Eschwege: Sammelaktion für Friedland war ein voller Erfolg

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Gemeinschaftlich wurden in Eschwege über 100 Matratzen und Zudecken für das Erstaufnahmelager in Friedland gesammelt.

Eschwege. Die Initiatoren, Bianca Cardoso, Aylin Abhau und Karl Montag waren überwältigt von der Spendenbereitschaft der Menschen, "mit so einem Erfolg hätten wir nie gerechnet. Fünf große LKW und Transporter bis an den Rand mit Matratzen, Bettzeug und Co beladen konnten wir ins Aufnahmezentrum Friedland schicken!"Schon kurz nach 16 Uhr am Freitag bildete sich am Hessenring vor der Fa. Georg Grein GmbH eine lange Autoschlange. "Wir haben gehofft, dass wir zweimal nach Friedland fahren müssen", erklärten die Spendensammler, doch schon nach einer Stunde war ein großer LKW gefüllt. Hauke Eisenhuth vom Blumenhaus Eisenhuth in Altenburschla, bot spontan seine Hilfe an und übernahm noch am Freitagabend die erste Tour nach Friedland. Die wegen des großen Andrangs noch schnell organisierten zusätzlichen Helfer, wurden dort mit großer Freude empfangen.In Eschwege schien es, als hätten die Bürger, übrigens aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis und aus den Nachbarkreisen, nur auf eine Initialzündung für eine Sammelaktion gewartet. Der LKW der Fa. Grein GmbH war ebenso schnell gefüllt wie der erste. Georg Grein, der Firmenchef der Firma Grein half und gab weitere logistische Unterstützung. Er stelle Gitterboxen auf und gab eine zusätzliche Halle zum Lagern und Sortieren frei. Auch das reichte noch nicht, denn die abgegebenen Spenden häuften sich zu hohen Bergen. "Eine für die Kreisstadt möglicherweise noch nie dagewesene Aktion", wie es ein Spender, der sich auf dem Firmenhof der Fa. Grein umschaute, anmerkte. So spendete zum Beispiel ein in Eschwege ansässiges Matratzenfachgeschäft auf einen Schlag zehn neuwertige Matratzen. Insgesamt sammelten sich im Laufe des freitags und samstags rund 100 Matratzen und unter anderem zahllose Zudecken, Kopfkissen, Bettlaken und Handtücher an.

Ein Stück gelebte Integration

Bei den Organisatoren "glühten nun die Drähte". Familienangehörige und Freunde stellten sich auf Bitte für den Einsatz am Samstag zur Verfügung. Die Spieler der integrativen Fußballmannschaft  des FC Eschwege und ihr Trainer erschienen am Samstag als Helferteam und packten beim Sortieren und Beladen der LKW mit an. Alle Arbeiten wurden mit Freude und viel gegenseitiger Akzeptanz durchgeführt – ein Stück gelebte Integration. Ein Hilferuf an das THW Eschwege brachte die Lösung des Transportproblems. Die noch vom Einsatz in Hessisch Lichtenau beanspruchten THW-Einsatzkräfte leisteten ganze Arbeit. Den ganzen Samstag pendelten sie zwischen Eschwege und Friedland. Ein zusätzliches  Fahrzeug wurde dringend benötigt, um die abgegebenen Kleiderspenden nach Hess. Lichtenau in die dortige Flüchtlings-Aufnahmestation zu bringen.

4.000 Menschen in Notaufnahmelager

Bei Abgabe der letzten Spendenladung konnten sich Aylin Abhau und Bianca Cardoso bei einer Führung durch das Aufnahmelager von der Dringlichkeit ihrer Aktion überzeugen. Kein Quadratmeter überdachte Fläche ist dort ungenutzt. Selbst die Kantine der Angestellten und die Flure des Verwaltungstraktes sind mit Notlagern für die Geflohenen belegt. Zur Zeit sind es 4.000 Menschen denen dort geholfen wird, so gut es eben möglich ist.

"Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender. Unser Dank gilt aber auch der Georg Grein GmbH in Eschwege und dem Blumenhaus und Gärtnerei Eisenhuth in Altenburschla sowie Familie Bausch aus Strahlshausen, allen Helfern und Verantwortlichen der THW Ortsgruppe Eschwege und der Helfermannschaft des FC Eschwege um Hannes Abhau und Trainer Thomas Öhler", so das Orga-Team.

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