Eschwege und Saint-Mandé feiern ihre Freundschaft

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Zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Eschwege und Saint-Mandé fanden von Donnerstag bis Sonntag allerlei Veranstaltungen statt.

Eschwege. Nachdem die Eschweger den Fußball-Wettkampf beim Kommunalen Olympia mit 2:1 für sich entschieden hatten, keimte die Zuversicht auf den Gesamtsieg, berichtete Stadrat Reiner Brill bei der Siegerehrung in der Stadthalle.

Denn zuvor hatten auch die Tennis-Cracks für die Kreisstadt gepunktet - lediglich den Petanque-Wettbewerb hatten die französischen Freunde aus Saint-Mandé traditionell für sich entschieden. "Zum 50. Bestehen unserer Städtepartnerschaft im Jahr 2044 werden wir Petanque erstmals gewinnen", richtete Brill eine launige Kampfansage an die französischen Gäste.

Dann allerdings gewannen die Teams aus Saint-Mandé sowohl den Schach- als auch den Schwimmwettkampf, und sicherten sich den Gesamtsieg mit 3:2-Punkten. Kampflos allerdings schenkten die Eschweger die Punkte nicht her. So erzielten die unterlegenen Schwimmer aus der Kreisstadt fast ausnahmslos persönliche Bestzeiten. Ohnehin schmerzte die Niederlage nicht allzu sehr - "bei allem sportlichen Wettkampf hat der Ehrgeiz der Freundschaft niemals den Rang abgelaufen", fasste Saint-Mandés stellvertretende Bürgermeisterin Christine Sevestre die Stimmung des 8. Kommunalen Olympia zusammen.

Brunneneinweihung im Sophiengarten

Nachdem die Delegation aus Saint-Mandé bereits am Donnerstagabend in Eschwege angekommen war, hatte Bürgermeister Alexander Heppe die Spiele am Freitagmorgen am Schwanenteich eröffnet. Nach den Wettkämpfen am Freitag und am Samstagvormittag schlossen sich am Samstag und Sonntag weitere gemeinsame Veranstaltungen an.

Am Samstagnachmittag weihten Heppe und Sevestre gemeinsam mit den Vorsitzenden der Städtepartnerschaftsvereine, Ingrid Möller-Quanz und Jean-Pierre Nectoux, den Brunnen im Sophiengarten ein, den die französischen Freunde der Stadt aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft überreicht hatten.

"Wasser bedeutet Leben", sagte Heppe. Er hofft, dass die Eschweger "das Geschenk des Lebens aus Saint-Mandé" nutzen, um das Kleinod über der Stadt zum Blühen zu bringen. Diesem Wunsch verlieh auch Hans-Joachim Bertram vom Verein "Freunde des Eschweger Sophiengartens" Ausdruck: Wenn wir den Brunnen im Sommer nutzen, um die Pflanzen zu bewässern, werden wir uns immer an unsere Freunde aus Saint-Mandé erinnern."

Festakt in der Stadthalle

Am Abend stand dann der Festakt mit Siegerehrung des 8. Kommunalen Olympia in der Stadthalle auf dem Programm. Dort unterzeichneten die Vertreter beider Kommunen die Urkunden der 25-jährigen Städtepartnerschaft. "Ich wünsche mir, dass wir das Band, das unsere Städte verbindet, in Zukunft noch enger knüpfen", sagte Bürgermeister Alexander Heppe. Unter den zahlreichen Akteuren, die zum Gelingen der Partnerschaft beigetragen haben, hob Heppe insbesondere den Gründungsvorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins, Herbert Fritsche, und Eschweges Ehrenbürgermeister Jürgen Zick hervor. Auf französischer Seite nannte Heppe den Ehren-Dietemann Jean-Pierre Nectoux und Christine Sevestre, die die französische Delegation in Vertretung von Saint-Mandés Bürgermeister Patrick Beaudouin anführte. "Ohne Jean-Pierre wäre Eschwege nicht Eschwege", sagte Heppe, "er ist in unserer Stadt tief verwurzelt."

Wo ein Mensch seinen Nachbarn als Freund bezeichnen könne, da bleibe Frieden, führte Heppe weiter aus. "Seit 25 Jahren teilen sich unsere Städte den gemeinsamen Weg durch die Geschichte der deutsch-französischen Freundschaft - und ich hoffe, dass wir auch weiterhin gemeinsam der Idee eines geeinten Europas entgegenstreben."

Ingrid Möller-Quanz betonte, dass die Partnerschaft der beiden Städte nicht nur auf dem Papier bestehe, sondern immer wieder mit Leben gefüllt werde. Dies sei jedoch nur möglich, wenn sich Menschen für diese Freundschaft engagierten. Neben Herbert Fritsche und Jürgen Zick nannte die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins hier auch explizit den ehemaligen Ersten Stadtrat Matthias Sadowsky: "Sie alle leben die Partnerschafts mit Herz und Seele."

Ähnlich äußerte sich Jean-Pierre Nectoux: "Wir pflegen eine aufrichtige Freundschaft, die weit über den offiziellen und formellen Rahmen einer Partnerschaft hinausgeht." Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die nachfolgenden Generationen diese Freundschaft weiterführen.

Große Ehre für Jean-Pierre Nectoux

Dass Nectoux kurz darauf nocheinmal auf die Bühne musste, kam für ihn selbst wohl am überraschendsten: Der Ehren-Dietemann bekam vom Landtagsabgeordneten Lothar Quanz den Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen. "Jean-Pierre hat die Welt zwischen Eschwege und Saint-Mandé verändert und verbessert", lobte Quanz. Engagiert und unermüdlich habe sich der Geehrte um die deutsch-französische Freundschaft verdient gemacht. "Als Miterfinder des Kommunalen Olympia, steter Gast beim Johannisfest und guter Gastgeber beim Herbstmarkt in Saint-Mandé bist du der Motor dieser Freundschaft."

In der Regel werden mit dem Landesehrenbrief Menschen aus Hessen geehrt, die sich auf vorbildliche Weise und über lange Zeit hinweg ehrenamtlich engagiert haben. "Umso besonderer ist es, dass heute ein ausländischer Bürger geehrt wird", hob Quanz hervor.

Anschließend gab es noch einige gegenseitige Geschenke, bevor Matthias Sadowsky das Publikum mit einer Jazz-Version des Dietemann-Liedes und dem Klassiker Les Champs-Élysées von den Stühlen riss.

Durch den Abend führten Reiner Brill und Mathilde Ruis, die den französischen Part der Moderation übernahm. Sie stand Aktiven und Organisatoren auch bei den Sportwettkämpfen als Dolmetscherin zur Seite. Die Grußworte und Reden übersetzte Brigitte Monnier sowohl ins Deutsche als auch ins Französische.

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