EU-Hygienepaket: Bundesregierung rudert zurück

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Das 2007 verabschiedete Hygienepaket sorgte bei Fleischern für erhebliche Probleme - jetzt soll sich die Verordnung wieder ändern.

Kassel/Werra-Meißner. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Lebensmittelhygieneverordnung für tierische Lebensmittel (Tierlmhv), dahin gehend verändern zu wollen, dass zukünftig das Schlachten, Zerlegen und  Verarbeiten in einem Raum wieder möglich sein wird.Gleichzeitig macht sie darauf aufmerksam, dass kleine und mittlere Schlachtbetriebe einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Versorgung mit Lebensmitteln leisten.

"Eine späte Erkenntnis", meint der Vorsitzende des Verbandes der Landwirte mit handwerklicher Fleischverarbeitung (vlhf), Hans-Jürgen Müller aus Witzenhausen, der bundesweit 60 Landwirte vertritt, die auf ihren Höfen eine eigene Schlachtung oder Fleischverarbeitung betreiben. ei der Umsetzung des EU-Hygienepaketes in 2007 wurden viele kleine Fleischverarbeitungsbetriebe dazu gezwungen, entweder erheblich zu investieren oder aber Schlachtung oder Fleischverarbeitung ganz aufzugeben. Deshalb ist die Neuregelung vor allem für Neueinsteiger von Interesse", betont Müller.

Andere EU-Länder  handhaben das Gesetz individuell

In einigen anderen EU-Staaten wurde die entsprechendeEU-Verordnung schon vor acht Jahren so ausgelegt wie es jetzt auch in DeutschlandRealität werden soll. "Skandalös ist es, das man in Deutschland so viele Jahre brauchte, um diese Fehlentscheidung aus dem Jahre 2007 rückgängig zu machen", ergänzt Dr. Andrea Fink-Keßler, Geschäftsführerin des vlhf mit Sitz in Kassel. Mit EU-Bürokratismus hätte das nichts zu tun, so Fink-Keßler. "Denn das Europäische Food and Veterinary Office (FVO) kam bei einer Rundreise durch Deutschland schon im Jahr 2011 zu dem Ergebnis, das Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung in einem Raum durchgeführt werden kann wenn eine zeitliche Trennung mit entsprechenden Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden."

"Trotzdem lässt die Entscheidung hoffen, dass weitere Schritte durch die Bundesregierung erfolgen, die die Entlastung handwerklicher Lebensmittelverarbeiter zur Folge haben", so Müller. Er geht noch weiter und fordert, dass das Schlachten im landwirtschaftlichen Haltungsbetrieb grundsätzlich erleichtert werden müsse. Denn dadurch würden die stressreichen Lebendviehtransporte für die betroffenen Tiere ganz wegfallen. "Das Fleisch von Tieren,  die im landwirtschaftlichen Haltungsbetrieb geschlachtet werden, könnte gerade für Direktvermarkter und für das regionale Metzgerhandwerk ein wichtiges Marktsegment darstellen."

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