Lösungen für den Werratalsee sind in Sicht

Ein Maßnahmenbündel für den Werratalsee.
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Ein Maßnahmenbündel für den Werratalsee.

Ein Maßnahmenbündel für die Verbesserung der Wasserqualität des Werratalsee wurde in Eschwege vorgestellt.

Eschwege. Vor nur 55 Zuschauern stellte Bürgermeister Alexander Heppe als Moderator die Ergebnisse der Arbeiten des interdisziplinären Teams für die Sanierung des Werratalsees vor. Seit dem Frühjahr hat die Gruppe das Maßnahmenbündel erarbeitet und sich dabei auch mehrmals mit den Seeanrainern beraten. Ziel der Informationsveranstaltung war es, alle auf den selben Informationsstand zu bringen. Das Hauptproblem für die Gewässerqualität des Sees ist, nach Ansicht des limnologischen (Gewässerkunde) Gutachter Dr. Klaus-Dieter Wolter, der hohe Phosphor- Eintrag in der Werra.

Die „Arbeitsgemeinschaft Werratalsee“, besetzt mit Fachleuten aus der Verwaltung, und Gewässerexperten schlägt eine Kombination aus Sofortmaßnahmen, der Fortsetzung von bereits durchgeführten Maßnahmen und von grundlegenden Sanierungsmaßnahmen vor.

Phosphor-Fällungen

Eine schnelle Wirkung bei der Verbesserung der Wasserqualität versprechen Phosphor- Fällungen, die als Sofortmaßnahmen vorgeschlagen werden. Unter einer Fällung versteht man eine Methode, um die Phosphatkonzentration zu senken (Phosphorelimination). Dazu werden Metallsalze dem Wasser zugefügt. Die Fällung soll die Zeit überbrücken, bis andere Maßnahmen greifen.

Dammabdichtung durch eine Spundwand

Als langfristige Sanierungsmaßnahme wird die Abdichtung des Dammes zur Werra angesehen. Um zu klären, ob das Verfahren erfolgreich ist, wird zunächst eine Referenzbaugrube erstellt. Je nach dem, ob ein Erfolg nachzuweisen ist, wird dann der gesamte Damm zur Werra abgedichtet.

Grundwasserdrainage

Sollte sich herausstellen, das die Dammabdichtung nicht den gewünschten Effekt erzielt, ist eine Grundwasser Drainage im Bereich des Ostufers eine weitere Maßnahme. Das Grundwasser, dass derzeit aus diesem Bereich in den See fließ, würde nach dieser Methode über ein Rohrleitungssystem in die Werra umgeleitet.

Wasserspiegelangleichung

Eine Werraabsenkung ist, so wie Bürgermeister Heppe berichtet, nach Absprache mit den Stadtwerken sofort möglich. Für die Anhebung des Wasserspiegels des Werratalsees ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig, dass auf jeden Fall eineinhalb Jahre in Anspruch nimmt. Vorausgesetzt, dass nicht gegen die Maßnahme geklagt wird.

Fortzusetzende Maßnahmen

Die Fischbestandregulierung, die schon seit Jahren in Zusammenarbeit mit den Angelvereinen durchgeführt wird, soll fortgesetzt werden. Weiterhin gehört die Uferpflege zu den Maßnahmen und auch das Wildvögelmonitoring wird fortgesetzt. Außerdem wird das Gewässermonitoring fortgesetzt.

Tauchwand am Südufer

Unabhängig von den anderen Maßnahmen ist geplant, am Südufer einen Badebereich mit einer Tauchwand abzusperren. In diesem beschränkten Seegebiet ist die Verbesserung der Wasserqualität durch lokale Maßnahmen einfacher.

Voraussichtlich kein Badeverbot 2019

Bürgermeister Heppe konnte außerdem berichten, dass im nächsten Jahr das Baden am Südufer wieder freigegeben ist. Die Proben, die in diesem Jahr ausgewertet wurden, waren alle unbedenklich. Eine Beurteilung der Badewasserqualität mit „gut“ sei zu erwarten. Für dieses Maßnahmenbündel möchte Heppe einen „Beschluss von der Stadtverordnetenversammlung. „Wir wollen keinen Streit mehr sondern Lösungen“, sagte er. Nach der Vorstellung des Konzeptes hatten die Zuhörer ausführlich Zeit, den Experten ihre Fragen zu stellen.

Die Präsentationen der Gutachter soll bis spätestens 1. Oktober auf der Homepage der Stadt Eschwege zur Verfügung stehen.

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