Kundengelder veruntreut: Bewährungsstrafe für Möbelverkäufer

41-Jähriger aus Göttingen veruntreute 14.200 Euro Kundengelder in einem Möbelhaus.

Werra-Meißner-Kreis. Zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, wegen Untreue in vier Fällen, wurde ein 41-Jähriger aus Göttingen vom Amtsgericht Eschwege verurteilt. Das Schöffengericht blieb damit unter der Forderung der Staatsanwältin, die den Tatbestand der gewerbsmäßige Untreue erfüllt sah, und eine Strafe von einem Jahr und neuen Monaten auf Bewährung und 1500 Euro gemeinnützige Leistungen forderte. Der voll geständige Mann hat im Zeitraum vom Juli 2015 bis Juni 2016 in einem örtlichen Möbelhaus, in dem er seit 2009 als Verkäufer arbeitete, Barzahlungen von Kunden veruntreut.

Vier Fälle von Untreue

In vier Fällen in Hessisch Lichtenau, Spangenberg, Wendershausen und Hedemünden hat er bei den Kunden Zahlungen in einer Gesamthöhe von 14.200 Euro in bar angenommen, aber nicht oder nicht vollständig an seinen Arbeitgeber weitergegeben. In seiner Einlassung beschrieb der Verurteilte seine Situation im Tatzeitraum. Er habe damals Probleme in der Ehe gehabt, sei spielsüchtig gewesen und es hätten sich bei ihm erhebliche Spielschulden angesammelt. Als sich ihm dann die Möglichkeit bot, eine Anzahlung, die er an einem Samstag nach Ladenschluss bekam über das Wochenende zu behalten, habe er nicht widerstehen können, und das Geld zum Teil zur Tilgung seiner Schulden eingesetzt. Auch in den anderen Fällen hätte er das Geld zum Spielen oder zur Begleichung von Schulden verwendet.

Gelegenheit genutzt, um Spielschulden zu bezahlen

Das Gericht sah in diesem Vorgehen keine gewerbsmäßige Untreue. Gewerbsmäßigkeit, erfordert eine Einnahme von einigem Umfang und Dauer, das hat nicht vorgelegen. Er hat die Kunden nicht zu Zahlungen aufforderte. „Es war zufallsabhängig, ob er Geld in die Hände bekam“, so der vorsitzende Richter. Das Gericht wertete die Tatsache, dass der Angeklagte nicht vorbestraft ist und den Willen erkennen lässt, den Schaden auszugleichen, zu seinen Gunsten.  Der Mann gibt an von seiner Spielsucht geheilt zu sein, er ist wieder als Möbelverkäufer in Kassel tätig und kommt den Unterhaltsverpflichtungen für seine fünf Kinder nach. Im Gerichtssaal bat er den als Zeugen geladenen Geschäftsführer des Möbelhauses um Entschuldigung und sicherte die Rückzahlung des Schadens zu.

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