Eschweges Stadtverordnete beschließen Neubaugebiet

So sehen die Planungen für das Neubaugebiet zwischen Langenhainer Weg und  Höhenweg aus.
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So sehen die Planungen für das Neubaugebiet zwischen Langenhainer Weg und  Höhenweg aus.

Dier Stadtverordnetenversammlung von Eschwege beschließt die Erschließung eines neuen Baugebietes mit 30 Bauplätzen.

Eschwege. Neues Baugebiet   Nach längerer Debatte beschloss die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung außerdem die Erschließung eines Neubaugebietes zwischen Langenhainer Weg und Höhenweg. 30 Bauplätze mit jeweils einer Fläche von rund 600 Quadratmetern sollen ausgewiesen werden. Zu der bestehenden Bebauung hin sehen die Pläne eine eingeschossige Bauweise vor.

Satzung schreibt innovative Heiztechnik vor

In einer gesonderten Satzung soll ein Anschluss und Nutzungszwang für ein kaltes Nahwärmenetz (siehe  unten) geregelt werden. Luftverunreinigende Stoffe zur Energiegewinnung werden nicht zugelassen und es können nur CO2-neutrale Heizungsanlagen eingebaut werden, die regenerative Energien verwenden. Das kalte Nahwärmenetz, das in Zusammenarbeit mit den Stauwerken geplant wird, liefert den Haushalten Heizenergie und erwärmt das Brauchwasser. „Eine Gasversorgung wird es in dem Baugebiet nicht geben“, berichtete Dr. Manfred Bödicker von den Planungen. Die Befürworter des Projektes, die Koalition und Teile der SPD-Fraktion argumentieren: „Das ist ein Angebot für Menschen, die auf einem leeren Grundstück bauen wollen. Die lassen wir sonst ziehen“, so Stefan Schneider (CDU). Die Befürworter sehen in dem Ausbau eine Arrondierung des Stadtgebietes und den Anschluss an das Baugebiet am Höhgraben, aber keine Ausweitung.

Die Kritiker des Projektes

Die Kritikerseite lobte zwar die Planung, argumentierte aber, dass mit dem Neubaugebiet noch mehr Grün verschwindet (81 Hektar). Stefan Fiege (SPD) sah einen Konflikt zwischen dem freien Willen der Bürger und dem Ressourcenverbrauch. Er argumentierte, dass noch einige Baugrundstücke am Höhgraben frei seien und der Umbau und Ausbau der Neustadt Priorität haben müsse. „Wir setzen das falsche Signal“, sagte er. Genauso schätzt es auch Lothar Dietrich (die Grünen) ein. „Das macht die Innenstadt nur noch mehr kaputt“, argumentiert er.

Er sieht außerdem die Gefahr, dass die ehemalige Abfalldeponie der Wirtschaftswunderjahre, die sich am Rande des Baugebietes befindet, langfristig zur Belastung werden könnte. Experten hatten die Bebaubarkeit dieses Teilbereiches abgelehnt, dort wird nur eine Rasenfläche entstehen. „Wir haben mit Herzblut diskutiert und die Mehrheit ist für die Vorlage. Das Baugebiet wird ein Vorbild für das Umland und andere Gemeinden, um den CO2-Ausstoss zu senken und bei der Erreichung der Klimaziele einen Schritt weiter zu kommen“, berichtete Thomas Reyer (SPD) aus der Fraktion. Bürgermeister Heppe formulierte: „Es gibt Menschen, die nicht in Fachwerkhäuser ziehen möchten“, auch denen sollten nach seiner Ansicht Möglichkeiten des Wohnens in Eschwege gegeben werden. 

Kalte Nahwärme-Netze

Es klingt etwas widersinnig und wurde bisher auch noch nicht oft angewendet, gemeint ist Heizenergie aus dem Erdreich. Für die Stadtwerke Eschwege wird es eine Premiere sein. Durch eine Bohrung von etwa 100 Meter Tiefe „zapft“ man Erdwärme an. Ein Wasser-Glykolgemisch wird über Leitungen in die Bohrung gepumpt und nimmt dort die ganzjährig konstante Temperatur des Erdreichs von 10 bis 12 Grad Celsius an. Diese Energie wird über eine Ringleitung in die einzelne Gebäude transportiert. In den Häusern benutzen Wärmepumpen (sie funktionieren wie ein umgekehrter Kühlschrank) das Gemisch, um Brauchwasser und das Wasser in den Heizsystemen zu erwärmen. Das abgekühlte Wassergemisch wird wieder in die Erdbohrung geleitet. Es können so aus einem Teil Strom (man braucht ihn für den Betrieb der Wärmepumpe) bis zu vier Teile Wärme gewonnen werden. Neben dem Heizen im Winter ist über dieses System auch eine Kühlung der Gebäude im Sommer möglich. In den Häusern steht nur die etwa kühlschrankgroße Wärmepumpe. Realisiert wurden solche Systeme unter anderem schon in Bad Nauheim, Bottrop und Schifferstadt.

Was sonst noch beraten und beschlossen wurde lesen Sie hier.

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