Eschweger Opposition schlägt Alarm: "Fehlende Kinderbetreuungsplätze sind ein Skandal!"

SPD, GRÜNE und LINKE stellen am Donnerstag Antrag zur Lösung des Kinderbetreuungsproblems.

Eschwege -  „Das ist für Eschwege eine absolute Katastrophe“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag und meint damit das fehlende Kinderbetreuungsangebot in der Kreisstadt. Zusammen mit Lothar Dietrich (Bündnis 90/die GRÜNEN) und Bernhard Gassmann (die LINKE) wird er in Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag einen Antrag stellen, der die kurzfristige und langfristige Abdeckung des Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen Eschwege beinhaltet.

Denn laut Ermittlungen des Ausschusses für Familie und Soziales werden ab August diesen Jahres 85 Kinder keine Möglichkeit haben, eine Kindertagesstätte zu besuchen bzw. andere Betreuungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Dabei trifft es vorwiegend die U3-Kinder. „Mit 62 Prozent ist hier die Nachfrage sehr groß“, macht Feiertag deutlich. Dabei fordern alle drei Parteien das Gleiche: Der Bedarf muss bis Mitte August befriedigt werden. „Wenn man diesen Bedarf nicht befriedigen kann, dann orientieren sich die jungen Leute um – schicken ihre Kinder zum Beispiel in KiTas in anderen Gemeinden“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Mittel wurden aus dem Haushalt rausgekürzt

Lothar Dietrich bezeichnet diese missliche Lage sogar als einen Skandal und bemängelt die Mittelkürzung im städtischen Haushalt, der für 2016 noch Gelder für den Bau eines weiteren Kindergartens bereitgestellt hatte, jedoch 2017 keine Berücksichtigung mehr fand. Dabei war für den Neubau einer zusätzlichen Einrichtung bereits ein möglicher Platz vorgesehen. Das Argument der Koalition, dass im Jahr 2025 diese Plätze nicht mehr benötigt werden würden, aber dann eine überflüssige KiTa errichtet worden sei, können Feiertag, Dietrich und Gassmann nicht akzeptieren. „Weil wir werden die Plätze definitiv benötigen – in diesem Jahr und in Zukunft“, sagt der GRÜNEN-Fraktionsvorsitzende. Daher fordern die Antragsteller zum Einen eine kurzfristige Lösung zum 1. August 2017 zur Abdeckung des Bedarfs an Kindergartenplätzen zu schaffen und zum Anderen die Planung eines sechsgruppigen Kindergartenneubaus aufzunehmen und umzusetzen.

„Ein solch massiver Fehlbedarf ist für die Familienstadt Eschwege ein unrühmlicher Zustand und eine Gefahr dahingehend, dass unsere Stadt bei jungen Familien an Ansehen und Wertschätzung verliert. Das muss schnellmöglich behoben und verhindert werden“, heißt es in dem Antrag, über den es morgen Abend abzustimmen gilt.

Mögliche Flächen für Neubau im Gespräch

Für einen möglichen Neubau stünden laut Feiertag mehrere Flächen zur Auswahl: An Stelle des ehemaligen AWO-Gebäudes in der Mangelgasse gäbe es ebenso Möglichkeiten wie auf dem ehemaligen Gelände des Tennisclubs Blau-Weiß oder aber in Bahnhofnähe. Auch eine Erweiterung des Kindergarten am Schwanenteich wäre denkbar.

Rubriklistenbild: © Oksana Kuksmina_Fotolia

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