusste bis dato nichts von dieser Auszeichnung, die die Stadtverordneten bereits am 2. März einstimmig beschlossen hatten.

"Wer, wenn nicht du, hätte diese Auszeichnung verdient?", fragte Heppe rhetorisch. Er würdigte Fritsche als Schulleiter und Pädagoge, als Sportfreund und Turner, als Historiker, Autor und begnadeten Redner, als Zinnfiguren-Enthusiasten, Vereinsvorsitzenden und Stammtischbruder, als einen Europäer und Lebensbejaher, als einen Diener der Stadt Eschwege und ihrer Bürger und als Freund. Fritsche habe in verschiedensten Funktionen stets Verantwortung übernommen und aktiv mitgearbeitet, lobte Heppe. Er sei aus dem öffentlichen Leben der Stadt nicht wegzudenken und habe sich sowohl um deren Geschichte als auch um deren Gegenwart in außerordentlichem Maße verdient gemacht.

Der erste Ehrenbürger seit 35 Jahren

Herbert Fritsche nahm die Ehrung sichtlich gerührt entgegen. "Man kommt als normaler Mensch und geht als Ehrenbürger", sagte der ehemaliger Rektor der Friedrich-Wilhelm-Schule, bevor er die zahlreichen Glückwünsche von alten Weggefährten sowie Vertretern aus Politik, Verwaltung und Vereinen entgegennahm und bereitwillig Exemplare des Eschwege-Lexikons signierte. Unter den Gratulanten waren auch zahlreiche ehemalige Schüler Fritsches. "Die Unterschrift kennt man ja noch von den Zeugnissen", scherzte etwa Eschweges CDU-Fraktionschef Stefan Schneider.

Dass die Ernennung zum Ehrenbürger eine nicht alltägliche Auszeichnung ist, machte Bürgermeister Heppe in seiner Laudatio deutlich: "Herbert Fritsche ist seit 35 Jahren der erste, dem diese Ehrung zuteil wird." Damals wurde Fritz Delius, der ehemalige Dekan des Eschweger Kirchenkreises und Pfarrer der Altstädter Gemeinde, mit dieser Auszeichnung bedacht.

EXTRA-INFO: Zur Person

Herbert Fritsche wurde am 30. April 1934 in Kassel geboren und zog 1943 kriegsbedingt zu den Großeltern nach Eschwege.

Ab 1954 studierte Fritsche Geschichte, Politik und Sport für das Lehramt an der Philipps-Universität in Marburg.

Nach dem Referendariat in Rotenburg/Fulda und Kassel sowie dem 2. Staatsexamen unterrichtete er an der Wilhelmschule in Kassel, von 1963 bis 1973 an der FWS in Eschwege und von 1973 bis 1981 am dortigen Oberstufengymnasium.

Im Dezember 1981 wurde er zum kommissarischen Schulleiter der FWS ernannt und 1982 offiziell in das Amt eingeführt. Dieses bekleidete er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1999.

Herbert Fritsche war Vorsitzender des Geschichtsvereins (1973-1975), des ETSV (1973-1986; Ehrenvorsitzender seit 1988), des Städtepartnerschaftsverein (1989-2010; Ehrenvorsitzender seit 2010) und der "Ehemaligen-Vereinigung der FWS und der Eschweger Gymnasien" (1986-2012; Ehrenvorsitzender seit 2012).

Zudem engagierte sich Fritsche ehrenamtlich im TV 1861/48, im Turngau Werra, bei den Eschweger Zinnfiguren- und Miniaturenfreunden sowie im Werratalverein.

Zu seinen Veröffentlichungen zählen 202 Folgen der "Eschweger Kalenderblätter" (1987-2000), die Schriftenreihe der Sparkasse (1989-1999), "Eschwege 1637" mit Dr. Thomas Wiegand (1987) und "Theater und Musik in Eschwege" (2008). Zudem fungierte er als Mitautor in "Als der Sport laufen lernte" (2007).

Herbert Fritsche wurde bereits mit dem Landesehrenbrief (1989), dem Ehrensiegel der Stadt Eschwege (1994), der Ehrenplakette der Stadt Eschwege (1999) und dem Bundesverdienstkreuz (2005) ausgezeichnet. Im sportlichen Bereich erhielt er den Ehrenbrief des DTB (1973), die Silbernadel des LSB (1984) und den Ehrenschild des Werra-Meißner-Kreises (1972). Für seine Bemühungen um die Geschichte erhielt Fritsche zudem die Goldene Ehrennadel des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde (2012).

Den Artikel über die Vorstellung des Eschwege-Lexikons finden Sie hier: Eschwege hat seit heute ein eigenes Lexikon

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