Mediziner investieren in Eschwege  zwei Millionen Euro in Hausarztzentrum

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(V. li) Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad, die Hausärzte Frank Enders, Dr. Bernd Heinemann, Dr. Markus Theophel (es fehlt Dr. Phillipp Siebrasse) und Bürgermeister Heppe bei der Vorstellung des Projektes vor Eschweger Apothekern.

Am Schützengraben soll das neue Hausarztzentrum mit Apotheke entstehen. Vier Ärzte aus Eschwege und Grebendorf legen ihre Praxen zusammen. 

Eschwege. Ohne öffentliche Förderung und auf eigenes Risiko erstellen die vier Allgemeinmediziner Frank Enders (Grebendorf), Dr. Bernd Heinemann und Dr. Philipp Siebrasse (Gemeinschaftspraxis Gebrüderstraße) und Dr. Markus Theophel (Westring) ein Hausärztezentrum mit Apotheke im Schützengraben.

Investition in Höhe von zwei Millionen Euro

Sie rechnen mit Investitionen in Höhe von zwei Millionen Euro. Vorausgesetzt die Stadtverordnetenversammlung stimmt dem Verkauf des Grundstücks zu, soll der Baubeginn im Sommer sein und die Mediziner planen ab Oktober 2019 in dem neuen Ärztehaus zu praktizieren. Auf dem knapp 4.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen das Ärztehaus mit ebenerdigem Zugang und mehr als 40 Parkplätze. Das Architektenbüro Kaufmann und Schneider aus Berlin, das auf Medizinalbauten spezialisiert ist, hat den Auftrag für die Planung. Auf etwa 600 Quadratmetern Grundfläche können drei Ärzte parallel arbeiten.

Das Konzept

Das Konzept sieht sechs Behandlungsräume, einen gemeinsamen Empfang und Labor und Untersuchungsräume vor „Wir haben den Standort gewählt, weil er genau in der Mitte unserer bisherigen Praxen liegt und optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Auto zu erreichen ist“, erklärt Dr. Markus Theophel. Der Wirtschaftsförderer der Stadt Eschwege, Wolfgang Conrad, sieht das Projekt sehr positiv, andere Städte (zum Beispiel Herleshausen Anm. der Redaktion) müssen selber aktiv werden, um Hausärzte in die Stadt zu holen. Zu der Motivation berichten die Mediziner, dass die Situation in ihren Praxen nicht mehr zukunftsträchtig ist.

Hausarztpraxen an der Kapazitätsgrenze

„Alle Praxen platzen aus allen Nähten, denn im Ringgau und in Sontra werden Praxen geschlossen, die Leute haben an ihren Wohnorten keine Hausärzte mehr und kommen nach Eschwege, dadurch arbeiten wir alle am Anschlag“, berichtet Dr. Bernd Heinemann. Vom Hausärztehaus versprechen sich die Ärzte Synergieeffekte. Hausbesuche, Krankheits- und Urlaubsvertretungen werden so einfacher. Außerdem mache es eine solche Praxis leichter, Ärzte als Angestellte zu finden, die auch nach Nordhessen kommen. Das Modell des Landarztes, der 24 Stunden und 365 Tage im Jahr für die Menschen in seinem Ort greifbar ist, ist für viele junge Mediziner nicht attraktiv. In einer gemeinsamen Hausarztpraxis lässt sich die Arbeit besser verteilen und deshalb hoffen die Ärzte auch Nachwuchs nach Eschwege holen zu können. Für die Patienten der vier Ärzte ändert sich, außer der örtlichen Verlagerung nichts, betonen die Mediziner.

Kein Hausarzt mehr in Meinhard

Nach dem Bau des Hausarztzentrums wird die Praxis von Frank Enders in Grebendorf geschlossen. Damit wird die Gemeinde ohne eigenen Allgemeinmediziner sein. Dies hat bei einigen Bürgern für Unmut gesorgt. Für die Einwohner von Grebendorf bedeutet der Wegzug, dass sie keinen Arzt mehr in fußläufiger Entfernung haben. Die Einwohner der anderen Ortsteile mussten sowieso das Auto oder den Bus nutzen. „Ich habe bereits mit dem Bürgermeister besprochen, dass ich, wenn es notwendig ist, eine ausgelagerte Sprechstunde in Grebendorf einrichten werde, in noch zu bestimmenden Räumen. Meine angestammten Patienten werden versorgt wie bisher“, sagt Frank Enders.

Bürgermeister Gerhold Brill bedauert den Wegzug

 „Mit Bedauern habe ich als Bürgermeister zur Kenntnis genommen, dass die letzte Hausarztpraxis in Meinhard die Türen schließen will. In Absprache mit Herrn Dr. Enders, wollen wir jedoch eine räumliche Lösung für wöchentliche Sprechstunden in Grebendorf, insbesondere für die älteren Patienten, zu gegebener Zeit schaffen“, erklärt der Bürgermeister von Meinhard, Gerhold Brill.

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