Ein Europameister in Großalmerode: Sportler holt mehrere Titel im Kraftdreikampf.

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Konnte in Frankreich zwischen 400 Teilnehmern aus über 20 Nationen gleich sechs Europameister-Titel in verschiedenen Disziplinen erkämpfen: Mietek Maczka.

Der 63-jährige Mietek Maczka trainiert schon seit über 50 Jahren im Kraft-Dreikampf. Bei Wettkämpfen errang er unzählige Pokale, kürzlich holte er sich sogar in Frankreich mehrere Europameister-Titel.

Großalmerode. „Sport werde ich bis zu meinem Lebensende treiben und ich werde ihn nie aufgeben. Nur der Tod kann mich davon trennen“, erzält Mietek Maczka aus Großalmerode. Der 63-Jährige trainiert schon seit über 50 Jahren im Kraft-Dreikampf, eine längerwährende Pause hatte er zwischendurch nur wegen Berufstätigkeit und Familie eingelegt. Seine langjährige Erfahrung in diesem Sport wird auch sofort ersichtlich, wenn man die vielen Pokale, Urkunden und Titel in Maczkas Wohnung erblickt.

Ein Wettkampf nach dem anderen

„Das letzte Jahr war ein ganz extremes, ich hatte 18 Starts in sieben Wettkämpfen“, sagt Maczka. Dadurch lässt sich auch die Fülle seiner Preise und Auszeichnungen erklären. Der Kraft-Dreikampf besteht nämlich aus den drei Disziplinen Bankdrücken, Kniebeugen und Kreuzheben, bei welchen die Teilnehmer je nach Alterklasse eindrucksvoll ihre gesamte Körperkraft demonstrieren. Maczka könnte dabei nach eigener Aussage zwar noch auf deutlich mehr Gewicht gehen, hat dabei aber im Zusammenhang mit seiner Altersklasse immer wieder seine Gesundheit und speziell seinen Rücken im Blick. Mehr Gewicht geht sehr stark auf die Rückenmuskulatur. Sein Einsatz ist umso bemerkenswerter.

„Ich reise deutschlandweit, um an Wettkämpfen teilzunehmen, hier in der Region gibt es so etwas nicht. Früher lief das mit den Terminen alles telefonisch oder über Vereine. Heute informiere ich mich hauptsächlich im Internet oder werde eingeladen. Wenn man bekannt und gut ist, dann wissen die Veranstalter das eben“, so Maczka. Im vergangenen Jahr kamen bei seinen Reisen etwa 10.000 Kilometer zusammen, da er auch jeweils zwei Mal an Meisterschaften in Polen und Tschechien teilnahm.

„Der Wettkampf, zu dem ich bisher am weitesten gereist bin war in Polen, allein dafür bin ich insgesamt 1.200 Kilometer gefahren“, erinnert sich der gebürtig aus Kattowitz stammende Sportler. Die Regeln sind streng. Zeit, Kleidung, Alters- und Gewichtsklassen werden genauestens kontrolliert.

„Früher gab es noch ein Gesundheitsbuch das vor Antritt kontrolliert wurde, heute ist man selbst für die Gesundheit verantwortlich. Ist vor dem Wettkampf aber beispielsweise der Blutdruck zu hoch, wird man nicht zugelassen und scheidet direkt aus“, so Maczka. Das Startgeld muss vorher aber trotzdem gezahlt werden. Neben dieser Gebühr sind außerdem Hotels zum Übernachten und die eigene Verpflegung zu tragen. Alles in allem also eine kostspielige Angelegenheit. Auch leistungssteigernde Anzüge, von denen Maczka wegen der verschiedenen Disziplinen gleich drei besitzt, sind von Nöten. All das hält Großalmerodes Kraftsportler jedoch keinesfalls von seiner Leidenschaft ab.

Europameisterschaft in Frankreich

„Dieses Jahr war ich Ende Mai sogar in Nancy in Frankreich, da konnte ich zwischen 400 Teilnehmern aus über 20 Nationen gleich sechs Europameister-Titel in den verschiedenen Disziplinen erkämpfen“, so Maczka weiter. Ein großer Plan des Sportlers ist es außerdem einmal auch international in Amerika mit dabei zu sein.

„In Amerika anzutreten wäre schon ein Traum aber dort hin zu reisen ist sehr teuer. In meiner Altersklasse sitzen die größten Gegner ohnehin in Europa und es ist mir persönlich mehr wert, wenn ich richtige Gegener habe“, sagt der Sportler. Am meisten schätzt er aber das familiäre Umfeld der Kraftsportszene bei diesen Wettkämpfen.

„Es ist wie in einer großen Familie, man kennt sich eben nach all den Jahren. Es gibt Teilnehmer, die sind über 70 Jahre alt und noch dabei und so fit. Da denke ich, ich schaffe das vielleicht auch und das motiviert mich unglaublich“, antwortet Maczka auf die Frage, wie lang er den Kraftsport noch ausüben möchte. Bis dahin wird es für den Großalmeröder aber sicher noch viele Titel zu erringen geben.

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