Sperrstunde für das Eschweger Johannisfest

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Johannisfest

Die Stadt führt eine Sperrstunde ab 2 Uhr beim Johannisfest in Eschwege ein und beschränkt auch das traditionelle Kränzewickeln am Dünzebacher Torturm zeitlich.

Eschwege. Der Aufreger der Woche ist die Meldung, dass die Stadt Eschwege an den Johannisfest-Abenden eine Sperrstunde ab 2 Uhr einführen will. Die Bewirtung darf ab diesem Zeitpunkt in der Innenstadt nur noch in den Gaststätten stattfinden. Die Musik muss im Außenbereich abgestellt werden. Auf dem Festplatz müsste, wenn die Sondernutzungsverordnung streng ausgelegt würde, ebenfalls die Party zu Ende sein. In diesem Fall ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, das Festzelt könnte auch den Gaststätten gleichgestellt werden, dann würde auch dort ab 5 Uhr die Sperrstunde gelten.

Bürgermeister Heppe

Laut Bürgermeister Heppe ist diese Sperrstunde auf Wunsch der Polizei in die Sondernutzungsgenehmigung aufgenommen worden. „Diese Sperrstunde ist bei fast allen Volksfesten so üblich. Das heißt nicht, dass um 2 Uhr der Hahn zugedreht wird. Die Frist gilt nur im Bereich der Sondernutzung, in Gaststätten kann weiterhin gefeiert werden“, sagt Heppe.

Die Polizei dazu

„Seitens der Polizeidirektion Werra-Meißner ist in diesem Zusammenhang eine grundsätzliche Empfehlung für eine Sperrstunde an die Stadt Eschwege als originär zuständige Behörde ergangen, wie es auch durch den Hessischen Städte- und Gemeindebund empfohlen oder auch bei anderen großen Volksfesten gängige Praxis ist. Aus polizeilicher Sicht war in den vergangenen Jahren festzustellen, dass gerade in den Nachtstunden eine Zunahme von Rohheitsdelikten, wie Körperverletzungen aber auch verbale Auseinandersetzungen/ Pöbeleien zu registrieren war. Zusätzlich nehmen auch die Beschwerden wegen Ruhestörungen und sonstiger Ordnungswidrigkeiten, die mit dem Aufenthalt an den Bierständen im Außenbereich verbunden sind, zu den nächtlichen Zeiten zu“, so Polizeisprecher Kriminalhauptkommissar Jörg Künstler auf Anfrage des Marktspiegels.

Standbetreiber befürchten Umsatzeinbußen

Andreas Steinrücken, Mitinhaber der Kegelbahn Bailando, die traditionell am Johannisfest-Freitag einen Bierstand am Stad vor der Deutschen Bank betreibt, bekam am Montag Post von der Stadt, in der er von der neuen Sperrstunde erfahren hat. Für ihn und die anderen Standbetreiber bedeutet die verkürzte Ausschankzeit erhebliche Umsatzeinbußen. „Bei uns läuft das Geschäft am Stand so bis drei oder halb vier, mit der Sperrstunde fehlen uns also eineinhalb bis zwei Stunden. Die Stadt befürwortet, dass wir Standbetreiber dort Live Musik organisieren und das haben wir auch in den letzten zwei Jahren gemacht, das ist unter diesen Umständen finanziell nicht zu machen“, erklärt er. Alle Standbetreiber hätten außerdem immer das Risiko, dass das Wetter nicht mitspielt.

Die Eschweger Grünen zur Sperrstunde 

Vanessa Grauer, Stadtverordnete der Grünen ist gegen die Einführung der Sperrstunde. „Der Johannisfest-Freitag ist für unsere Generation der wichtigste Abend des Festes. Da kommen die Dietemänner nach Hause, da stellt man sich draußen hin, bis die Sonne aufgeht oder der Bauhof kommt und geht dann direkt danach zum Maienzug.“ „Ich habe das Ganze erst für einen Aprilscherz gehalten. Das ist nur eine Nacht im Jahr, in der es in der Innenstadt voll ist“, sagt Lukas Sennhenn, Mitglied des erweiterten Vorstand der Grünen im Werra-Meißner-Kreis. Nach seinen Informationen sind auch die betroffenen Wirte der Innenstadt vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Wir Stadtverordnete haben von Änderungen nichts gewusst. Das hat für mich einen bitteren Beigeschmack, denn in den letzten Monaten sind immer wieder Informationen an der Stadtverordnetenversammlung vorbei gegangen“, erklärt Vanessa Grauer.

Kränzewickeln am Dünzebacher Torturm nur bis 22 Uhr

Post von der Stadt bekamen auch die Leuchtbergfanfaren. Seit fünf Jahren veranstalten sie zusammen mit dem Getränkehandel Schröder und der Fleischerei Happel das Kränzewickeln am Dünzebacher Torturm. Sie müssen in diesem Jahr um 21.30 Uhr den Ausschank einstellen und den Platz bis 22 Uhr komplett räumen. „Wir werden uns natürlich daran halten, und wollen die Tradition fortführen“, sagt Christiane Mangold, Vorstandsmitglied der Leuchtbergfanfaren. In diesem Fall hatten sich Anwohner wegen der Lärmentwicklung beschwert und im letzten Jahr die Polizei gerufen.

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